Feuerwehr bedeutet Zusammenarbeit, Verlässlichkeit und gemeinsames Handeln. Doch auch im Feuerwehralltag können Vorurteile und Diskriminierung eine Rolle spielen. Wie sich solche Situationen erkennen lassen, und was Einzelne dagegen tun können, damit haben sich 15 Teilnehmende der Kreisjugendfeuerwehr Düren im Rahmen der Jugendleiter- und Jugendleiterinnen-Ausbildung bei einem Workshop der Caritas Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit (ADA) auseinandergesetzt.
Unter dem Titel „Rassismuskritische Reflexion und Antidiskriminierung“ ging es am 12. September im Jugendferienhaus Kall-Krekel zunächst um die Grundlagen: Was bedeuten Rassismus und Diskriminierung? Wie entstehen eigene Wahrnehmungen und Vorurteile? Und an welchen Stellen können Ungleichbehandlung und Ausgrenzung im eigenen Umfeld auftreten?
Dabei blieb es nicht bei der Theorie. Anhand konkreter Situationen aus dem Feuerwehrkontext diskutierte die Gruppe beispielsweise mögliche rassistische Witze und abwertende Bemerkungen, die Ausgrenzung von Kolleginnen und Kollegen mit internationaler Familienbiografie sowie Vorurteile gegenüber Bewerberinnen und Bewerbern. Auch mögliche ungleiche Bewertung von Leistungen und mögliche diskriminierende Äußerungen gegenüber Bürgerinnen und Bürgern bei Einsätzen wurden thematisiert.
„Diskriminierung kann auch unbewusst stattfinden.“
Ein Teilnehmer nahm aus dem Workshop vor allem eine größere Aufmerksamkeit für das eigene Handeln mit: „Nach diesem Workshop fühle ich mich mit den Themen Rassismus und Diskriminierung sensibler als vorher. Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass Rassismus und Diskriminierung auch unbewusst stattfinden könnten.“
Damit verbunden war die Frage, wie in konkreten Situationen reagiert werden kann. Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit verschiedenen Interventionsmöglichkeiten und der Frage, welche Verantwortung Einzelne innerhalb einer Gruppe tragen.
„Rassismus oder Diskriminierung schaden dem Arbeitsklima. Deswegen sollten wir davor nicht schweigen. Ich bin jetzt sensibilisiert, dass Nicht-Schweigen wichtig beim Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung ist“, so ein weiterer Teilnehmer.
Für die Caritas Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit Jülich gehört es zu ihrer Arbeit, Organisationen und Gruppen für diskriminierende Strukturen und Verhaltensweisen zu sensibilisieren und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Gerade im Feuerwehrkontext betrifft dies nicht nur das Miteinander innerhalb der eigenen Reihen. Auch der Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern und der professionelle Umgang mit Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen spielen eine Rolle.
Der nächste Workshop zu Antidiskriminierung und Rassismus im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der Caritas-Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit und der Kreisjugendfeuerwehr Düren findet am Samstag, 10. Oktober, statt.


















