Zum heutigen Tag der Archäologie war es zwar nicht wie Henry „Indiana“ Jones die Bundeslade, aber Archäologe Stefan Ciesielski hat ein paar interessante Entdeckungen gemacht. Nachdem er vor ein paar Monaten bereits Teile der renaissancezeitlichen Stadtmauer in Jülich entdeckte, war er jetzt im Zuge der Baustelle „Schlossplatz“ wieder vor Ort.
Während er die aktuellen Ausgrabungsarbeiten für den neuen Schlossplatz in Jülich begleitet, entdeckte er zwei Hangstützmauern, die das Gefälle abgefangen haben. Und das ist noch nicht alles. Was für den Laien auf den ersten Blick nach altem Geröll aussieht, beschreibt Ciesielski als Kiesstickungen. Diese seien ein Hinweis auf das Fundament eines mittelalterlichen Gebäudes, das sogar noch vor dem Bau der Zitadelle gestanden habe. Das historisch geschulte Auge kann sogar eine zeitliche Einordnung abschätzen: Vor dem Jahr 1446 müsste es hier gestanden haben, danach folgte ein großer Stadtbrand, durch den ganz Jülich neu geplant wurde. Auch die Zitadelle wurde erst nach diesem Stadtbrand errichtet.
Nach der Sichtung der Funde stellt sich die Frage: Wieso fängt man überhaupt mit Archäologie an? Was für den einen nicht mehr als das Wühlen in der Erde ist, fasziniert den Archäologen bereits seit Jahren. „Archäologie repräsentiert einen Teil unserer Vergangenheit“, beginnt Ciesielski. Es geht darum, Unbekanntes wieder erlebbar zu machen, so wie die Stadtgeschichte von Jülich in diesem Beispiel. Das Faszinierende für den Archäologen ist dabei nicht nur die Nostalgie, sondern das Entdecken und Zusammenfügen von Geschichte. Wenn der Schlossplatz nicht umgearbeitet werden würde, dann hätte man diese Sachen nie gefunden und dieser Teil der Jülicher Geschichte wäre unentdeckt geblieben.
Ob der Archäologe noch weitere historische Puzzleteile von Jülich entdecken wird, bleibt zunächst ungewiss. Da die Ausgrabungen aber bereits sehr weit fortgeschritten sind, ist die Wahrscheinlichkeit eher gering.



















