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Zwei Kühe pro Jahr

Bei Familie Flatten läuft’s und zwar im Wortsinn: Seit 30 Jahren kommt auf dem Koslarer Hof die Milch aus dem Automaten.

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Marc Flatten. Foto: Britta Sylvester
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Zum Milchautomaten gekommen ist Josef Flatten, Vater des jetzigen Betreibers Marc, ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde, schmunzelt der Milchbauer und blickt zurück: „Wir waren damals die Neuen hier im Dorf.“ Wegen des nahenden Tagebaus umgesiedelt aus Inden, fand Familie Flatten auf Gut Waldeck ein neues Zuhause – samt ihrer Tiere.

„Die Kühe sind vor 34 Jahren hierhergekommen“, weiß Marc Flatten noch genau. Mit dem Moment, in dem die Herde in ihren neuen Stall einzog, kamen immer mehr Dorfbewohner gerne mal gucken, Kälbchen streicheln, Fragen stellen und vor allem: Milch kaufen.

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Wer frische Milch möchte, kommt – logisch – am besten zur Melkzeit. Nur haben Landwirte just zu dieser Zeit alle Hände voll zu tun und wenig Muße, sich um den Verkauf zu kümmern und ein paar Worte zu wechseln. Aus dieser Überlegung heraus schaffte Familie Flatten 1996 den ersten Milchautomaten an.

Ein Erfolgsmodell von Tag eins an. „Vor allem viele Familien mit Kindern haben den Automaten gerne genutzt und sind dann auch immer mal um die Ecke zu den Kälbern gegangen“, erzählt Marc Flatten. Plötzlich war auch wieder mehr Zeit, um mit interessierten Besuchern über das Hofleben und die Tiere zu reden. „Wir haben immer den Dialog gesucht“, ergänzt der Landwirt und betont, dass es ihm wichtiges Anliegen ist, den Menschen zu erklären, „warum wir was wie machen“.

20 Jahre später entstand 2016 ein neuer großer Laufstall, deutlich weiter weg von der alten Milchküche. Die Kühe werden dort nun individuell von einem Automaten gemolken, eine enorme Arbeitserleichterung für den Landwirt und seine Mitarbeiter.

Die Logistik in Sachen Milchautomat hat der Umbau allerdings etwas erschwert. Anstatt aus dem nebenan stehenden gigantischen Tank kommt die Milch nun aus 50 Liter fassenden Edelstahlkannen. Diese werden mit der Sackkarre quer über den Hof transportiert und unter dem Automaten gut gekühlt an die Zapfanlage angeschlossen.

Inzwischen ergänzt eine „ganze Automatenfront“ die stählerne Kuh. Eis, Käse, Eier, sogar Nudelsoßen und Rübenkraut sind im Angebot. „Wir haben hier eigentlich alles, was man fürs Sonntagsfrühstück so braucht“, schmunzelt der Landwirt. Nur die Brötchen fehlen noch.

Standen zunächst ein paar Säcke Kartoffeln, dann Eier und schließlich noch Honig neben dem Milchautomaten, ist inzwischen ein rund um die Uhr geöffneter Hofladen entstanden. Ein Angebot, das vor allem die Stammkundschaft schätzt, weiß der Milchbauer. „Rund 85 Prozent sind Stammkunden, sicherlich die Hälfte davon aus dem Dorf“, ordnet Marc Flatten ein.

Ein großer wirtschaftlicher Faktor sind Milchautomat und Hofladen dennoch nicht. Die Menge Milch, die hier an 365 Tagen im Jahr verkauft wird, mache mit rund „zwei Kühen“ einen Tropfen auf den heißen Stein aus.

Der monetäre Erlös kommt für die Flattens hier allerdings auch an zweiter Stelle. „Für uns steht hier der Dialog mit unseren Kunden im Vordergrund“, verweist Marc Flatten auf einen Grundsatz, dem seine Familie von Anfang treu geblieben ist.

Für alle, die selbst rechnen möchten, wie viele Liter „zwei Kühe pro Jahr“ sind: Um die 36 Liter Milch gibt eine Kuh pro Tag. Zusammen produzieren die 220 Tiere tagtäglich zwischen 7000 und 8000 Litern Milch.

Während der heißen Wochen des letzten Sommers schrumpfte die Menge übrigens um gut 20 Prozent – kein Wunder, betont der Landwirt, da man hier schließlich mit Lebewesen arbeite und nicht mit Maschinen, und zunächst einmal müsse die Kuh einfach ihren Durst stillen.

Link zum Beitrag Hoffest 2026

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Klönschnacktee mit der Muttermilch aufgesogen und inzwischen beim rheinischen Kölsch angekommen. Übt sich in der schreibenden Zunft seit Studententagen zwischen Tagespresse und Fachpublikationen und… wichtig: ließ das JüLicht mit leuchten.

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