Start Magazin Geschichte/n Wiederaufbau, Expansion und Transformation

Wiederaufbau, Expansion und Transformation

Zum Jubiläum der Stadtwerke Jülich blättert der HERZOG im Geschichtsbuch des Energieversorgers. Diesmal: Teil 3 – Guido von Büren und Jacek Grubba berichten von der Nachkriegszeit.

1
0
TEILEN
Der Wasserturm bei Stetternich. Foto: Olaf Kiel
- Anzeige -

Der Zweite Weltkrieg bedeutete einen tiefen Einschnitt für Jülich. Die Stadt wurde durch Luftangriffe – insbesondere am 16. November 1944 – nahezu vollständig zerstört. Auch die Infrastruktur der Versorgung brach weitgehend zusammen.

Die Währungsreform 1948 beschleunigte den Wiederaufbau erheblich, da sie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stabilisierte. Gleichzeitig sorgten neue Stadtplanungen für Klarheit bei der Entwicklung der Infrastruktur.

- Anzeige -

In den 1950er Jahren ging der Wiederaufbau in eine Phase des gezielten Ausbaus über. Mit der Gründung eines Wasserbeschaffungsverbandes 1954 wurde die Versorgung regional koordiniert und langfristig gesichert.

Der Wiederaufbau begann unter schwierigsten Bedingungen. Wasserwerk, Leitungsnetze und Energieversorgung mussten nahezu neu aufgebaut werden. Besonders einschneidend war die Zerstörung des Wasserturms, der durch einen Neubau in Stetternich ersetzt wurde. Der 1957 errichtete Wasserturm in Stetternich übernahm die Funktion seines zerstörten Vorgängers. Sein Speicher von 700 m³ stabilisiert den Druck im Trinkwassernetz. Die Stadtwerke nutzen ihn bis heute.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs Jülich kontinuierlich. Die Ansiedlung der Kernforschungsanlage im Stetternicher Forst sowie neue Wohngebiete wie das Nordviertel stellten steigende Anforderungen an die Versorgung. Auch die kommunale Neugliederung 1972 führte zu einer Ausweitung des Versorgungsgebiets.

Ein bedeutender technologischer Wandel erfolgte 1969 mit der Umstellung von Kokereigas auf Erdgas. Dieser Schritt war nicht nur wirtschaftlich notwendig, sondern spiegelte auch den Strukturwandel im Aachener Steinkohlerevier wider.
In den 1980er Jahren erweiterten die Stadtwerke ihr Aufgabenspektrum: Mit der Übernahme des Hallenbads und dem Einstieg in die Fernwärmeversorgung wurden neue Bereiche erschlossen.

Ein weiterer Meilenstein war die Umwandlung der Stadtwerke in eine GmbH. Damit wurde die Organisation an moderne wirtschaftliche Rahmenbedingungen angepasst, ohne den kommunalen Auftrag aus den Augen zu verlieren.

Auch im 21. Jahrhundert bleiben die Herausforderungen groß: Energiewende, Klimawandel und Strukturwandel prägen die Rahmenbedingungen. Projekte wie das solarthermische Versuchskraftwerk oder die Entwicklung des BrainergyParks zeigen, dass die Stadtwerke Jülich aktiv an der Gestaltung dieser Zukunft mitwirken.

Die lange Geschichte der Stadtwerke – von der Gasanstalt im Jahr 1869 bis zur modernen GmbH – zeigt eindrucksvoll, wie sich kommunale Daseinsvorsorge immer wieder neu erfinden muss. Gleichzeitig bildet sie ein stabiles Fundament, auf dem auch zukünftige Entwicklungen aufbauen können.

ZU TEIL 1 DER STADTWERKEGESCHICHTE
ZU TEIL 2 DER STADTWERKEGESCHICHTE


§ 1 Der Kommentar entspricht im Printprodukt dem Leserbrief. Erwartet wird, dass die Schreiber von Kommentaren diese mit ihren Klarnamen unterzeichnen.
§ 2 Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.
§ 3 Eine Veröffentlichung wird verweigert, wenn der Schreiber nicht zu identifizieren ist und sich aus der Veröffentlichung des Kommentares aus den §§< 824 BGB (Kreditgefährdung) und 186 StGB (üble Nachrede) ergibt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here