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Fest im Sattel

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Foto: privat
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Wer Pferde liebt und Kinder mag, könnte auf die Idee kommen, daraus einen Beruf zu machen. Als Reitlehrerin zum Beispiel – oder auch als Reittherapeut. Während es in der klassischen Reitlehre darum geht, Menschen – meist jüngeren – den richtigen Sitz und die korrekten Hilfen zu vermitteln, sind die Aufgaben in der Reittherapie weit umfangreicher.

Gleiches gilt auch für die Möglichkeiten der Ausbildung. Jana Pistel, Physio- und Reittherapeutin, hat ein paar hilfreiche Tipps, um sich im unübersichtlichen Dschungel der Angebote zurecht zu finden.

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Eines vorweg: Die Bezeichnung Reittherapeut meint keinen geschützten Beruf nach dem Berufsbildungsgesetz. Theoretisch darf sich jeder einfach als Reittherapeut bezeichnen. Das macht es schwierig sowohl für potentielle Kunden als auch für Ausbildungsinteressierte.

Die wohl bekannteste Aus- und Weiterbildungseinrichtung bundesweit ist das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten DKThR. Der Verband bemüht sich um übersichtliche Bezeichnungen und bietet Ausbildungen an, die sich je nach Ausgangsberuf unterscheiden.

Während eine pädagogische Fachkraft wie eine Erzieherin die Weiterbildung zur „Fachkraft für pferdgestützte Pädagogik (DKThR)“ machen kann, ist für einen Ergotherapeuten die „Pferdegestützte Ergotherapie“ die richtige Wahl. Jana Pistel hat sich als Physiotherapeutin für gleich zwei Weiterbildungen entschieden: Ausbilderin im Behindertenreitsport sowie Hippotherapeutin.

Der Haken am Weg zur „Reittherapeutin“ – unabhängig von der Wahl der Ausbildungseinrichtung: Es kostet und es dauert. Eine gewisse Leidenschaft und Überzeugung sollten künftige Therapeuten also mitbringen, weiß Jana Pistel aus eigener Erfahrung. Auch sollte man Empathie für andere Menschen besitzen und „eine gewisse Autorität und Konsequenz“ mitbringen, grinst die erfahrene Therapeutin.

Einen bestimmten Schulabschluss hingegen braucht man nicht. Hier bestimmt der Ausgangsberuf die Voraussetzungen. Nahezu jeder Anbieter von reittherapeutischen Weiterbildungen verlange inzwischen „irgendein Abzeichen“, so Pistel. Mindestens das Longierabzeichen sei obligatorisch. Manche würden sogar einen Trainerschein voraussetzen.

Die meisten Weiterbildungen bestehen aus mehreren, meist mehrtägigen Kursen unterbrochen von Praxisphasen. „Die Praktika umfassen in der Regel etwa hundert Stunden“, erklärt die Therapeutin. Außerdem müsse man in Hausarbeiten Fallbeispiele ausarbeiten.

Der zweite etablierte Anbieter reittherapeutischer und pädagogischer Weiterbildungen ist neben dem DKThR die „Schweizer Gruppe Therapeutisches Reiten“, SG-TR genannt. Auch dort besteht die Ausbildung aus einzelnen Lehrgängen, Praktikums- und Reflexionsphasen, die innerhalb von höchstens zwei Jahren abgeschlossen sein sollten.

Auch wenn es lange dauert, Mühe und Geld kostet: Die Ausbildung bei einem zertifizierten Anbieter sei auf jeden Fall empfehlenswert, findet Jana Pistel. Aber das Allerwichtigste seien Praktika, und zwar schon vor der Entscheidung für eine Weiterbildung. Auf ihrem Hof in Broich bietet Jana Pistel immer wieder Praktika an, sogar für ein ganzes Jahr.

Wer mehr über mögliche Weiterbildungen und Ausbildungswege wissen möchte oder sich für ein Praktikum interessiert, kann sich per Email an reittherapie.engels@gmail.com oder telefonisch unter der Rufnummer 0178 / 4984504 erkundigen.


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