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Baustellen der Zukunft

Das Traditionsunternehmen Lamers Bau ist nach einem Jahr im Neubau im Brainergy Park angekommen. Ein Blick auf Perspektiven und Herausforderungen.

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Die Lamers-Geschäftsführung Harald Mertens (l) und Marcus Fritzen (r). Foto: Dorothée Schenk / Montage
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Ein Jahr ist Lamers Bau nun am neuen Standort im Brainergy Park. Zeit genug, um sagen zu können: Der Umzug hat sich gelohnt.

Und doch ist noch längst nicht alles fertig – zumindest im übertragenen Sinne. Denn während das neue Gebäude längst bezogen ist, beschäftigen die Geschäftsführer Harald Mertens und Marcus Fritzen weitere „Baustellen“. Die größte davon heißt Personal.

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Der neue Standort ist dabei durchaus Teil der Lösung. Lamers ist sichtbarer geworden. Vor allem aber präsentiert sich das Unternehmen heute als moderner Arbeitgeber. Bei Bewerbungsgesprächen werde das Gebäude regelmäßig zum Pluspunkt, berichtet Fritzen.

Zeitgemäße Arbeitsplätze, Aufenthalts- und Kommunikationsbereiche und nicht zuletzt moderne Umkleiden und Duschen vermitteln ein fortschrittliches Bild des Unternehmens. Gerade bei Bau- und Projektleitern habe das geholfen: Hier sei das Unternehmen inzwischen gut aufgestellt.

Schwieriger bleibt die Suche dort, wo qualifizierte Fachkräfte gebraucht werden. Facharbeiter, Poliere und Schachtmeister sind knapp. Gesucht werden insbesondere Baumaschinenführer – allerdings mit einem Berufsbild, das mit dem Baggerfahrer früherer Jahrzehnte nur noch bedingt vergleichbar ist.

Moderne Maschinen arbeiten GPS-gestützt, digitale Geländemodelle erscheinen auf großen Displays, Daten gelangen per Stick oder Mail auf die Baustelle. Gefragt sind deshalb gleichzeitig handwerkliches Verständnis, räumliches Denken und digitale Kompetenz. Erfahrung und neue Technik zusammenzubringen, gehört für Lamers zu den Herausforderungen der kommenden Jahre.

Deshalb beginnt Personalarbeit längst nicht mehr erst mit einer Stellenanzeige. Ausbildung, Praktika und Werkstudenten spielen eine wachsende Rolle. Gerade bei Studierenden wirft das Unternehmen früh „die Angel aus“, wie es im Gespräch heißt: Wer sich bewährt, soll möglichst auch nach dem Studium bleiben.

Gleichzeitig wird das sogenannte Onboarding aufwendiger. Neue Mitarbeiter müssten heute stärker begleitet und in die Mannschaft integriert werden. Personal zu gewinnen, auszubilden, einzuarbeiten – und die vorhandenen Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, sei inzwischen das Thema, das neben dem eigentlichen Tagesgeschäft am meisten Arbeit mache, sagt Mertens.

Wirtschaftlich sehen die Geschäftsführer Lamers dagegen solide aufgestellt. Das Unternehmen profitiert davon, nicht von einem einzigen Marktsegment abhängig, sondern breit aufgestellt zu sein.

Wird eine Leistung weniger nachgefragt, kann eine andere stärker werden. So ist das Unternehmen seit Jahrzehnten unter anderem im Netzausbau, beim Bau von Schaltanlagen und Solarparks tätig – Geschäftsfelder, die durch Energiewende und Strukturwandel heute zusätzliche Bedeutung bekommen haben.

Zugleich hat sich das klassische Bauunternehmen verändert. Der reine Rohbau steht unter starkem Preisdruck. Lamers hat deshalb in den vergangenen Jahren das Schlüsselfertiggeschäft weiter ausgebaut und übernimmt zunehmend Aufgaben als Generalunternehmer und -übernehmer – weiterhin mit dem eigenen Rohbau als Basis.

Dabei besetzt das Unternehmen bewusst eine Größenordnung, die für kleinere Wettbewerber oft schon zu groß und für große Konzerne noch zu klein ist. Projekte um zehn Millionen Euro gehören genau in dieses Feld.

Mit Auftragslage und Projektentwicklung zeigen sich Mertens und Fritzen entsprechend zufrieden. Nach Jahren, in denen es wirtschaftlich nahezu kontinuierlich bergauf ging, müsse nicht jedes Jahr neue Rekorde bringen. Wachstum allein ist also nicht die entscheidende Perspektive.

Die wichtigste Ressource für die weitere Entwicklung lässt sich ohnehin nicht bauen: Menschen. Der neue Standort bietet dafür bessere Voraussetzungen. Die offene Baustelle Personal aber dürfte Lamers noch deutlich länger beschäftigen als jedes Bauprojekt.


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