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Die sich das Ständchen selber singen

Seit 200 Jahren wird in Koslar organisiert gesungen. Das verrät ein Blick ins Archiv. In diesem Oktober feiert der Kirchenchor St. Adelgundis seinen runden Geburtstag mit einem großen Fest.

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Foto: Christof Rück
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1825 als reiner Männerchor gegründet singen unter dem Dach von St. Adelgundis inzwischen auch Frauen mit – genau betrachtet haben sie die Männer rein zahlenmäßig mittlerweile überholt. 19 Mitglieder umfasst der Chor. Dazu kommt Chorleiter Christof Rück, hauptberuflich Kantor der Pfarrei Heilig Geist. „Uns geht es relativ gut. Bei uns sind noch alle Stimmen besetzt“, konstatiert Marlies Ulrich und ist damit recht zufrieden. Mehr Mitglieder wären natürlich schön, wünscht sich auch Vorsitzende Agnes Kreutz. Nüchtern festzustellen ist, dass das wohl Wunschdenken bleiben wird.

Wann genau die Damen den reinen Männerverein erweiterten, ist nicht verbrieft. Was Agnes Kreutz allerdings mit Sicherheit noch weiß, ist, dass früher am Sonntagmorgen vor der Messe geprobt wurde. „Und wer nicht kam, musste Strafe zahlen“, schmunzelt die langjährige Vorsitzende. Überhaupt sei früher doch einiges anders gewesen, sind sich die Frauen einig. Nicht nur die Zahl der Sangesfreudigen, auch die Zahl der Auftritte habe deutlich abgenommen. So gehörte der Chor zur jährlichen Fronleichnamsprozession unbedingt dazu. „Und hinterher gab es 100 Mark für die Getränke. Die haben dann die Männer ausgegeben“, erinnert sich Kreutz lachend.

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Gemeinsam überlegen die Sängerinnen, bei welchen Gelegenheiten ihr Chor heutzutage noch auf der Kirchenbühne steht. Zum Patrozinium im Januar, anlässlich Mitfasten im März, zu Ostern, an Pfingsten und zum Volkstrauertag im November auf jeden Fall, und manchmal würden im Mai noch Marienlieder gesungen – die Liste wird immer länger. Es gibt also durchaus noch zahlreiche Gelegenheiten, bei denen der St. Adelgundis Kirchenchor zu hören ist. „Bei Jubelkommunionen singen wir auch“, fällt es noch einer der Damen ein. „Beim vorweihnachtlichen Konzert des Mandolinenorchesters nehmen wir auch teil“, ergänzt die andere. Kein Wunder angesichts der Fülle der Auftritte, dass in Koslar fleißig geprobt wird. Immer dienstags um 19 Uhr treffen sich die 19 Frauen und Männer mit ihrem Chorleiter im Pfarrheim. Was gesungen werden soll, sucht der Kantor aus, hält aber Rücksprache mit seinen Sängerinnen und Sängern. Widerspruch gibt es dort eher nicht, denn „er weiß ja, was die Stimmen können“. Manchmal kommen auch Wünsche seitens des Chores; vor allem nach Stücken, die in der Vergangenheit bereits gesungen worden sind. Anderthalb Stunden dauert jede Probe; mit „einer Pause zum Schwätzen“.

Der Chorgeburtstag wird am 5. Oktober zum Erntedankfest mit einer Festmesse um 9.30 Uhr gebührend gefeiert. Pater Alcide Kragbé und Diakon Arnold Hecker werden die Messe halten. Für das Ständchen sorgt der Chor selbst und singt die Messe in B-Dur von Anton Diabelli. Ein Empfang im Pfarrheim läutet dann den „gemütlichen“ Teil ein.

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Britta Sylvester
Klönschnacktee mit der Muttermilch aufgesogen und inzwischen beim rheinische Kölsch angekommen. Übt sich in der schreibenden Zunft seit Studententagen zwischen Tagespresse und Fachpublikationen und… wichtig: ließ das JüLicht mit leuchten.

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