Die Band besteht aus Sängerin und Gitarristin Tallulah Sim-Savage, Bassistin Lola Sam und Schlagzeuger Alfie Sayers. Bevor Alfie 2021 zur Band dazustieß, war HotWax eine rein weibliche Besetzung. Gemeinsam liefern sie einen energiegeladenen Sound zwischen Post-Punk, Grunge und Alternative Rock. Inhaltlich speisen sich ihre Songs aus persönlichen Erfahrungen – es geht um Schmerz, Akzeptanz und die Erwartungen, die die Gesellschaft an den weiblichen Körper stellt. Dabei greifen sie unter anderem Coming-of-Age-Themen auf und verbinden diese mit einer rohen, direkten Ehrlichkeit.
Das Besondere an diesem Album ist, dass es kein 08/15-Popalbum ist, das sich den Regeln des Mainstreams anpasst. Ganz im Gegenteil: Hot Shock ist laut, roh und ungefiltert – etwas, das in der heutigen, oft glattpolierten Musikproduktion nur noch selten vorkommt. Das Album steht für Energie und frischen Wind in einer Szene, die sich viel zu sehr an Playlist-Tauglichkeit orientiert.
Dass die Band für Emanzipation steht, zeigt sich auch hinter den Kulissen: HotWax arbeitete für dieses Album mit einem rein weiblichen Produktionsteam zusammen. Mit dabei waren unter anderem Steph Marziano sowie Catherine Marks, die bereits mit den Killers zusammengearbeitet hat. Damit setzen sie nicht nur musikalisch, sondern auch strukturell ein starkes Zeichen – denn weibliche Produzentinnen sind in der Musikbranche nach wie vor stark unterrepräsentiert. Zu den Top-Songs des Albums gehören auf jeden Fall der Albumopener She Got a Problem, Strange to Be Here sowie der Outro-Song Pharmacy.
Also nichts da – wer sagt, dass Punk und Grunge tot sind, hat HotWax noch nicht gehört. Wer ohnehin auf diese Genres steht, sollte die Band auf jeden Fall abchecken. HotWax überzeugen mit roher Energie, starken eingängigen Hooks und einer ordentlichen Portion Attitüde. Wer die Chance hat, sie live zu erleben, sollte sie unbedingt nutzen – also Augen und Ohren offenhalten, was HotWax in Zukunft alles auf die Bühne bringen wird.
















