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Ich war voll und es war dunkel

Sie gehören zweifelsohne zu den prominenten Personen der HERZOGstadt. Doch über ihr Privatleben ist so gut wie nichts bekannt. Bisher. Denn nun haben Herr La Mechky* und Frau Herzog* erstmals den Schritt an die Öffentlichkeit getan und der herzöglichen Promi-Redaktion einen Blick hinter die Kulissen gewährt. Lesen Sie hier die (sc)herzige Geschichte vom Zusammenleben und Arbeiten zwischen Redaktionsschluss, Layout und Andruck.

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Illustration: Sopio Kiknavelidze
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HERZOG: Eine einfache Frage zu Beginn: Wie haben Sie sich kennengelernt?
Herr La Mechky: Einfache Frage, einfache Antwort: Ich war voll, und es war dunkel.
Frau Herzog: Ich finde, das darf man ruhig erzählen. Es war an Karneval. Eine gemeinsame Bekannte hat uns vorgestellt und dann, nun ja, der Rest ist Geschichte. Es gab leckere Getränke, und es war tatsächlich dunkel (schmunzelt vielsagend).

HERZOG: Eine typisch Jülicher Kennenlerngeschichte also… Wie lange ist das denn her?
Frau Herzog (grübelnd): Ich meine, das müsste ungefähr zehn Jahre her sein. So ganz genau erinnern kann ich mich nicht. Ich möchte nur sagen: Unsere Bekannte hatte einfach Recht. Sie wusste sofort, wir sind ein Match.
Herr La Mechky: Wenn ich da noch ergänzen darf… Wir hatten gleich zu Beginn ein gemeinsames Projekt. Da sind wir uns natürlich auch beruflich nähergekommen.

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HERZOG: Würden Sie sagen, Ihre Beziehung hat sich im Laufe der Zeit verändert?
Herr La Mechky: Auf jeden Fall! Wir reden weniger miteinander als noch am Anfang. Manches erfahre ich tatsächlich erst aus dem HERZOG.
Frau Herzog: Du hörst mir ja auch nicht zu!
(Das folgende Intermezzo überspringen wir dann besser.)

HERZOG: Verreisen Sie denn wenigstens gerne gemeinsam?
Frau Herzog und Herr La Mechky unisono: Immer und am liebsten mit dem Wohnwagen (Der HERZOG verfügt über ein eigenes fahrbares Studio, das durchaus auch zu Urlaubszwecken umfunktioniert werden kann. Anm. d. Red.).
HERZOG: Wo geht es dann hin?
Frau Herzog: Ans Meer, am liebsten nach Holland und dann an den Strand mit einem leckeren Getränk in der Hand, herrlich. Noch schöner ist es, wenn die Sonne scheint.
Herr La Mechky: Wobei, es darf auch mal kühl und stürmisch sein, Hauptsache Meer.

HERZOG: Ein Wort noch zur Rollenverteilung. Wie ist das bei Ihnen?
Herr La Mechky: Ich mache die Reiseleitung!
Frau Herzog (zwinkert vielsagend): Ich genieße.

HERZOG: So viel Einigkeit, wie schön. Dann dürfen unsere Leserinnen und Leser also davon ausgehen, dass Sie Ihre Beziehung noch lange fortsetzen werden?
Herr La Mechky: Dürfen sie, dürfen sie. Um es mit den Toten Hosen zu sagen: Da ist kein Ende in Sicht.
Frau Herzog: Wir haben noch so viele gemeinsame Projekte, die Schlossplatzneugestaltung, die Betriebskita… Ups, durfte ich das erzählen?
HERZOG: Betriebskita, interessant. Können Sie uns mehr dazu sagen? Da kommt ja einiges zusammen. Sind es denn eher viele gemeinsame Projekte oder viele gemeinsame Kinder?
Herr La Mechky: Es ist mehr so Patchwork. Unsere Kinder sind unsere Projekte, und unsere Projekte sind unsere Kinder.
Frau Herzog: (nickt zustimmend)

HERZOG: Gibt es ein Lieblingsprojekt?
Frau Herzog: Wir lieben alle unsere Projekte. Und Kinder.
HERZOG: Wie gehen Sie denn damit um, wenn die Kinder aus dem Haus sind? Wird es bei Ihnen langweilig?
Einigkeit: Nein.
Herr La Mechky: Ich gehe Bergsteigen.
HERZOG: Und die Herzogin?
Frau Herzog: Wenn ich nicht gerade den Kindergarten betreue, sitze ich gerne auf der Alm.
Herr La Mechky: Und kippst dir einen rein…
(Auch das folgende Intermezzo lassen wir im lieber im Dunkeln.)

HERZOG: Wann machen Sie Ihre Beziehung denn offiziell? Bisher gab es ja nur Gerüchte.
Herr La Mechky: Also, verheiratet sind wir ja schon längst.
HERZOG: Das ist ja interessant. Sie sind verheiratet?
Frau Herzog: Ja, ganz heimlich, aber ich bin mir gar nicht mehr sicher, wann das war… Besonders wichtig war uns jedenfalls der Ehevertrag.
HERZOG: Ehevertrag?
Frau Herzog: Es gab natürlich Bedingungen. Erste Bedingung: Karneval feiern.
HERZOG: Wie lauten die weiteren Bedingungen?
(Kein Kommentar)

HERZOG: Was muss denn ihre Partnerin so mitbringen, Herr La Mechky?
Herr La Mechky: Ähm… Kreativität.
HERZOG: Aha. Weitere Eigenschaften?
(Schweigen)
HERZOG: Wie ist es mit Humor?
Herr La Mechky: Humor auf jeden Fall. Den kann man sich aber auch antrinken. Hilfsmittel sind in unserer Ehe nämlich erlaubt.

HERZOG: Beschreiben Sie doch bitte mal ihren gemeinsamen Alltag.
Herr La Mechky: Puh! Aufgrund des Altersunterschieds…
Frau Herzog: Ich glaub, ich spinne!

HERZOG: Zurück zu Ihrem Alltag.
Frau Herzog: Das erste Zusammentreffen findet in der Küche statt. Beim Kaffee. Mit oder ohne Schuss.
Herr La Mechky: Regelmäßig mit Schuss. Schlafen tun wir nämlich getrennt.
HERZOG: Weil einer schnarcht?
Frau Herzog: Ja.
HERZOG: Wie können die Leser und Leserinnen sich das vorstellen?
Herr La Mechky: Wir schlafen in getrennten Trakten.
Frau Herzog: Ganz wie unser herzögliches Vorbild.
Herr La Mechky: Macht die Beziehung auch interessant.

HERZOG: Können Sie Berufliches und Privates genauso gut trennen?
Herr La Mechky: Die Grenzen sind hier fließend. Zum Feierabend wird dann erst mal was getrunken.
Frau Herzog: Ein fließender Übergang.

HERZOG: Kommt es denn ab und zu auch mal zu Missverständnissen?
Frau Herzog: Bei uns eigentlich nie (räuspert sich verlegen), nur gelegentlich mit Außenstehenden. Bei falschem Lesen kommt es zu Bestellungen, Tattooanfragen oder Krankheiten mit Bitte um Behandlung.
Herr La Mechky: Jedoch könnte man sich an diese Themen in Zukunft auch mal rantrauen (nachdenklich). Ich habe schon mal überlegt, dass eine medizinische Fortbildung sinnvoll sein könnte. Ein Tattoo entwerfen kann ich. Stechen, nun ja – manchmal ist es besser, Aufträge rauszugeben.
Frau Herzog: Bei Anfragen für Tattooentwürfe wird es bei meinem Mann sicherlich zu keinen Missverständnissen mehr kommen. Er hat da so seine Erfahrungen gemacht…
HERZOG: Können Sie das weiter ausführen?
Frau Herzog: Das möchte ich dem Herrn doch lieber selbst überlassen.
Herr La Mechky: Kennen Sie das schöne Lied von der tätowierten Rose? Nein? Nun, dann reden wir nicht weiter drüber.

HERZOG: Dann noch eine letzte Frage. Haben Sie schon mal ein therapeutisches Gespräch gebraucht in Ihrer gemeinsamen Zeit?
Frau Herzog: Definitiv.
Herr La Mechky: Bleibt aber auch nicht aus, wenn man sich so lange schon kennt.
(Abschließend gibt uns Herr La Mechky noch seine wichtigste Lebensweisheit mit. Um diese zu demonstrieren, bittet er um eine letzte Frage.)
HERZOG: Wie sind Sie eigentlich zu Ihrem ungewöhnlichen Nachnamen gekommen?
Herr La Mechky: Ich war voll, und es war dunkel. Die Antwort auf fast alle Fragen.

*Entgegen üblicher journalistischer Gepflogenheiten sollen an dieser Stelle die Vornamen des Paares geheim bleiben – diese sind der Redaktion bekannt, sollen aber auf besonderen Wunsch hin nicht auch noch öffentlich werden.


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