Start Galerie 2024 Op jeder Eck wod Lazarus jepreck

Op jeder Eck wod Lazarus jepreck

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„Zo Jülich wied, wie allbekannt, de Lazarus jepreck. Drömm freut sich dorop jong on alt on och so manche Jeck“, heißt es im Nationallied und so beginnt natürlich auch in jedem Jahr der Umzug der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus am Hexenturm. Von dort aus geht es auf die knapp acht Kilometer Strecke, die die Lazarusbrüder quer durch die Stadt führt. Im 324. Jahr zogen sie durch die Straßen, trugen „dä Mann“ zu 20 Stationen, an denen sie den Strohmann aufwarfen, sicher im Tuch fingen und ihre Reimchen vortrugen. Halt gemacht wurde an Seniorenheimen, an denen die Achtung und Wertschätzung für die Bewohner zum Ausdruck gebracht wurde: „Ihr sett die Lüüt,-,die all dat opjebaut hant,Noh em Kreech,-,als alles wohr verbrannt. Dröm jilt üch immer,-,onser Intresse, Denn wir wedde üch,-,nie verjesse“ hießen hier die Verse. Besucht werden stets auch Freunden und Förderern und Institutionen, etwa das Krankenhaus. Hier wurden nicht nur das Haus und das Personal gelobt, sondern auch kritisch Partei bezogen für die Belegschaft: „En vernönftije Bezahlung,-,moß doh sicher senn, Söns krieje mir demnächs,-,doh ja keene mie hin.“ Das galt auch für die Polizei, wo ebenfalls Station gemacht wurde, denn im Dienst „kann et,-,sujar passiere, Dat se et ejene,-,Läeve riskiere. Och wir könnte ohne,-,üch net trecke, Un Fastelovendsdiensdaach,-,dä Mann net precke. Dröm danke me üch,-,ens janz direck, Op oss Polizei,-,dreimohl Jood Preck.“

Besonders gefeiert wurde in diesem Jahr Hexenturmordens-Trägerin Erika Müller-Bong, die ab mittags die Gruppe begleitet. „Noh 50 Johr,-,krooche me et noch ens hin, Der Orden jeht widder,-, an en Pattühm-in. Ob Kostüm oder Reperatur,-,op die Schnelle, Mit flinker Hand,-,is Erika zur Stelle. Och vür dä Lazarus,-,hätt se off jett jedrieht,
Onger anderem oss Kappe,-,zosammejenieht. Vereinsübergreifend,-,is se net zo ersetze, Erika, der Orden,- der kütt von Hätze“, ließen die Lazarusbrüder ihre Patin wissen. Diese strahlte übers ganze Gesicht und trat nach Aufforderung auch mit ans Tuch. Da „flöch dä Mann“ und landete unter Applaus der Gästeschar aus der hauseigenen KG Rursternchen auch wieder sicher.

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Das galt auch vier Stunden später wieder, als vor dem Rathaus unter großer Beteiligung großer und kleiner Menschen aus Jülich der Lazarus aufgeworfen wurde – hier verstärkte auch Vorjahres-Pattühm Axel Fuchs das Tuch-Team. Ein ungewöhnlicher Ort, der gewählt wurde, weil der Stammplatz am Marktplatz derzeit Baustelle ist. Dem Bürgermeister und der „Stadt“ hatte die Historische Gesellschaft Lob mitgebracht. „Der Maat is en Baustell,-,die is bald weg,Dann sitt der demnächs us,-,wie jeleck. Deshalb konnte mir,-,och hüüt do net precke, Un moohte nom Neue Roothuus,-,ömtrecke.
An jede Eck,-,wied sich dann verzällt, Die Stadt sitt us,-,wie us em Ei jepellt.“

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Zum Video, der Dank gilt Olaf Kiel (Drohne) und Tom Besselmann (Video und Schnitt)


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