Start Magazin Gesundheit Nachfolgemangel: Praxis schließt

Nachfolgemangel: Praxis schließt

Trotz intensiver Suche findet das Medizinische Versorgungszentrum Rur (MVZ) keinen Nachfolger für die hausärztliche Versorgung. Die Praxis Niederzier schließt somit zum 31. März. Es besteht die Option der weiteren hausärztlichen Versorgung in der MVZ-Praxis in Langerwehe.

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Trotz aller Bemühungen ist es nicht gelungen, eine Ärztin oder einen Arzt als Nachfolger für den Standort Niederzier des Medizinischen Versorgungszentrums Rur (MVZ) zu finden. „Wir müssen die Praxis daher zum 31. März endgültig schließen“, bedauert Geschäftsführerin Kathleen Büttner-Hoigt. Patientinnen und Patienten werden gebeten, sich an die umliegenden Ärzte zu wenden, zudem besteht die Option der weiteren hausärztlichen Versorgung in der MVZ-Praxis in Langerwehe.

In den vergangenen Monaten wurde intensiv nach einer Nachfolgerin beziehungsweise einem Nachfolger für die ausgeschiedene bisherige Allgemeinmedizinerin gesucht. „Leider ohne Erfolg. Der Ärztemangel nimmt in Deutschland stetig zu und wird auch in unserer Region schmerzhaft wahrgenommen“, bilanziert Dr. med. Horst Kinkel, Ärztlicher Leiter des MVZ Rur. Um die Patientenversorgung aufrecht zu erhalten, wurde eine Überbrückungslösung mit zwei Ärzten geschaffen, die bislang in der Praxis als Vertretung eingestellt sind. Die Möglichkeit für eine solche Zwischenlösung endet jedoch am Monatsende.

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„Es kein Einzelfall, dass auch nach jahrelanger Suche oft kein Praxisnachfolger gefunden wird“, bedauert Dr. Horst Kinkel. Schon seit längerer Zeit versuchen Politik und die Kassenärztliche Vereinigung dem entgegenzusteuern. Trotzdem sinkt die Bereitschaft junger Ärzte für die Niederlassung in der eigenen Praxis. Wesentlicher Grund hierfür sei, dass die Übernahme einer Praxis nicht mehr mit den heutigen Arbeits-Vorstellungen junger Ärztinnen und Ärzte in Einklang zu bringen ist. Ein Arzt mit einem eigenen Praxissitz muss beispielsweise in der Woche eine Erreichbarkeit von 48 Stunden sicherstellen und mindestens 26 Stunden Sprechstundenzeit in der Woche anbieten. Hausbesuche, Verwaltungsarbeit, die Pflicht zur eigenen Fortbildung und Personalmanagement sind nur einige Dinge, die darüber hinaus zu regeln sind. Zudem besteht ein finanzielles Risiko, das mancher junge Arzt oder Ärztin scheut. „Nur zehn Prozent aller Medizinstudenten kann sich überhaupt eine Tätigkeit als Hausarzt vorstellen“, berichtet der Mediziner.

Diese Entwicklung wird sich in Zukunft für Patientinnen und Patienten noch deutlicher bemerkbar machen. Mehr als 30 Prozent der niedergelassenen Ärzte in Düren sind älter als 60 Jahre, so dass das Problem der patientennahen (hausärztlichen) Versorgung noch größer werden wird. Aktuell sind bereits mehrere Hausarztsitze noch nicht wiederbesetzt. Das MVZ Rur wurde 2015 gegründet, um einen weiteren Lösungsweg zu ermöglichen. Ähnlich wie in Praxisgemeinschaften arbeiten mehrere Ärztinnen und Ärzte an einem Ort und versorgen gemeinsam die Patienten. So können unter anderem flexible Arbeitszeiten ermöglicht werden. An den MVZ-Rur Standorten Gey und Langerwehe sind jeweils zwei Ärzte, die gemeinsam dort arbeiten. An beiden Standorten ist es gelungen, scheidende Ärzte durch junge Kolleginnen und Kollegen zu ersetzen.


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