Start Magazin Kunst & Design Ahoi Seemann ahoi…

Ahoi Seemann ahoi…

Danke, Dieter!

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Dieter Laue | Grafik: HERZOG
Dieter Laue | Grafik: HERZOG
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Damals, als alles begann… bei einem Milchkaffee im Liebevoll, die erste vorsichtige Begegnung und der Antritt einer Reise ins Ungewisse. Wir kannten uns nicht und ließen uns auf eine fixe Idee namens Herzog ein… Alles war neu und so titelte die erste Ausgabe mit deiner Titelgeschichte „Neu hier“.

Dein erster Satz… „Einen aufgeschütteten Berg, die Sophienhöhe. Ich wohne in Daubenrath.“ Ein langsamer, vorsichtiger Beginn, doch direkt im zweiten Absatz schlägst du in deiner unnachahmlichen Weise den Leser in den Bann, verführst ihn mit Worten und Bildern und forderst ihn auf genau hinzusehen und verlangst volle Aufmerksamkeit.

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„Nach heftigen Regenfällen zeigten sich auf den Wegen manchmal noch Ziegelreste und Putz auf dem Grund der Rinnsale, manchmal sogar mit einem Kachelrest darauf. Eine glacierte Scherbe, das Fragment eines Ornaments. Pfanzliches, Ranken, Jugendstil. Die Farben Jade, Champagner, Schilfgrün. Woher ich das so genau weiß? Ich bin Maler.“

Dein vielleicht längster Satz… gefunden zum
Thema Seitensprung in Ausgabe 2: „Das sind auch keine Randerscheinungen, sondern wird auf den höchsten Rängen des Metiers, von Rubens, Leonardo oder Rembrandt in Szene
gesetzt, Judith schmückt ihre Brüste für den Holofernes (Tiépolo) und der verliert dabei Kopf und Kragen (Caravaggio), Salome tanzt sich bei Klimt, Nolde oder Hrdlicka vor dem Herodes
immer freier, so dass Johannes der Täufer davon kopflos wird und König David schickt den Gatten der schon erwähnten Bathseba für ein ungestörtes Schäferstündchen als Heerführer der ersten Reihe in den sicheren Tod in die Schlacht: Dem Seitensprung haftet offenbar eine fatale Dimension an, man verliert leicht seinen Kopf dabei.“ Beim Redigieren habe ich gefühlt, so manches Mal meinen Kopf verloren oder den Verstand. Wieder und wieder lasen wir deine Zeilen… Mit Gewinn…

Deine schönste Geschichte… fand ich zum Thema fertig in Ausgabe 3: „Ganz anders der Maler Andre Derain. Er war der Schrecken der Museen und man musste ihm am Ende Hausverbot erteilen. Immer wieder besuchte er seine dort ausgestellten Werke, ging eine Weile vor den Gemälden auf und ab, flanierte wie prüfend an ihnen entlang, um dann eine kleine Palette und Pinsel unter seinem Mantel hervorzuziehen und neue Lichter und Akzente in seine Arbeiten zu setzen.“

Mein Lieblingssatz… Du und ich sind eben nicht in erster Linie Physik und Chemie, unsere Umlaufbahnen sind extrem labil und mehr von der Psychologie, von Wort und Suggestion bestimmt.

Und dein fast letzter Satz… Letztlich begannen wir uns schon zu langweilen und nach vier Jahren war es dann genug: schließlich waren wir Künstler und keine Zirkusdirektoren.  Nach
vier Jahren und ein wenig mehr geht für dich das Autorenprojekt für den Herzog zu Ende, du bist nicht mehr „Neu hier“, sondern „leider weg“, wieder in Köln…

Danke, für alle Worte (38.896), und für die Freude deinen Gedanken folgen zu dürfen…

ahoi…     


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