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Frauen und Mädchen Gesicht und Stimme geben

„Das Schicksal von geflüchteten Frauen und Mädchen sollte mehr sein als eine Randnotiz in den Geschichtsbüchern“ - das ist der Leitgedanke der Wanderausstellung „Zwischen den Fronten – Frauen auf der Flucht von und nach Europa“, die noch bis zum 24. November von der Gleichstellungsstelle der Stadt Jülich im Foyer des Neuen Rathauses der Stadt Jülich präsentiert wird.

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Großes Interesse gab es zur Eröffnung der Ausstellung Ausstellung „Zwischen den Fronten – Frauen auf der Flucht von und nach Europa“ im Jülicher Rathaus. Foto: Stadt Jülich/Stein
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Die 17 großformatigen Plakate widmen sich dem Schicksal geflüchteter Frauen nach Themenkreisen geordnet, beginnend in der Antike. „Denn Flucht ist kein neues Phänomen“, so Bürgermeister Axel Fuchs in seiner Eröffnungsrede. „Motive sind so vielfältig wie die Menschen selbst, haben sich aber bis heute nicht verändert – Krieg und Verfolgung, Armut und Hunger, Unterdrückung und Gewalt – auch besonders geschlechtsspezifisch gegen Frauen. „Seit der so genannten Flüchtlingswelle in 2015 erlangt das Thema eine ständige mediale und gesellschaftspolitische Präsenz“, so Fuchs. „Was es bedeutet, von Krieg und Zerstörung im eigenen Heimatland betroffen zu sein, haben die Jülicher Bürgerinnen und Bürger selbst leidvoll erfahren müssen.“

Zwei Tage nach der Ausstellungseröffnung jährte sich zum 73. Mal der Tag der Zerstörung Jülichs. „Durch den Luftangriff britischer Kampfflugzeuge im November 1944 wurde unsere Stadt innerhalb kürzester Zeit völlig zerstört. Den Frauen, die maßgeblich am Wiederaufbau Jülichs beteiligt waren wurde auf dem Schlossplatz ein Denkmal gesetzt. Doch viel zu oft sind sie nur eine Randnotiz in den Geschichtsbüchern.“

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Sein Dank galt Annelene Adolphs vom Europaverein GPB e.V., die die Ausstellung nach einer Idee der Gleichstellungsstelle Stolberg in monatelanger Recherche entwickelt hat sowie Jessica Fischer, die als Jülicher Gleichstellungsbeauftragte diese nach Jülich geholt hat.
„Die Ausstellung gibt diesen Frauen und Mädchen ein Gesicht und eine Stimme. Denn die Ereignisse wiederholen sich, immer und immer wieder und gerade heute müssen wir uns die Frage stellen ,Was haben wir aus der Vergangenheit gelernt?‘ Der Schutz von Flüchtlingen, insbesondere von Frauen, Mädchen und Kindern, ist unsere gemeinsame Verantwortung. Deshalb bitte ich Sie, tragen Sie die Eindrücke, die Sie hier sammeln werden, an Ihre Familie und Bekannten weiter, ermutigen Sie zur Auseinandersetzung mit dem Thema und dem Besuch der Ausstellung und geben auch Sie somit den Sprachlosen eine Stimme.“, so Jessica Fischer.

Peter Schöner, Präsident des Europavereins GPB e.V. mahnte eindringlich, den finanziellen Beitrag zu erhöhen, den Deutschland in Entwicklungshilfe investiert. Gleichzeitig dankte er den vielen Ehrenamtlern, die sich in der Flüchtlingshilfe in Jülich engagieren – ohne die eine Verwaltung die Aufgaben nicht bewältigen könne.

Umfassend führte schließlich Annelene Adolphs in das Thema ein und die Besucher durch die Ausstellung. Sie beeindruckte mit dem Ergebnis ihrer intensiven Recherche bei der Erstellung dieser Ausstellung. „Seit Beginn der Menschheitsgeschichte verlassen Frauen, Männer und Kinder aus den unterschiedlichsten Gründen ihre Heimat, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch gerade heute scheint das Thema aktueller denn je“, so Annelene Adolphs. „ Ende 2016 waren 65,6 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. So viele wie noch nie zuvor. Mindestens die Hälfte der Schutzsuchenden ist weiblich. Was erleben diese Frauen und Mädchen auf ihrer Flucht? Erreichen sie überhaupt je ihr Ziel? Und welche Lehren ziehen wir aus der Vergangenheit?“ Diesen Fragen geht die Ausstellung auf eindrucksvolle Art und Weise nach und gibt somit den Frauen und Mädchen über die Jahrtausende eine Stimme.

Eine Besichtigung ist während der Öffnungszeiten des Rathauses möglich. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Gleichstellungsbeauftragten Jessica Fischer unter Tel. 02461/63-377 oder per Email [email protected].


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