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Vater sein dagegen sehr

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Sympathie für Pechvögel ist eine gern gespielte Karte von Erzählern. Dass dazu immer auch ein bisschen „fremdschämen“ gehört, liegt oft in der Natur der Sache. James Gould-Bourn gelingt es auf einnehmende Weise den Witwer und alleinerziehenden Vater Danny Malooley ans Leserherz zu legen. Dabei ist „Pandatage“ kein Frauen- oder Frauenversteherbuch, auch wenn eine einzigartige Vater-Sohn-Beziehung im Mittelpunkt steht. Die ganze Klaviatur der Gefühle wird bedient: Trauer, Situationskomik, Demütigung, Rührung und auch Gewalt sind Thema.

Der Protagonist will stark sein für seinen Sohn, verschweigt, was er besser erzählen sollte. Jedem Leser ist klar: Das kann nicht gut gehen. Der Sohn ist pubertierend und hat seine geliebte Mutter verloren. Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Das Spielen mit den Erwartung ist eines, das der Autor meistert, weil es nicht in die Banalität abgleitet und immer wieder das Unerwartete in Form von Begegnungen mit Menschen und Gegebenheiten erzählt wird. Die Geschichte von dem Bauarbeiter, der das Tanzen lernt, vom Sohne, der das Sprechen wieder lernen muss, von kriminellen Vermietern, etwas halbseidenen „Dame“ und einem knallharten Russen, der… das sollte man selber lesen. Alles fügt sich wundersam zusammen und bleibt überraschend bis zum Ende.

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Als Leitmotiv über dem Buches könnte das Zitat des allwissenden Puuh-Bär stehen: „Du bist mutiger als Du meinst, stärker als Du scheinst und klüger als Du denkst.“

BUCHINFORMATION
James Gould-Bourn: „Pandatage“ | 384 Seiten | Kiepenheuer&Witsch | ISBN: 978-3-462-05364-7 | 20,- Euro


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