Nach vielen Stunden Planung und Bauarbeit war es im Dezember endlich so weit: Unsere selbstgebaute Sternwarte konnte uns zum ersten Mal ein Foto von ganz besonderen Objekten schießen. Geschossen haben das Foto Dr. Simon Zierke und Matthias Kranich. An dem darauffolgenden Freitag wurden wir darüber aufgeklärt, was wir hier überhaupt sehen. Im Sternbild Schütze kann man rund um den Stern „Alnitak“ (mitte links) wunderschöne Nebelgebiete erkennen. Unter dem Stern befindet sich der sogenannte Flammennebel (NGC 2024) und etwas weiter rechts der Pferdekopfnebel (IC 434).
Eine Handy- oder Digitalkamera reicht für solche Aufnahmen nicht aus – auch nicht wenn ein Teleskop verwendet wird. Wie also wurden die Bilder aufgenommen? In der Astrofotografie wird mit sogenannten LRGB-Aufnahmen gearbeitet, die mit langen Belichtungszeiten und serienweise entstehen. Die Buchstaben stehen für Luminanz, Rot, Grün und Blau. Hierzu wird eine Schwarz-Weiß-Kamera verwendet, die auf den vier verschiedenen Kanälen (L,R,G und B) separat aufnimmt. Auf dem Luminanz-Bild wird das gesamte Farbspektrum aufgenommen, in den Farbkanälen jeweils nur bei Wellenlängen von 600-700nm (Rot), 500-600nm (Grün) und 400-500nm (Blau). Später werden die Aufnahmen mit Computerprogrammen übereinandergelegt und bearbeitet, so dass ein Bild entsteht, das auch das menschliche Auge sehen würde – wäre es empfindlich genug
Denn Empfindlichkeit und Detailgenauigkeit sind die Hauptgründe für das Verwenden dieses Verfahrens. LRGB-Bilder sind bei kürzerer Aufnahmezeit detailgenauer als gewöhnliche Farbaufnahmen und rauschen weniger (als Bildrauschen bezeichnet man zufällige bunte Pixel in dunkleren Bereichen des Bildes oder unregelmäßige Helligkeitsveränderungen). Und so wurde es auch für uns Hobbyastronomen möglich, detailreiche Bilder entfernter astronomischer Objekte aufzunehmen – wie dem populären Pferdekopfnebel.
Unsere Sternenwarte war seit Frühjahr 2024 ein Projekt, an dem jeder im AstroClub freiwillig mithelfen konnte. Wir Jugendlichen konnten dabei nicht nur viel Theorie über die spätere Anwendung lernen, sondern auch über handwerkliche Dinge wie Betongießen, Schrauben, Silikonieren und viele weitere Dinge, die eine Kuppel eben braucht, um zu funktionieren. Nachdem die Kuppel stand, brauchten wir noch eine Software, um die Kuppel voll funktionsfähig zu machen und die Fotos auch von zu Hause aus schießen zu können. Nach ein paar weiteren Monaten hatten wir dann endlich Hard- und Software und konnten dieses schöne Foto schießen.
Sollte Ihr Interesse an Astronomie, Astrophysik oder Astrofotografie geweckt worden sein, freuen wir uns jederzeit über neue AstroClub-Mitglieder! Sie finden uns jeden Freitag ab 19 Uhr im Science College Overbach oder auf unserem Instagram Account (@astro_club.sc).



















