„Wir sind als Verein breit aufgestellt“, stellt Karl-Heinz Albersmeier, bis vor Kurzem als erster Vorsitzender des Grün-Weiß Welldorf-Güsten für die Geschicke des Vereins verantwortlich, fest. „Aber es geht natürlich immer besser,“ schiebt er grinsend hinterher. Eine nachvollziehbare Sicht, denn es gibt viel zu tun am Sportplatz.
Eine „breit aufgestellte“ Basis im Sinne vieler Freiwilliger, die auch bereit sind, zu Bohrer und Schippe zu greifen und sich im Wortsinn die Hände schmutzig zu machen, ist denn auch genau das, was GWWG im Moment braucht. Gleich beim Betreten des Vereinsgeländes fällt der Blick auf große Kies- und Sandhaufen, auf Bagger, Bauzäune und große schwarze Plastikrollen. „Da steckt der Rollrasen drin“, weist Armin Pahl auf den pyramidenartigen Stapel.

Armin Pahl und „Kalle“ Albersmeier sind als „Bauherren“ die Köpfe hinter dem Projekt Jugendarena, so der neue erste Vorsitzende Daniel Thauer. Zwar wehren die so Bezeichneten bescheiden ab, erklären, erzählen und zeigen dann aber so Vieles, dass der Ausdruck doch irgendwie passend erscheint. Ohne die vielen anderen helfenden Hände jedoch, das betont das Duo immer wieder, würde ihr Verein wohl keinen neuen Platz bekommen. „Gleich beim ersten Aufruf zum Zaun aufstellen haben sich 20 Leute gemeldet“, nennt Pahl ein Beispiel.
Bereits Ende letzten Jahres waren die Planungen für den Neubau eines Jugendplatzes in die finale Phase gegangen. Von der Stadt gab es grünes Licht, Geldgeber für große und kleine Summen fanden sich ebenfalls. Einen Teil zur üppigen Gesamtsumme von „grob überschlagenen“ 150.000 Euro tragen übrigens die kleinen silberfarbenen Schilder bei, die potentielle Unterstützer für 150 Euro kaufen, mit ihrem Namen versehen lassen und später an der Fassade des Vereinsheims bewundern können. Ein Erfolgsmodell, das nicht nur Bundesligisten schon ausprobiert haben, sondern die Grün-Weißen in der Vergangenheit ebenfalls umgesetzt haben. Damals ging es um die Finanzierung des ersten Welldorf-Güstener Kunstrasens.
Noch fehlt ein „bisschen was“ zur vollständigen Deckung der notwendigen Summe, Spenden seien also weiterhin willkommen, es „trifft keinen Reichen“, schmunzeln die Verantwortlichen.

„Wenn alles gut läuft, dann dürfte der Platz nach den Ferien fertig sein“, blicken die Bauherren und ihr Vorsitzender optimistisch in die Zukunft. Zunächst musste ausgeschachtet werden – dafür stand schweres Gerät bereit – dann wurden Drainagerohre verlegt, mit Vulkangestein aufgeschüttet, mit etwas feinerem Material aufgefüllt und alles eingeebnet und gewalzt. Deswegen herrschte zwischenzeitlich striktes Betretungsverbot, vor allem mit Stollenschuhen. Diese hätten den vorbereiteten Platz nachhaltig schädigen können, noch bevor die Gummimatte und schließlich der fein säuberlich aufgestapelte Kunstrasen ausgerollt werden konnte. Die Zaunelemente sind „recycelt“. Früher rahmten sie den Bourheimer Sportplatz ein. Nachdem sie dort nicht mehr benötigt wurden, hatte die Stadtverwaltung unbürokratisch ermöglicht, dass der eine Verein sie vom anderen übernehmen konnte. Überhaupt betonen alle Beteiligten einmütig, wie gut die Zusammenarbeit mit dem Sportamt der Stadt funktioniert habe.

37 mal 70 Meter groß ist der neue Platz, damit sind Meisterschaftsspiele bis zur D-Jugend möglich, was die Spielplanung beim SV Grün-Weiß deutlich vereinfacht. Fürs Training können alle Altersklassen den neuen Platz nutzen. „Das bringt den Verein noch einmal deutlich nach vorn“, fasst es Karl-Heinz Albersmeier zusammen. Weitere Projekte zur „Verbesserung der Infrastruktur“ sind übrigens bereits in Planung, lassen die Verantwortlichen durchblicken. Welche das sind, wird noch nicht verraten. Nur eines: Angegangen wird jedwedes Folgeprojekt erst dann, wenn die Finanzierung sicher ist. „So haben wir das immer gemacht, nach und nach, und immer nur so viel, wie Geld da war“, beschreibt Pahl das Erfolgsrezept und weist mit einem „Haben wir auch selbst gemacht“ auf das Vereinsheim.
Spätestens Anfang September müssen die Bauarbeiten zwingend fertig sein: Anfang September, vom 4. bis zum 6., wird auf den Welldorf-Güstener Plätzen nämlich „Unser Dorf spielt Fußball“ angepfiffen. Die offizielle Einweihung soll am letzten Turniertag „ins Programm integriert werden“, verrät Daniel Thauer schon jetzt.





















