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Brunnenwasser auf Nitrat untersucht

Über 60 Proben aus privaten Brunnen sind in den letzten fünf Jahren auf ihre Nitratbelastung untersucht worden. Das Ergebnis sei teilweise erschreckend, befindet der VSR-Gewässeschutz.

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Harald Gülzow erläutert die Nitratbelastung in Düren. Fotograf: Ruben Wiltsch
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In den letzten fünf Jahren hielt das Labormobil vom VSR-Gewässerschutz in Jülich und verschiedenen anderen Städten im Kreis. Dort konnten Bürger eine Brunnenwasseranalyse durchführen lassen. Zusätzlich sandten viele Menschen Wasserproben per Post zur Untersuchung ein. Nun stellt die gemeinnützige Organisation die Nitratbelastung des Grundwassers im Kreis zwischen 2021 und 2025 mit Hilfe der 62 Brunnenwasseruntersuchungen dar.

Der VSR-Gewässerschutz hat in diesem Zeitraum in vielen Gartenbrunnen Nitratwerte über 50 Milligramm pro Liter. Die Nitratrichtlinie verpflichtet allerdings bereits seit 1991 dazu diese Überschreitungen im Grundwasser zu verhindern. „Wir haben festgestellt, dass in dem untersuchten Zeitraum 38,7 Prozent der Brunnenwasserproben im Kreis Düren den Grenzwert der Nitratrichtlinie überschreiten. Besonders schockierend ist, dass 8,1 Prozent der Brunnen sogar über 100 Milligram pro Liter Nitrat liegen,“ erläutert Harald Gülzow, der die Nitratuntersuchungen von Anfang an begleitet. „Es zeigt sich, dass dringender Handlungsbedarf besteht um die Nitratbelastung zu senken,“ ist sein Fazit. Er erklärt, dass der VSR-Gewässerschutz auch dieses Jahr wieder mit dem Labormobil in den Kreis Düren kommen wird, um die Entwicklung der Nitratbelastung weiter zu beobachten. Auf der Homepage stellt der VSR-Gewässerschutz weitere Ergebnisse und die dazugehörigen Grafiken der Auswertung aus dem Kreis Düren dar. Auch die Termine, wann das Labormobil in der Region hält, sind dort zu finden.

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Die nitratbelasteten Gartenbrunnen lägen außerhalb der Wasserschutzgebiete von der öffentlichen Trinkwasserversorgung, so der Verein. In den speziell ausgewiesenen Bereichen zum Schutz von Grundwasser hätten viele Wasserversorger bereits frühzeitig gehandelt um die Nitratbelastung zu verringern. Der VSR-Gewässerschutz weist darauf hin, dass die Nitratbelastung dringend flächendeckend auch außerhalb von Wasserschutzgebieten gesenkt werden müsse. Die Gartenbesitzer sollen das eigene Brunnenwasser ohne gesundheitliche Risiken für Tier und Mensch beim Gießen, Befüllen eines Teichs und als Tränkwasser nutzen können. Außerdem sickert das nitratbelastete Grundwasser den Bächen und Flüssen zu. Diese transportieren das Nitrat in die Nordsee. Dort richtet die Nährstofffracht großen Schaden an. Es kommt zu einem starken Algenwachstum, das die Wasserlebewesen gefährdet. „Eine Verringerung der Nitratbelastung ist dringend nötig um die Artenvielfalt zu fördern,“ erklärt Harald Gülzow.

Der VSR-Gewässerschutz wurde 1980 unter dem Namen „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse“ als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen gegründet und setzt sich seit über vier Jahrzehnten für sauberes Wasser ein. Die gemeinnützige Organisation führt Untersuchungen von Grundwasser und Fließgewässern durch. Die Beprobung von Flüssen und Bächen kann der VSR-Gewässerschutz selbst durchführen. Bei den Wasserproben vom Grundwasser ist der Verein jedoch auf die Mithilfe von Brunnenbesitzern angewiesen.


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