In Jülich hat sich ein neuer Verein gegründet: „Queeres Leben Jülich e.V.“. Ziel der Initiative ist es, die Sichtbarkeit queerer Menschen in der Region zu stärken und sich gegen Diskriminierung einzusetzen. Wie es markig zu Vereinsgründungen heißt: Sieben Freunde müsst ihr sein. Zur Gründungsversammlung waren acht Interessierte zum Stammsitz der Katholischen Studierendengemeinde (KSG) in Jülich gekommen. Wichtigste Amtshandlung ist immer die Bestimmung der „Köpfe“: Zum Vorstand wurden Jens Konzelmann, Moritz Stracke, Lucas Eugster und Volker Ruckdäsche gewählt.
Die Initiative entstand im Zusammenhang mit den Planungen für einen Christopher Street Day (CSD) in der Stadt. Der Verein soll künftig als organisatorische Basis für entsprechende Veranstaltungen dienen. Ein wichtiger Impuls für die Gründung war auch der Christopher Street Day in Düren: Dort stellten die Initiatoren fest, dass die Teilnehmerzahl vergleichsweise gering war. Diese Beobachtung bestärkte sie darin, eigene Strukturen vor Ort aufzubauen und mit einem CSD in Jülich ein zusätzliches Zeichen für Sichtbarkeit und Akzeptanz zu setzen.
Stattfinden soll die Premiere des Christopher Street Day in Jülich Samstag, 20. Juni. Ein Demozug unter dem Titel „Laut & Stolz“ ist geplant, der sich um 12.30 Uhr am Bahnhof Jülich sammeln soll. Der Abmarsch ist für 14 Uhr vorgesehen. Die Route soll durch die Stadt bis zum Schlossplatz ziehen, wo sich eine Kundgebung anschließen soll. Das Ende wird nach Aussage der Veranstaltung gegen 18 / 19 Uhr sein. „Nach der Demo ist noch lange nicht Schluss“, heißt es allerdings im Insta-Post. Bis 22 Uhr soll auf dem Schlossplatz Gelegenheit für Vernetzung, Austausch und Feierlichkeiten sein. Mitstreiter für die Sache werden ebenfalls gerne genommen.
Nach Angaben der Initiatoren möchte sich der Verein langfristig für Vielfalt, Akzeptanz und den Schutz vor Diskriminierung einsetzen. Gleichzeitig soll er eine Anlaufstelle für queere Menschen in Jülich und den umliegenden Orten werden. Gerade in kleineren Städten und im ländlichen Raum sei queeres Leben häufig weniger sichtbar.
Geplant sind unter anderem Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Vielfalt. Dazu zählen beispielsweise Informations- und Aufklärungsangebote sowie Beteiligungen an lokalen Veranstaltungen. Auch gemeinsame Treffen und niedrigschwellige Angebote für Interessierte sind denkbar. Ein zentrales Projekt ist die Organisation eines CSD in Jülich in diesem Jahr. Darüber hinaus möchte der Verein bei verschiedenen Veranstaltungen in der Region Präsenz zeigen und so auf die Anliegen der queeren Community aufmerksam machen.
Interessierte können sich über soziale Netzwerke über den Verein informieren und Kontakt aufnehmen. Ein Instagram-Account sowie weitere Online-Kanäle sollen in Kürze eingerichtet werden. Mit der Vereinsgründung soll die Arbeit für queere Sichtbarkeit in Jülich langfristig auf ein festes organisatorisches Fundament gestellt werden.



















