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Schwieriges Umfeld, gutes Ergebnis

Sparkasse Düren stellt Bilanz für das Jahr 2022 vor. Fünf Millionen Euro Überschuss.

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Sparkasse Vorstand
Vorstandsvorsitzender Uwe Willner (links) und Vorstand Dr. Gregor Broschinski stellten die Jahresbilanz 2022 der Sparkasse Düren vor. Foto: Stephan Johnen
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Zum Jahresanfang gab es noch ein bisschen Corona, seit Ende Februar herrscht Krieg in Osteuropa, eine galoppierende Inflation zehrt an der finanziellen Belastbarkeit der Menschen und das politische Hin und Her nicht nur beim Thema Heizungstausch sorgt zusätzlich für Verunsicherung. Kurzum: „Es war schon einmal einfacher, Kunden zu beraten“, blickt Sparkassenvorstand Dr. Gregor Broschinski auf das Geschäftsjahr 2022 zurück. „Jeder einzelne dieser Punkte hätte dafür sorgen können, dass wir schlechte Zahlen schreiben“, ergänzte der Vorstandsvorsitzende Uwe Willner am Montagnachmittag bei der Vorstellung des Zahlenwerks. In einem Satz: In einem schwierigen Umfeld hat die Sparkasse ein solides Ergebnis erwirtschaftet. Die Bilanzsumme des kommunalen Kreditinstituts wurde erstmals auf über fünf Milliarden Euro gesteigert, der Jahresüberschuss für 2022 beträgt fünf Millionen Euro. Waren die Jahre 2020 und 2021 vor allem von der Covid-19-Pandemie geprägt, sollte 2022 eigentlich zum Jahr der wirtschaftlichen Erholung werden. Soweit die allgemeine Hoffnung. Es kam bekanntlich anders.

„Nach 2406 Tagen mit Negativzinsen, zwei Wechseln an der EZB-Spitze, drei Bundestagswahlen und 13 Trainern bei Schalke gab es plötzlich wieder Zinsen. Das war eine Drehung, die wir haben wollten, aber nicht in dieser kurzen Zeit“, kommentiert Georg Broschinski den Anstieg des Leitzinses ab Juli 2022 von -0,5 auf 3,7 Prozent. Die private Baufinanzierung, die lange Zeit nur eine Richtung kannte, brach mehr oder weniger ein – bei der Sparkasse mit 60 Prozent Rückgang weniger als im Gesamtmarkt (bis zu minus 80 Prozent). Rund 237 Millionen Euro stellte die Sparkasse Immobilienkäufern 2022 dennoch zur Verfügung; ein „zufriedenstellendes Ergebnis“. Die Neuausrichtung der Immobilien-Tochter „S-Immobilien“ soll trotz des schwierigen Marktumfeldes fortgesetzt werden, die Sparkasse will Platzhirsch im Kreis Düren werden. Von den Unsicherheiten rund um Bauzinsen und Sanierungsauflagen profitiert hingegen das Bauspargeschäft. Die Kunden schlossen Verträge in Höhe von 78,2 Millionen Euro ab, um sich die aktuellen Zinsen für die Zukunft zu sichern. Ein Plus von rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Große Einbrüche oder gar Verluste musste die Sparkasse nicht verkraften. Die Einlagen der Kundinnen und Kunden stiegen sogar leicht auf 3,9 Milliarden Euro. Das Kreditvolumen blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 3,3 Milliarden Euro auf gleichem Niveau. Die Vergabe an Unternehmen und Selbstständige legte um 29 Millionen Euro zu, Städte und Gemeinden liehen sich 12 Millionen Euro mehr, Kredite an Privatpersonen hingegen sanken um 1 Million Euro, an sonstige Kreditnehmende wurden 15,6 Millionen Euro weniger ausgezahlt.

„In einem hochinflationärem Umfeld bleiben Sachwerte wie Aktien und Immobilien ein wichtiges Standbein bei Geldanlage und Vermögensaufbau“, bilanzierte Dr. Gregor Broschinski. Erfreulich für den Vorstand: Bei der Sparkasse wurden 8600 neue Depots sowie Fondssparpläne eröffnet, besonders von jüngeren Kunden. Brutto wurden 69 Millionen Euro an Wertpapierfonds platziert. Das Private Banking der Sparkasse setzte den Wachstumskurs fort, das Geschäftsvolumen stieg auf 960 Millionen Euro.

Im Geschäftsjahr 2022 hat die Sparkasse rund 13 Millionen Euro Gewerbe- und Körperschaftssteuer gezahlt und 2,3 Millionen Euro über Spenden und Sponsoring in die Region ausgeschüttet. Im (Corona-)Jahr davor waren es nur 1,7 Millionen Euro. Wurde noch vor zwei Jahren das Geschäftsstellennetz analysiert und ausgedünnt, sollen alle verbliebenen Geldautomaten nun vor Ort bleiben. „Wenn sich die Zentren allerdings verlagern, ziehen die Automaten nach. Wir gehen dorthin, wo die Kunden hinfahren“, sagte Uwe Willner. So wurde mit Aldi-Süd eine Kooperation eingegangen um an einigen Standorten die Parkplätze von Filialen nutzten zu können.

Beim Thema Nachhaltigkeit sieht die Sparkasse noch Nachholbedarf. „Wir stehen am Anfang, wollen aber nicht die letzten sein“, versicherte der Vorstandsvorsitzende. Die Sparkasse wolle zunehmend alle Produkte „in Richtung Grün“ ausrichten und bei diesem Transformationsprozess auch Kunden unterstützen.


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