
Jülich, Eschweiler, Inden, Langerwehe, Linnich, Merzenich, Niederzier, Titz, Erkelenz und Aldenhoven – von Dorfentwicklung über Jugendbeteiligung und Digitalisierung bis hin zu neuen Begegnungsorten: Sieben weitere Projekte sollen mit Unterstützung des LEADER-Programms in der Region umgesetzt werden.
Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) der LEADER-Region Rheinisches Revier an Inde und Rur hat die Vorhaben in ihrer jüngsten Sitzung für eine Förderung ausgewählt. Damit wurden rund 591.000 Euro an LEADER-Mitteln vorbehaltlich der Bewilligung gebunden.
Digitales Wissen und Stadtgeschichte zum Anfassen
Mit „HERZOG digital“ soll das Stadtmagazin HERZOG technisch und redaktionell zu einer Informations- und Bildungsplattform weiterentwickelt werden. Vorgesehen sind unter anderem eine bessere mobile Nutzung, mehr Barrierefreiheit und eine moderne Erschließung des regionalen Archivs. Projektträger ist der Verein HERZOG e.V.; für das Vorhaben sind rund 187.500 Euro LEADER-Förderung vorgesehen.
In Linnich soll Geschichte künftig zudem im Wortsinne greifbar werden. Im Projekt „Geschichte zum Anfassen“ ist ein maßstabsgetreues Bronzemodell der historischen Innenstadt geplant. Das Tastmodell richtet sich insbesondere an blinde und sehbehinderte Menschen und soll zugleich als Ausgangspunkt für Stadtführungen dienen. Projektträger ist „Wir in Linnich e.V.“. Die voraussichtliche Fördersumme beträgt rund 25.340 Euro.
Mehr Raum für Begegnung und Bewegung
Auch der öffentlich zugängliche Schulhof der Merzbachschule in Linnich soll weiterentwickelt werden. Im Projekt „Gipfelstürmer“ sind eine neue Kletterlandschaft und ein Naschgarten vorgesehen. Damit soll ein attraktiver Spiel-, Bewegungs- und Begegnungsort für Schule und Quartier entstehen. Projektträgerin ist die Stadt Linnich. Für das Vorhaben sind voraussichtlich rund 136.419 Euro LEADER-Förderung vorgesehen.
In Krauthausen soll unterdessen der Dorfplatz am Sportplatz zu einem attraktiven Treffpunkt weiterentwickelt werden. Im Rahmen des Projekts „Treffpunkt Krauthausen“ sind unter anderem neue Sitzgelegenheiten, eine Feuerstelle, Spalierbäume und Outdoor-Fitnessgeräte geplant. Projektträger ist der 1. FC Krauthausen 1981 e.V. Die voraussichtliche Fördersumme liegt bei rund 55.641 Euro.
Jugendliche entwickeln Ideen für die Zukunft
Mit dem „Zukunftsatelier“ steht außerdem ein weiteres Mal die Beteiligung junger Menschen im Mittelpunkt. Das Zukunftsatelier „Erste Generation“ soll in die zweite Runde gehen und Jugendliche aus zwei LEADER-Regionen die Möglichkeit eröffnen, eigene Lösungsansätze zu Zukunftsfragen zu entwickeln.
Themen sind unter anderem Bildung, Nachhaltigkeit, Medien, Stadtentwicklung und Mitbestimmung. Projektträgerin ist die LAG Rheinisches Revier an Inde und Rur e.V. selbst. Vorgesehen ist eine Förderung von rund 40.627 Euro. Das erste Zukunftsatelier hat im Mai dieses Jahres stattgefunden.
Neue Impulse für die Dörfer in Langerwehe
Mit dem Projekt „ZusammenWachsen“ möchte die Gemeinde Langerwehe ein hauptamtliches Dorfmanagement etablieren. Dieses soll die Ortsteile stärker miteinander vernetzen, Beteiligungsmöglichkeiten schaffen und Vereine sowie Initiativen bei der Entwicklung neuer Projekte unterstützen. Für das Vorhaben ist eine LEADER-Förderung von voraussichtlich rund 166.634 Euro vorgesehen.
Ebenfalls in Langerwehe soll das Projekt „Wand der Geschichte“ umgesetzt werden. Drei bislang ungestaltete Giebelwände am Töpferbrunnenplatz sollen künstlerisch gestaltet werden. Die Motive sollen die Geschichte der Hauptstraße als Pilger-, Königs- und Töpferstraße aufgreifen. Projektträger ist der I.V. Pro Langerwehe Ulhaus 17 e.V. Die voraussichtliche Fördersumme liegt bei rund 8637 Euro.
Für die sieben nun ausgewählten Vorhaben folgt als nächster Schritt das formale Förderverfahren: Die Projektanträge müssen bei der zuständigen Bezirksregierung eingereicht werden. Erst nach Erhalt der Bewilligung darf mit der Umsetzung begonnen werden.
Nach dieser Runde stehen noch rund 98.000 Euro zur Verfügung: Wer also noch eine Idee für ein Projekt „in der Schublade“ hat, kann sich noch für eine Projektberatung bei der LAG melden.
Plausible Antragsunterlagen können bis zum 27. Januar eingereicht werden. Interessierte Vereine, Kommunen, Initiativen und weitere Projektträgerinnen und Projektträger können sich mit ihren Ideen an das Regionalmanagement entweder per Email an leader@inde-rur.de oder telefonisch unter der Rufnummer 02461 / 801 81 65 wenden.
Karin Piesch, LEADER-Regionalmanagerin, rät: „Wer frühzeitig das Gespräch mit uns sucht, kann viele Fragen schnell klären. Wir begleiten die Projektträgerinnen und Projektträger Schritt für Schritt. Den Weg zur Förderung müssen Engagierte nicht allein gehen.“


















