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Drei Religionen, viele Fragen und ein Haus zum Entdecken

Ein Kinderzimmer, ein Bücherregal, rätselhafte Schrift auf einer Tischdecke: Wer das Abrahamshaus besucht, geht auf Entdeckungsreise. Hier wird gepuzzelt, gesucht und kombiniert. Ganz nebenbei lernen die Besucherinnen und Besucher Judentum, Christentum und Islam kennen. Im November holt die Pfarrei Hl. Maria Magdalena das interaktive Projekt in die Familienkirche St. Franz von Sales.

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Foto: Dorothée Schenk
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„Ein bisschen voneinander mehr wissen“, beschreibt Gemeindereferent Michael Loogen das Anliegen. Welche Feste werden gefeiert? Wie heißt das heilige Buch? Wie sieht ein Gotteshaus aus? Das Abrahamshaus macht solche Fragen zum Ausgangspunkt einer spielerischen Erkundung.

Dabei geht es um Themen, die längst zum Schulalltag gehören. Wie gestaltet man gemeinsame Feiern, wenn Kinder unterschiedlicher Religionen zusammenkommen? Wie lässt sich die eigene Tradition leben und zugleich die der anderen achten? „Wie können wir miteinander in Respekt umgehen, aber nicht vereinnahmen?“, fragt Loogen. Das Projekt soll solche Fragen nicht abschließend lösen. Es soll Wissen vermitteln und das gegenseitige Verständnis fördern.

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Dafür wird die Familienkirche umgeräumt. Wo sonst Gottesdienst gefeiert wird, entstehen Stationen zum Mitmachen. Mit einem Fragebogen geht es durch die Ausstellung. In einem nachgebauten Kinderzimmer müssen Hinweise entdeckt werden. Anderswo ergeben Textbänder erst dann einen sinnvollen Satz, wenn sie um die passende Rolle gelegt werden. Auf Tischdecken warten Fragen in Geheimschrift. Kurze Filme am Computer helfen bei der Suche nach Antworten.

Auch das Bücherregal gehört zum Parcours. Eine Aufgabe kann zu einer bestimmten Buchseite führen, die wiederum den nächsten Hinweis liefert. Statt lange Texte durchzuarbeiten, folgen die Teilnehmenden einer Spur. Am Ende werden die Ergebnisse gesammelt und sichtbar gemacht.

Die Idee fand über eine Fortbildung ihren Weg nach Jülich. Eine Grundschulleiterin hatte das Angebot selbst kennengelernt und begeistert davon berichtet. Dass ein für Kinder entwickeltes Projekt auch Erwachsenen Spaß macht, war dabei ein überzeugendes Argument.

Loogen wollte sich selbst ein Bild machen und besuchte das Abrahamshaus in Krefeld. Dort waren Jugendliche etwa der achten Jahrgangsstufe mit der Ausstellung beschäftigt. Sein Eindruck: Auch für sie war das Angebot weder langweilig noch zu einfach.

In Jülich beteiligen sich die Grundschulen; vorgesehen sind vor allem Besuche der vierten Klassen. Auch die Wölflinge der Jülicher Pfadfinder haben zugesagt. Mit drei offenen Einrichtungen ist ein gemeinsamer Termin vereinbart. So soll das Projekt über den Unterricht hinaus unterschiedliche Gruppen zusammenbringen.

Hinter den Besuchen steckt allerdings reichlich Organisation. Besonders die Abstimmung der Schulklassen und Busfahrten fordert die Planung heraus: „Das ist echt ein Tetris-Spiel“, sagt Loogen. Die Stadt unterstützt das Vorhaben mit den Busfahrten. Nun müssen Fahrzeiten, Unterricht und freie Besuchsfenster zusammenpassen.

Dabei müssen die Gruppen längst nicht jede Frage bearbeiten. Entscheidend ist, dass die Entdeckungen neugierig machen und Gespräche anstoßen. Was hat überrascht? Was kennt man aus der eigenen Familie? Was ist bei anderen anders – und wo gibt es Gemeinsamkeiten?

Auch außerhalb der angemeldeten Gruppen lässt sich das Abrahamshaus kennenlernen: Am Freitag, 6. November, beginnt um 16.30 Uhr eine begleitete Erkundung in der Familienkirche St. Franz von Sales. Für Sonntag, 8. November, ist eine weitere Besuchsmöglichkeit im Zusammenhang mit einem thematisch passenden Wortgottesdienst um 11.45 Uhr vorgesehen. „Bringen Sie bitte etwa anderhalb Stunden Zeit mit“, rät Gemeindereferent Loogen.


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