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Spatenstich mit Perspektive

Die Kurzformel könnte lauten: ETC baut Zukunft in Jülich. Das Unternehmen wächst und gerät am aktuellen Standort allmählich in Expansionsnot, wie die Geschäftsleiter Maurice Emunds und Andreas Scholz beim Ortstermin erläuterten.

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Spatenstich vom Gebäude 31 bei ETC. Foto: Dorothée Schenk
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Ein kalter Morgen, ein paar Spaten, viel Bedeutung: Mit dem offiziellen Spatenstich für das neue Lagergebäude mit besonderen Sicherheitskomponenten und der Nummer 31 setzt die Enrichment Technology Company (ETC) einerseits ein sichtbares Zeichen für Wachstum, andererseits ist es eine Bekenntnis an den Standort Jülich. „In erstaunlich kurzer Zeit haben wir hier Planungssicherheit bekommen“, sagt Geschäftsführer Maurice Emunds und bedankt sich ausdrücklich bei der Stadt und allen beteiligten Partnern. Das Tempo, mit dem das Bauvorhaben umgesetzt wird, ist bemerkenswert: Bereits im Dezember 2025 begannen Erdarbeiten und Gründung, im Juni soll der Einzug erfolgen. Ein sportlicher Zeitplan, möglich durch eingespielte Teams, erfahrene Planer, neue Mitstreiter – und durch eine Stadtverwaltung Jülich, die Anträge zügig bearbeitet.

Das neue Gebäude umfasst rund 800 Quadratmeter Grundfläche und wird vor allem als hochgesichertes Lager genutzt. Rund zwei Millionen Euro investiert ETC allein hier – ohne Fördermittel, aus eigener Kraft. „Das ist ein klares Bekenntnis zum Standort“, betont Emunds. Und nur ein Teil eines deutlich größeren Investitionspakets im zweistelligen Millionenbereich.

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Beim der Vorstellung des Portfolio blickt Andreas Scholz zurück – und nach vorn. „Wenn man sich anschaut, was wir hier geschaffen haben, dann ist das schon ein starker Aufbau des Standorts“, sagt er. ETC entwickelt und baut Isotopentrenn-Anlagen, hochspezialisierte Technik, ohne die weltweit kein Kernkraftwerk auskommt, wird den anwesenden Gästen anschaulich vermittelt. Jedes Kernkraftwerk benötige diese Maschinen – spätestens im Laufe seines Betriebs.

Dabei spiele ETC im weltweiten Orchester der Marktführer ganz vorne mit: Außerhalb von China und Russland gäbe es weltweit kein weiteres Unternehmen, das solche Anlagen herstellen könne. Während Kernenergie in Deutschland politisch kaum noch eine Rolle spiele, sei sie international im Ausbau begriffen. „In den nächsten zehn Jahren wird es weltweit mehr Kernkraft geben“, sagt Emunds nüchtern. Mehr Kraftwerke bedeuten mehr Brennstoff – und damit auch mehr Anlagen, die diesen Brennstoff ermöglichen.

Maurice Emunds (l) und Andreas Scholz (r) über die Wachstumsprognosen bei ETC. Foto: Dorothée Schenk
Triple S und Strukturwandel
Die innere DNA von ETC fasst Emunds mit drei Begriffen zusammen: Safety, Security, Sustainability. Sicherheit, Schutz und Nachhaltigkeit prägten nicht nur die Prozesse, sondern auch die strategische Ausrichtung. ETC ist heute mit rund 1500 Mitarbeitenden an fünf Standorten vertreten, Tendenz steigend. Jülich ist dabei der größte Standort weltweit mit aktuell rund 700 Beschäftigten. Weitere Standorte entstehen, unter anderem in Tennessee (USA). „Wo unsere Kunden sind, müssen auch wir sein“, so Emunds. Gleichzeitig bleibt Jülich die Schalt- und Steuerzentrale des Wachstumsprogramms „onefuture“.

Viele der Arbeitsplätze sind hochwertige Industrie- und Entwicklungsstellen – und damit wichtige Bausteine im Strukturwandels. Zahlreiche Mitarbeitende kämen aus früher geschlossenen Betrieben, die im Zusammenhang mit den Tagebauen stehen. Allein im Bereich Forschung und Entwicklung arbeiten über 100 Fachkräfte: in den Bereichen Physik, Ingenieurwesen, Werkstoffen. Hinzu kommen spezialisierte Bereiche wie Pipework und Fertigung, verteilt auf weitere deutsche Standorte in Beek und Gronau.

Wachstum braucht Platz – und Menschen
Das Wachstum ist rasant: Von ursprünglich 150 Mitarbeitenden über eine offensive Expansion ab 2022 hin zu 700 in Jülich im Jahr 2025. Und das Ende ist noch nicht erreicht. „800 Mitarbeitende sind nicht das Ende der Fahnenstange“, heißt es offen. Eine weitere dreistellige Zahl soll folgen.
Dafür braucht es Fläche. Und Logistik. ETC war lange ein einschichtiger Betrieb, stieß jedoch schnell an Grenzen bei Rohmaterial und Lagerkapazitäten. Außenlager in der Region kamen hinzu, doch auch sie stoßen an ihre Grenzen. Das neue Gebäude ist Teil der Lösung – wenn auch nur ein Baustein. Insgesamt verfügt der Standort über knapp 16.000 Quadratmeter, weitere Flächen sind im Blick.

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Dorothée Schenk
HERZOGin mit Leib und Seele. Mein HERZ schlägt Muttkrat, Redakteurin gelernt bei der Westdeutschen Zeitung in Neuss, Krefeld, Mönchengladbach und Magistra Artium der Kunstgeschichte mit Abschluss in Würzburg. Versehen mit sauerländer Dickkopf und rheinischem Frohsinn.

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