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Gastgeberstadt für sportliche Begeisterung

Erstmals in Deutschland werden die Special Olympics World Games im Juni 2023 ausgetragen, und zwar in Berlin. 216 ausgewählte deutsche Host Towns werden kurz zuvor 190 Delegationen mit teilnehmenden Athletinnen und Athleten aus der ganzen Welt empfangen und somit Teil des jemals größten Inklusionsprojektes in Deutschland, darunter auch die Stadt Jülich.

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Die Teilnehmenden an der Kick-off-Veranstaltung „Host Town Jülich und Inklusion und Nachhaltigkeit im Sport“ anlässlich der Special Olympics 2023 in Berlin inklusive dem zugehörigen Host Town Komitee. Foto: Arne Schenk
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Normalerweise dürfe Inklusion im 21. Jahrhundert gar kein Thema mehr sein, betonte Mike Küven, Präsident des TTC indeland Jülich. Gleiches gelte für die Integration und dem Umgang mit unterschiedlichen Nationalitäten, Hautfarben oder Religion: „Das muss zur Selbstverständlichkeit werden und eigentlich auch schon sein.“ Damit rief er Herbert Grönemeyers „Kinder an die Macht“ ins Bewusstsein: Kinder hätten in dieser Hinsicht viel weniger Berührungsängste als Erwachsene.

Damit passt er perfekt in das Host Town Komitee der Stadt Jülich während der Special Olympics, die vom 19. bis zum 24. Juni 2023 in Berlin ausgetragen werden. Nach einer erfolgreichen Bewerbung gehört Jülich zu den 216 Gastgeberstädten für den Empfang einer der 190 internationalen Delegationen mit den teilnehmenden Athletinnen und Athleten. Punktgenau am Internationalen Tag des Sports für Entwicklung und Frieden präsentierten nun die Projektleiterinnen Beatrix Lenzen, Fachbereichsleitung für Sozialplanung, Demografie, Inklusion und Integration, und Stefanie Reichenbach, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik und das Projekt „Fairtrade-Stadt“, in der „Kick-off-Veranstaltung Host Town Jülich und Inklusion und Nachhaltigkeit im Sport“ das zugehörige Host Town Komitee.

Mo Khomassi nimmt symbolisch den Ball. Foto: Arne Schenk
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So bildet Mike Küven gemeinsam mit Mohamed Khomassi (SG Rurland) das Team der leitenden Koordinatoren für Sport und Integration, während Frans Bergsma (2. Vorsitzender des Jülicher Wassersportvereins), als Physiotherapeut eine beratende Funktion hinsichtlich der medizinischen und therapeutischen Versorgung der sportlichen Delegation übernimmt.

Nina Czeczatka (Sprecherin des Arbeitskreises für ein inklusives Jülich AKI und Mitarbeiterin in der Koordinierungs- Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit geistiger Behinderung KoKoBe Jülich) sowie Christoph Beckers (Stellvertretender Sprecher AKI und Vertreter des Stammhauses sowie aktiver Darts-Athlet) stehen als Expertenteam in Sachen Inklusion zur Verfügung, wobei sie von den beiden DC Handpower Effects-Sportlern Ina van Sanden und Dominik Esser unterstützt werden. Für die Themen Nachhaltigkeit und Fairer Handel ist Alessandro Holzweiler (Jugendparlament der Stadt Jülich und Sprecher der Steuergruppe Fairtrade-Town) neben Stephanie Reichenbach zuständig.

Beatrix Lenzen im Gespräch mit Christoph Beckers vom Stammhaus. Foto: Arne Schenk

Auf der Suche nach einer passenden Unterkunft für die Sportlerinnen und Sportler stießen die Organisierenden auf das JUFA Hotel am Brückenkopf-Park und somit des dortigen Direktors Marcus Clauberg. Ein Glücksgriff, wie sich anschließend herausstellte. Denn Nachhaltigkeit und Inklusion gehören seit jeher zur Lebens- und Arbeitsphilosophie von Marcus Clauberg, wie er bei der Vorstellung erzählte. Beim Sortiment des Hotels achtet er stets auf regionale Produkte. Darüber hinaus stammen die Einrichtungsmöbel aus inklusiver Produktion. Daher erscheint es nur logisch, ihn als leitender Koordinator für den Bereich Unterkunft und Verpflegung zu besetzen.

Special Olympics – Paralympics? Gibt es da einen Unterschied? Ja, gibt es. Leider sei dieser noch nicht so sehr im Bewusstsein der Menschen wie gewünscht, erklärte Natascha Dauben von Special Olympics Deutschland in Nordrhein-Westfalen e.V. Während an den Paralympics Leistungssportler
mit körperlicher Behinderung teilnehmen, zielen die Special Olympics auf Breitensportlerinnen und -sportler mit geistiger und mehrfacher Behinderung.

Foto: Arne Schenk

Dabei liege der Fokus auf dem Breitensport. Es ginge bei der Veranstaltung nicht unbedingt um die beste Leistung, also am weitesten zu springen oder werfen, sondern darum, möglichst alle anzusprechen und nitzunehmen. Zur Verdeutlichung formulierte Natascha Dauben den gemeinsam zu leistenden Eid der Athletinnen und Athleten: „Ich will gewinnen! Doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben!“

„Inklusion ist Menschrecht“, bekräftigte auf der Dezernentin Doris Vogel stellvertretend für den Bürgermeister in ihrem Grußwort in Anwesenheit der Vertreterinnen und Vertreter lokaler Sportvereine, weiterführender Schulen, der Stadtratsfraktionen, des Stadtsportbunds und Kreissportbunds, Studierendenvertreter der FH Aachen Campus Jülich sowie aus Organisationen der Behindertenhilfe und Behindertenselbsthilfe. „Inklusion ist ein Weg der kleinen Schritte hin zu einer großen Vision der inklusiven Gesellschaft.“

Schließlich hat sich die Stadt Jülich Inklusion und Nachhaltigkeit schon sehr lange ganz groß auf die Fahne geschrieben. „Unser Inklusionsbeirat AKI, der Arbeitskreis für ein inklusives Jülich, setzt sich seit nunmehr 40 Jahren für die Belange von Menschen mit Beeinträchtigungen in unserer Stadt ein.“ Dass dieses Engagement auch im Kleinen ernst genommen wird, verdeutlichte auch die Ausstellung „TrikotTausch“ des VAMOS e.V. mit Informationen über die Herstellungsbedingungen in der Textilindustrie und der Rolle der Sportartikelproduktion für die Menschen wie für die Umwelt dabei (bis zum 29. April zu den Öffnungszeiten im Neuen Rathaus).

Aber auch das von der Schirmerschule unter Leitung von Lehrer Michael Kochems vorbereitete Buffet der Schirmerschule mit fair gehandelten und regionalen Produkten stand ganz im Zeichen von „Nachhaltigkeit“ und „Fairem Handel“.

Weitere Informationen erhalten Interessierte erhalten auf www.juelich.de/inklusionimsport.

Informationen zur Teilnahme an der für den 8. bis 15. Juni geplanten „1. Inklusiven und nachhaltigen Sportwoche“ in Jülich sind im Fachbereich für Sozialplanung, Demografie, Inklusion und Integration (Beatrix Lenzen) mit E-Mail an [email protected] oder Telefon 0 24 61 63 239 erhältlich.


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