Start Stadtteile Jülich 300.000 Kilometer auf dem Tacho

300.000 Kilometer auf dem Tacho

Seit seiner Gründung am 1. Oktober 2014 steht der Bürgerbus Jülich e.V. für eine besondere Idee: Bürger fahren für Bürger. Was damals im Jülicher Rathaus mit 13 Gründungsmitgliedern und einem siebenköpfigen ersten Vorstand begann, hat sich zu einer festen und unverzichtbaren Größe im lokalen Leben entwickelt.

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Der Bürgerbus in Jülich. Foto: Bürgerbusverein
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Dem Start des Fahrbetriebs am 2. November 2015 gingen 13 Monate intensiver Vorbereitung voraus. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung, unterstützt durch die Erfahrungen des Bürgerbusses Linnich, wurden Bürgerbefragungen durchgeführt, Strecken geplant und ein Konzept entwickelt, das den öffentlichen Nahverkehr sinnvoll ergänzt.

Am 31. Oktober 2015 wurde der acht Sitzplätze bietende Sprinter schließlich im Rahmen einer feierlichen Taufe von Pfarrer Wolf vor rund 100 Gästen gesegnet. Finanziert wird das Fahrzeug durch Werbung und Sponsoren – und mit seinem unverwechselbaren Design ist es längst ein bekanntes Stück Jülicher Stadtbild.

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Hinter dem Erfolg des Bürgerbusses steht vor allem eines: Menschen, die Verantwortung übernehmen: Vorstand, Fahrende und nicht zuletzt die Mitglieder und Sponsoren. Mit großem Engagement, Verantwortungsbewusstsein und einem ausgeprägten Sinn für Organisation führt der Vorstand den Verein fast wie ein mittelständisches Unternehmen.

Denn hier hat jede Entscheidung unmittelbare Auswirkungen auf den Fahrbetrieb, auf die Fahrgäste und damit auf die Qualität des gesamten Angebots. Dieses unternehmerische Denken verbunden mit viel persönlichem Einsatz ist ein wesentlicher Grund für den nachhaltigen Erfolg des Vereins.

Die Zahlen sprechen dabei eine deutliche Sprache: Seit dem Start wurden bereits rund 95.000 Fahrgäste befördert und mehr als 300.000 Kilometer zurückgelegt. Rund 11 Prozent der Fahrgäste sind schwerbehindert. Monatlich nutzen mehr als 800 Menschen den Bürgerbus, in besonders guten Monaten sind es sogar über 1000.

Doch der Bürgerbus ist weit mehr als ein Verkehrsmittel. Er bringt Menschen nicht nur von A nach B, sondern schafft Begegnungen, ermöglicht Gespräche und schenkt ein Stück Selbstständigkeit. Beim Ein- und Aussteigen wird selbstverständlich geholfen, und auch der Einkaufsservice hat sich – nicht zuletzt während der Pandemie – als wertvolle Unterstützung erwiesen oder wie bei der kürzlich durchgeführten Veranstaltung „besser älter werden in Jülich“ als kostenfreies Beförderungsangebot, ausnahmsweise auch an einem Sonntag.

Besonders macht den Verein jedoch seine Gemeinschaft. Aktuell gehören ihm 86 Mitglieder an, darunter 24 ehrenamtlich Fahrende. Es ist dieses Miteinander, das den Bürgerbus auch schwierige Zeiten überstehen ließ – selbst einen schmerzhaften Rückschlag wie den Diebstahl des Busses vor einigen Jahren.

Der Jülicher Bürgerbus. Foto: Stadt Jülich
Erfolgsprojekt Bürgerbus als Teil Jülicher Mobilität. Foto: Stadt Jülich

Und Gemeinschaft bedeutet beim Bürgerbus nicht nur, gemeinsam Verantwortung zu tragen. Sie darf auch Spaß machen. Wie bei den regelmäßigen Stammtischen für die Fahrenden: Hier bleibt der Motor aus, der Fahrplan darf einmal Pause machen, und nebenbei entstehen genau die persönlichen Verbindungen, die eine ehrenamtliche Gemeinschaft so besonders machen.

Dass dieses Engagement gesehen und gewürdigt wird, zeigen zahlreiche Auszeichnungen: Der Bürgerbus Jülich e.V. wurde unter anderem mit dem Ehrenpreis des Kreises Düren, der Jülicher Klippe, dem Heimatpreis und dem Indelandpreis ausgezeichnet. Seit dem 1. Januar 2022 ist der Verein zudem offiziell als gemeinnützig anerkannt. Sein Schwerpunkt liegt in der Altenhilfe und insbesondere darin, älteren Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Jülich zu ermöglichen.

Damit diese Erfolgsgeschichte weitergeschrieben werden kann, braucht der Bürgerbus allerdings dringend Verstärkung. Der Verein sucht engagierte Menschen, die Freude am Umgang mit anderen haben und sich vorstellen können, ehrenamtlich Fahrdienste zu übernehmen. Denn jeder zusätzliche Fahrende hilft dabei, das Angebot zuverlässig aufrechtzuerhalten und ein Stück Mobilität und Lebensqualität in Jülich zu sichern.

Der Bürgerbus Jülich e.V. ist damit weit mehr als ein Bus. Er ist ein Stück gelebtes Ehrenamt, ein Ort der Begegnung und ein starkes Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn Menschen Verantwortung für ihre Mitmenschen übernehmen. Mobilität für alle, Teilhabe für alle – und vor allem: Bürger für Bürger.

Wer den Bürgerbus fahren möchte, muss ein paar Voraussetzungen erfüllen: ein Mindestalter von 21 Jahren, den Führerschein Klasse B (III) mit zwei Jahren Fahrpraxis, eine Gesundheitsuntersuchung & Personenbeförderungsschein (die Kosten werden vom Verein übernommen). Die Einsatzzeit ist flexibel wählbar, vorgesehen ist eine Fahrtzeit von einmal pro Woche vor- oder nachmittags für je vier Stunden.

Die ehrenamtlichen Fahrer sind über die Berufsgenossenschaft versichert. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Vereins oder bei Klaus Krüger, dem 1. Vorsitzenden, unter der Telefonnummer 02461 / 55 263.


Erste-Hilfe-Kurs für ehrenamtliche Bürgerbusfahrer
Für alle bereits Aktiven am Steuer des Bürgerbusses bietet der Malteser-Hilfsdienst in Jülich einen Erste Hilfe Kurs an. Heinz-Jakob Schmitz unterrichtet ehrenamtlich am Samstag, 14. November, von 10 bis 18 Uhr im Bürgerhaus in Lich-Steinstraß.

Da es sich bei den Fahrgästen des ehrenamtlichen Busdienstes auch um ältere Fahrgäste handelt, ist von großer Wichtigkeit, dass die Fahrer gute Kenntnisse von Notfallmaßnahmen bei Unfällen haben, besonders auch internistische Notfälle erkennen und entsprechende Hilfe leisten, bis die Rettung eintrifft. Behandelt werden unter anderem Themen wie Herzprobleme, Atemnot, Asthma, aber auch Kreislaufprobleme, Krampfanfälle und Schlaganfall sowie seelische Betreuung.

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Hightech auf historischem Boden - Jülich ist eine Stadt mit großer Vergangenheit. Mit über 2000 Jahren gehört sie zu den Orten mit der längsten Siedlungstradition in Deutschland. In der historischen Festungsstadt und modernen Forschungsstadt, die sich auch mit den Schlagworten „Stadt im Grünen“, „Einkaufsstadt“, Renaissancestadt“, „Herzogstadt“ und „kinder- und familienfreundliche“ Stadt kennzeichnen lässt, leben heute ca. 33.000 Menschen.

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