Gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat go.Rheinland in Jülich erste Ideen für die Streckenführung, sogenannte Grobtrassen, und mögliche Haltestellen vorgestellt. Die vorläufigen Ergebnisse basieren auf umfangreichen Daten und enger Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden. Die neue Verbindung soll Jülich zu einem wichtigen Knotenpunkt im regionalen Schienennetz machen.
Die Studie hat vier grobe Streckenvarianten entwickelt: Zwei legen den Schwerpunkt auf gute regionale Anbindung, zwei auf schnellere Verbindungen zwischen größeren Verkehrsknoten. Bei zwei besonders wichtigen Abschnitten – zwischen Aachen und Jülich sowie zwischen Jülich und Bergheim/Bedburg – wurden die Strecken genauer untersucht. Parallel wurden mögliche Haltestellen analysiert. Kriterien waren beispielsweise Einwohnerzahl, Arbeitsplätze und Pendlerströme. So soll die Revierbahn West Wohn- und Arbeitsorte gut verbinden und die Region im Strukturwandel unterstützen. Die vorläufigen Strecken verbinden die geplanten Haltepunkte auf möglichst effiziente Weise. Änderungen sind noch möglich, wenn die technische Machbarkeit geprüft wird.
Die beteiligten Städte und Gemeinden sind aktiv am Planungsprozess beteiligt, erklärte Michael Reinkober. Gemeinsam mit den Städten, Gemeinden und Kreisen sei es gelungen, eine Vorstellung zu entwickeln, wie in der Region Schienen gebaut werden können. Dabei habe jede Stadt und jede Gemeinde natürlich das Interesse, dass die neue Bahnlinie durch ihr Gebiet führt. Trotzdem sei es gelungen, eine gemeinsame Vorstellung zu erarbeiten. „Es begeistert mich, dass es gelungen ist, keine Konkurrenz zwischen einzelnen Städten und Gemeinden aufzubauen“, so Reinkober über die Kommunen in der Region. „Wenn man sich die bundesweiten Diskussionen bei allen Neubaustrecken anschaue, dann ist das hier wirklich etwas Besonderes, dass in der Region gemeinsam ein solches Projekt angegangen wird. So etwas habe ich noch nicht erlebt und auch von meinen bundesweiten Kollegen noch nicht gehört“, fügte Reinkober hinzu.
go.Rheinland ist der Zweckverband, der für alle Schienenleistungen im Nahverkehr des gesamten Rheinlandes zuständig ist – von der Regionalbahn über die S-Bahn bis zum Regionalexpress. Mit Blick auf die geplante Bahnstrecke erklärte Geschäftsführer Reinkober: „Einen Betreiber für diese Schienenmaßnahmen gibt es bislang noch nicht. Insofern macht es Sinn, dass wir regional aufgestellt sind als Zusammenschluss der Städte und Kreise und genau dieses Projekt übernehmen, um die Zusammenarbeit in dieser Region voranzutreiben“
Die vorgestellten Strecken und Haltepunkte werden nun weiter mit den Kommunen bewertet. Kriterien sind Verkehr, Umwelt, Wirtschaft und Stadtentwicklung. Die Ergebnisse werden dem Zweckverband go.Rheinland als Basis für seine politischen Entscheidungen dienen. Danach wird die Machbarkeit technisch und wirtschaftlich geprüft, inklusive einer Kosten-Nutzen-Analyse. Das Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG) sieht den Ausbau eines „S-Bahn-Netzes Rheinisches Revier“ vor. go.Rheinland und VRR erhalten dafür Unterstützung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Die endgültigen Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen Anfang 2027 vorliegen. Dann wird auch klarer, wo die Haltestellen liegen werden und wie die Strecke genau verlaufen soll. Insgesamt sollen rund 2,35 Milliarden Euro in das Projekt investiert werden. Die Fertigstellung der neuen Bahnstrecke ist nach derzeitiger Planung bis 2038 vorgesehen.





















