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JuPaJü hat viele Pläne

Reichlich bestückt war die Tagesordnung bei der ersten Sitzung des Jugendparlaments Jülich in diesem Jahr. Neben Berichten ging es vor allem auch um die Zukunft: Felice Dresia präsentierte die Ergebnisse einer Umfrage zu den Wünschen der Jugendlichen von der achten bis elften Klasse. Vorsitzende Safiyya Neijar möchte mehr Präsenz in den sozialen Medien. Auch schlug sie eine Straßenumfragen anlässlich der internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16. bis 29. März vor.

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Foto: Björn Honings
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Zum ersten Mal in diesem Jahr tagte das Jugendparlament Jülich unter dem Vorsitz von Safiyya Neijar und Alegra Strunk. Auffällig ist – im Unterschied zu den Sitzungen des Stadtrates, abgesehen vom dezent reduzierten Einflussbereich der Schülerinnen und Schüler –, dass mehr gelacht wird und es eben nicht um Fraktionspositionen geht. Das eigene Wort wird dann öfter mal zugunsten anderer Parlamentarier abgegeben.

Über die Grenzen der Stadt hinaus sind die Jugendparlamentarier aus Jülich im Einsatz, wie in einem Rückblick durch Safiyya Neijar zu erfahren war. Bei der Demonstration für Demokratie und gegen Extremismus am 16. November vergangenen Jahres haben sie sich vor Ort klar zur Bekämpfung des Extremismus in all seinen Formen und Facetten positioniert. Als Vertreterin des Jülicher Jugendparlaments war Safiyya Neijar aber auch mit dem Kinder- und Jugendrat NRW (KiJuRat) bei der Bundeskonferenz der Jugendparlamente in Bonn. Außerdem kam es zu einer Begegnung mit dem Landtagspräsidenten, den beide JuPaJü-Vorsitzenden gemeinsam mit dem KiJuRat trafen. Am vergangenen Wochenende tagte der KiJuRat, die Dachorganisation der kommunalen Jugendparlamente, bei dem das JuPaJü ebenfalls vertreten war. Bei dieser jüngsten Klausurtagung in Gelsenkirchen lagen die Schwerpunkte des politischen Austauschs auf dem Entwickeln gemeinsamer Positionen. Neu gegründet wurde nach Impulsen aus Jülich zudem ein Kreisjugendparlament.

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In diesem Jahr finden erneut Wahlen des Jugendparlaments statt. Dazu riefen die Vorsitzenden ihre Parlamentsmitglieder auf, an ihren Schulen verstärkt darauf aufmerksam zu machen. Ab der achten Klasse haben alle Schülerinnen und Schüler das passive Wahlrecht. Das aktive Wahlrecht haben die Schülervertretungen. Sevdije Haxha, städtische Geschäftsführerin des Jugendparlaments, betonte die Wichtigkeit, Präsenz zu zeigen. Außerdem müssen die Wahlen an den Schulen bis zum 30. Juni abgeschlossen sein, um die jeweils vier Vertretungen aller weiterführenden Schulen personell zu besetzen.

Wichtig bleibt aber auch die Basisarbeit vor Ort. Felice Dresia, Schülerin des Gymnasiums Haus Overbach, präsentierte die Ergebnisse einer Umfrage zu den Wünschen der Jugendlichen von der achten bis zur elften Klasse. Beinahe in jeder Klasse habe sich jemand einen McDonald’s in Jülich gewünscht. Darüber hinaus bleiben frei nutzbare Sportplätze ein Thema, ebenso wie das alte Klagelied über mangelnde Busverbindungen, das auch von dieser Generation weitergesungen wird. Dezernent Thomas Mülheims wies auf die Onlinebeteiligung zum Nahverkehrsplan hin, im Rahmen derer die Bürgerschaft ihre Wünsche und Ideen noch bis zum 28. Februar einbringen könne.

Jugendtreffs sind zudem begehrt, ebenso wie ein Kino. Schulamtsleiter Florian Hallensleben sprach hierzu von einem Marketingproblem. Aktuell gibt es zusätzlich zu den drei innerstädtischen Jugendtreffs drei weitere in Barmen, Koslar und Bourheim. Zum Punkt Kino räumte er zudem ein, dass mehr Filme gezeigt werden sollten, die jüngere Menschen ansprechen, und dass diese darüber hinaus auch davon erfahren müssten. Vielen Jugendlichen, so stellte sich im Rahmen der Umfrage heraus, war das KuBa nicht bekannt. Weiter wünschten sich die Schülerinnen und Schüler in Overbach zum einen die Entfernung von Graffitis und zum anderen die Möglichkeit, legal sprayen zu können. Hallensleben erklärte, die Stadt wolle wahrscheinlich noch in diesem Schuljahr einen Graffiti-Workshop anbieten. Mülheims ergänzte, existente „Schmierereien“, aber auch solche Projekte seien immer wieder Thema.

Für die Zukunft plant Safiyya Neijar eine Verstärkung der Präsenz des JuPaJüs in den sozialen Medien. So schlug sie vor, anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16. bis 29. März Straßenumfragen zu persönlichen Erfahrungen in Jülich zu filmen. Sie erhoffe sich nicht nur Sichtbarkeit des Problems, sondern auch deeskalierende und konstruktive Verhaltenstipps. Dazu verwies der Dezernent für den Bereich Kultur und Soziales, Mülheims, auf die neu gegründete Anlaufstelle für Antidiskriminierung der Caritas. Der neue Berater und Referent für Antidiskriminierungsarbeit ist Emmanuel Ndahayo.

Zeit zur Vorbereitung der Wochen gegen Rassismus bleibt den engagierten Jugendlichen noch. Am 25. Februar findet das nächste zweiwöchentliche Treffen der Arbeitskreise statt. Darüber hinaus ist geplant, zwei Delegierte zu dem Fortbildungswochenende des Kreis-Jugendparlaments vom 20. bis 22. März zu entsenden, um dort gemeinsam die Arbeit an der Geschäftsordnung weiterzuführen.

Im Verlauf der ersten Sitzung des Jahres erschienen aus unzusammenhängendem Anlass zwei politische Überraschungsgäste. Silke Krebs, Staatssekretärin des NRW-Wirtschaftsministeriums, und Landrat Dr. Ralf Nolten waren terminlich im Jülicher Rathaus und wollten die Jungpolitikerinnen und Jungpolitiker kennenlernen.


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