Unter dem Motto “Fair fruchtet” rücken die Weltländen bundesweit die globalen Lieferketten von Südfrüchten in den Fokus. Während Verbrauchende im Supermarkt von einer großen Auswahl an Orangen, Bananen und Mangos profitieren, kämpfen die Erzeuger am Anfang der Lieferkette häufig mit starkem Preisdruck und schwierigen Arbeitsbedingungen. Der Aktionstag macht deutlich: Nur wenn Handelsbeziehungen auf Augenhöhe erfolgen und faire Preise gezahlt werden, kann der Genuss exotischer Früchte wirklich nachhaltig sein. Auch der Weltladen in Jülich greift dieses Thema heute auf. Die herzogliche Praktikantin Judith Volkmer sprach dazu mit der stellvertretenden Vorsitzenden Mathilde Romberg. Im Weltladen findet eine kleine Verkostung fruchtiger Produkte statt. Zwar werden dort keine frischen Früchte angeboten, dafür aber eine Auswahl an Säften und Limonaden, Fruchtriegeln, Marmeladen und weiteren Naschereien, wie etwa Mangostreifen.
Mathilde Romberg erläuterte dabei, dass bei den Getränken bewusst nur Fruchtextrakte importiert werden. So wird vermieden, unnötiges Wasser über weite Strecken zu transportieren. Die Orangen, die in den Säften verarbeitet sind, stammen aus Brasilien, die Zitronen aus Tunesien und der in den Getränken enthaltene Zucker aus Paraguay. Die in den Marmeladen verarbeiteten Mangos kommen aus Indonesien. Besuchende haben heute die Möglichkeit, die Produkte zu probieren und gleichzeitig mit Mitarbeitenden ins Gespräch über „faire“ Themen zu kommen. Laut dem Weltladen-Dachverband e.V. arbeiten viele Menschen, die Obst anbauen und ernten, unter schwierigen Bedingungen: niedrige Löhne, befristete Verträge und kaum Mitspracherecht sind keine Seltenheit. Zudem gehören viele Plantagen großen internationalen Konzernen mit komplexen Lieferketten. Kleinbauer und Kleinbauerinnen hingegen verfügen oft nur über begrenzte Mittel, um ihre Betriebe nachhaltig weiterzuentwickeln. Während große Unternehmen hohe Gewinne erzielen, bleibt bei den Produzenten am Anfang der Lieferkette häufig nur ein geringer Anteil.
Der faire Gedanke ist in Jülich eigentlich bereits angekommen. Mathilde Romberg betont noch einmal, dass Jülich den Titel als Fairtrade-Stadt trägt und sich auch Schulen wie das Mädchengymnasium in diesem Bereich engagieren. Gleichzeitig sagt sie aber auch, dass fair gehandelte Produkte längst nicht mehr ausschließlich im Weltladen erhältlich sind, denn viele Fairtrade Produkte sind inzwischen auch in Supermärkten verfügbar.
Im Weltladen selbst wird der Nachhaltigkeitsgedanke konsequent weitergeführt. Verpackungsmaterialien werden nach Möglichkeit wiederverwendet, zudem achten die Mitarbeitenden auf einen bewussten Umgang mit Energie und Ressourcen. „Wir versuchen, mit unseren Ressourcen schonend umzugehen“, so Romberg. Die angebotenen Waren seien dabei bereits unter fairen und umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt worden. Viele Produkte im Jülicher Weltladen setzen gezielt auf Wiederverwertung und kreative Weiterverarbeitung: So gibt es etwa Taschen aus recycelten Materialien wie alten Moskitonetzen oder Reststoffen aus der Industrie. Auch Textilien aus Upcycling-Projekten gehören zum Sortiment, es handelt sich um langlebige Produkte, die Ressourcen schonen und gleichzeitig neue Einkommensmöglichkeiten schaffen. Neben Lebensmitteln umfasst das Angebot unter anderem Kosmetik, Kunsthandwerk, Schmuck und Haushaltswaren.























