Weit reisen um faszinierende Natur zu sehen? Nicht nötig, wie die Bürgerinitiative Stadtbäume bei einer naturkundlichen Führung in der Umgebung der Zitadelle Jülich zeigte. Andreas Schneider begleitete rund 60 Teilnehmenden und erzählte so einiges über die Tier- und Pflanzenwelt und ihre Geschichte.
Zum Auftakt wurde anhand historischer Einblicke von Historiker Guido von Büren und aktueller Luftaufnahmen sichtbar, wie sehr sich der Bereich rund um den Wallgraben im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Was heute als wertvoller Naturraum wahrgenommen wird, glich bis ins 18. Jahrhundert eher einem Morast aus Wasser, Schlamm, Abfällen und Unrat. Erst die Preußen legten Entwässerungsgräben an und trockneten Teile des Gebietes. Der heute sichtbare Wassergraben wurde später im Zuge der Landesgartenschau 1998 wiederhergestellt.

Besonders für Schmunzeln sorgte eine botanische Randnotiz zu den allseits bekannten Gänseblümchen. Diese sollen beim Verzehr eine stresslindernde Wirkung haben und sogar positiv auf konfliktbeladene Situationen wirken.
Während der gut zweistündigen Führung wurde deutlich, wie viele unterschiedliche Naturräume sich mitten in Jülich entdecken lassen. Der Graben der Zitadelle nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Die Kombination aus Wasserflächen, Wiesen, historischen Mauern und Gehölzstrukturen schafft Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, so die Pressemitteilung.
Die Exkursion vermittelte aber nicht nur Wissen über Pflanzen und Geschichte an die Schar der Interessierte, sondern auch eine wichtige Botschaft: Dort, wo sich Lebensräume veränderten und Pflanzen durch Anpassung ihren Weg fänden, könnten Menschen durch unser Handeln die Richtung mitbestimmen. Wenn wir Natur schützen und fördern, erhalten wir die Vielfalt, die unsere Umwelt so wertvoll macht.



















