Start Stadtteile Kirchberg Das Tor zum Indeland: „Zu schön um wahr zu sein“

Das Tor zum Indeland: „Zu schön um wahr zu sein“

Es gab viel Lob von Kirchberger Einwohnern und auch jede Menge konstruktive Fragen zu den Plänen rund um den geplanten Begegnungsort „Dorfgemeinschaftshaus“, das offiziell als „Tor zum Indesee“ firmieren soll. Mitarbeiter der indeland GmbH stellten die konkretisierten Pläne gemeinsam mit dem zuständigen Architekten im Jugendheim in Kirchberg vor.

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Foto: Sonja Neukirchen
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Berücksichtigt waren in den Plänen zum Dorfgemeinschaftshaus in Kirchberg auf dem ehemaligen Epsotech-Gelände die Anregungen aus dem letzten Bürgerworkshop im März (der Herzog berichtete), bei dem Bürger ihre Ideen eingebracht hatten. Und zwar zu dem Projekt der indeland GmbH, das gerade in einen entsprechenden Förderantrag gegossen wird.

Das kam bei den Kirchberger Bürgern gut an: „Die sind auf unsere Vorschläge voll eingegangen“, lobte Günter Schubert, und Thomas Jelen betonte das irrsinnige Tempo bei der Planung. Das alles sei noch „zu schön, um wahr zu sein“, sagte er vorsichtig.

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Am 30. Juni gehe der Förderantrag für die Begegnungsstätte „Tor zum Indesee“ zur Bezirksregierung, und die Antwort – so der Plan – solle dann bis Ende des Jahres vorliegen, das Dorfgemeinschaftshaus dann in 2029 stehen, erklärte Projektleiterin Maren Krätzschmar. Alle Projektbeteiligten wirkten optimistisch, dass eine Zusage von den Geldgebern – Land und Bund – realistisch sei. In dieser Phase gehe es erst einmal um die Sicherung dieser Gelder, sagte Krätzschmar, die den Förderantrag jetzt fertigstellen wird.

Am 19. März hatte in Kirchberg bereits eine Bürgerbeteiligung stattgefunden, und die Architekten des beauftragten Kölner Architekturbüros News hatten so viele wie möglich davon berücksichtigt. So zum Beispiel war die Entscheidung zugunsten einer Gebäudevariante ausgefallen, in der drei Säle hintereinander geschaltet sind – ein Wunsch aus der Dorfbevölkerung. Und zwar mit Bestuhlung für 250 und stehend sogar für 400 Personen, so steht es im Plan.

Auch bei der Positionierung der Küche waren Bürgerwünsche berücksichtigt worden: „Die Küche im Zentrum. Sogar mit Theke. Da werden sich sehr viele Kirchberger freuen“, kommentierte Jelen aus dem Publikum den neuesten Entwurf, nach dem Getränke sowohl Richtung Saal als auch Richtung Foyer des Gebäudes ausgegeben werden können.

Für das Dach des Hauses stehen drei Varianten im Antrag. Erst wenn klar ist, wie hoch die Fördersumme am Ende wirklich ist, werde dieser Punkt jedoch entschieden, erklärt Krätzschmar. Ob Satteldach, Pultdach oder Flachdach – klar sei jedoch, dass es eine eingeschossige Lösung werde – aus Kostengründen.

Foto: Sonja Neukirchen
Bürgerfragen gab es an diesem Abend so einige. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand dabei die Zuwegung zum „Dorfgemeinschaftshaus“. Die allerdings sei gar nicht Teil des Förderantrages, erfuhren die Anwesenden. Eine Kirchbergerin fürchtete, dass da ein regelrechtes „Chaos“ entstehe.

„Wir können auch zu 2027 den nächsten Förderantrag für die Zuwegung stellen“, beruhigte indeland-Geschäftsführer Christian Rast. Vieles rund um den Indesee werde in Etappen fertiggestellt. Schön wäre es natürlich zeitgleich mit der Eröffnung. Allerdings ist noch nicht raus, ob die Zuwegung überhaupt bei der indeland GmbH liegen wird oder über die Stadt Jülich und den Haushalt realisiert werde. Die Ausgestaltung hinge von der Art der Förderung ab, erklärte Petra Dören-Delahaye vom Strukturwandelmanagement der Stadt Jülich. Da gebe es eben verschiedene Arten von Auflagen.

Ob der Kauf des Grundstückes bereits vertraglich gesichert sei, erkundigte sich ein Bürger. Noch gehöre das Grundstück der Firma Epsotech – durch deren Insolvenz die Planungen überhaupt erst möglich geworden waren und Mitarbeiter der Stadt Jülich diese Chance ergriffen hatten. Es gebe aber schon sehr konkrete Verhandlungen mit dem neuen Investor, und die indeland GmbH kaufe ein Stück des Geländes, erklärte Rast. Sie werde dann offiziell Besitzerin und mache eine Nutzungsvereinbarung mit der Stadt Jülich.

Auch die Energieeffizienz war ein Thema. „Im Idealfall sind wir energieautark“, sagte Architekt Michael Weichler. Er könne sich im Übrigen ein Holzgebäude gut vorstellen. Das äußere Erscheinungsbild sei aber ebenfalls noch nicht festgelegt, hatte Krätzschmar zu diesem Punkt bereits erläutert. Draußen gebe es Spielmöglichkeiten für die Kinder und andere Möglichkeiten zu Gemeinschaftsprojekten. Nicht jede Anregung sei umsetzbar gewesen, zum Beispiel spezielle Umkleideräume oder eine Kegelbahn.

Auch konkrete Details und Ausgestaltungen des Hauses sind erst zu einem späteren Zeitpunkt Thema, wenn die Gelder bewilligt und die Fördersumme klar ist. Insgesamt werde sich das Projekt auf einen mittleren bis höheren einstelligen Millionenbetrag belaufen, verriet Rast dem Herzog. Zum Projekt gehöre auch die landschaftsarchitektonische Gestaltung einzelner Punkte im Gelände. Dazu wolle die indeland noch ein weiteres Gebiet hinter den jetzigen Produktionshallen erwerben, verriet Rast. Auch die Aussichtsplattform hinter dem Friedhof werde gestaltet.

Foto: Sonja Neukirchen
Auf Anfrage nach den benötigten Eigenmitteln für das Projekt – in dem Fall 2,5 Prozent der Fördersumme – seien diese bereits vom Aufsichtsrat bewilligt, aufgebracht durch die Gesellschafterkommunen der indeland GmbH. Davon ist die Stadt Jülich eine. „Das Projekt hier ist durchfinanziert und in den Wirtschaftsplänen verabschiedet.“ Das gelte für Gebäude und Landschaftspunkte, so Rast.

Eine ganz wichtige Frage für alle Vereine im Dorf war die nach den Kosten für die Nutzung der Räumlichkeiten, doch die musste an dem Abend unbeantwortet bleiben. Die indeland GmbH dürfe in der Zeit der Förderbindung – also für 15 Jahre – ohnehin kein Geld verdienen, sondern nur kostendeckende Einnahmen generieren, sagte Rast und deutete an, dass man bei der zu findenden Lösung mal nach Linnich schielen solle. „Der Wunsch ist schon, dass da auch Leben drin ist.“ Das Gebäude werde auch für Gremien nutzbar, wie „Ausschusssitzungen oder Ähnliches“, erklärte Rast.

Ein Stück weit sei das Dorfgemeinschaftshaus natürlich die Umsetzung des Dorfentwicklungskonzeptes, erläuterte Dören-Delahaye, und sei von dort in den Strukturwandel mitgenommen. Aber es werde eben auch das Tor zum Indesee, so entstünden Synergieeffekte, findet Karen Steffens vom Strukturwandelmanagement.

Und was sind die nächsten Schritte? „Wir gehen davon aus, dass wir im ersten Quartal 2027 die nächste Beteiligung haben“, sagte Zeimetz optimistisch und lobte Kirchberg als einen „sehr engagierten Ort“, wo sie immer wieder gerne hinkomme.

Foto: Sonja Neukirchen

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M.A. Politikwiss./Soziologie (Uni Bonn 1998), Mitglied im Deutschen Fachjournalistenverband DFJV. Geborene Jülicherin, bekennende Rheinländerin. Versucht das Leben deshalb nicht zu ernst zu nehmen. Schreibt gerne von Menschen, Macht und Mäusen.

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