
Einer, der die potentielle Karriere anpfeift, ist Philipp Schneider, Sportlehrer am Gymnasium Haus Overbach. Bereits seit vielen Jahren ist das GHO Ausbildungsschule im Fußballverband Mittelrhein FVM. Wer Junior Coach werden möchte, muss mindestens 15 Jahre alt sein, so die offizielle Bedingung. „Cheftrainer“ Philipp Schneider hat selbst tatsächlich auch schon mit 15 seinen Trainerschein gemacht, allerdings ohne den vorherigen Schritt „Junior Coach“. 40 Lerneinheiten umfasst die speziell für Jugendliche zugeschnittene Schulung. Wer danach am Ball bleiben möchte, bekommt diese „Grundausbildung“ vollständig auf den Trainer C-Lehrgang angerechnet.
Für engagierte Hobbyfußballer mit Trainerambitionen also ein lohnenswertes Angebot: Die Junior-Coach-Ausbildung passt größtenteils in den schulischen Stundenplan; als regelmäßige Arbeitsgemeinschaft nämlich. Lediglich drei Trainingseinheiten – so die Mindestvorgabe – müssen im realen Vereinsleben stattfinden. Das allerdings findet Philipp Schneider besonders wichtig, ist zum einen doch die Vereinsbindung der Teilnehmenden ohnehin vorgeschrieben. Zum anderen sei das schließlich genau die Absicht hinter dem Junior Coach: die Zukunftssicherung des Vereinsfußballs, um einmal in ganz großen Dimensionen zu denken.
Leider klappt das nicht ganz so wie geplant, bedauert Schneider. „Die wenigsten Junior Coaches werden tatsächlich Trainer im Verein.“ Woran das liegt, ist aus seiner Sicht so einfach wie nachvollziehbar: zu wenig Zeit. Spätestens in der Qualifikationsphase der Oberstufe zögen sich viele aus dem aktiven Vereinsleben zurück. Ein paar allerdings bleiben immer. Insofern hält der Lehrer das Angebot des FVM nach wie vor für gut und sinnvoll: „Es hilft den Vereinen.“
In Overbach selbst haben sich in diesem Schuljahr fünf Schülerinnen und Schüler für die Trainer-Ausbildung entschieden. Angepfiffen wird das Programm mit der Theorie, und dann geht es gleich in die Vollen. „Im Januar unterrichten die Schülerinnen und Schüler sechs Stunden lang Fußball“, schmunzelt Coach Schneider angesichts der kleinen sportlichen Herausforderung. Auch beim Tag der offenen Tür, an dem es immer ein kleines Turnier gibt, sind die Jugendlichen mit am Start, betreuen die Mannschaften, machen die Aufstellung und planen die Auswechslungen – also alles, was der Trainerjob eben so beinhaltet. Im theoretischen Teil geht es unter anderem darum, wie eine Trainingseinheit, vor allem mit dem Fokus auf Kinder, geplant wird. Auch „Erste-Hilfe“ gehört zur Ausbildung dazu.
Das GHO profitiert auch ansonsten vom Engagement als Ausbildungsschule, denn von den „fertigen“ Nachwuchs-Trainerinnen und Trainern finden sich pro Schuljahr immer ein bis zwei, die sich bereit erklären, eine Fußball-AG für ihre Mitschüler anzubieten, freut sich der Lehrer. „Das ist seit Jahren stabil“, stellt Schneider zufrieden fest und hofft gleichzeitig darauf, dass das auch so bleibt.
Highlight der Ausbildung ist das gemeinsame Fußballfest mit der Gemeinschaftsgrundschule Jülich-West in Koslar. Die seit Jahren etablierte Veranstaltung auf dem Sportplatz des SV Viktoria wird von den angehenden Junior Coaches „gemanagt“. Für die kleinen Spielerinnen und Spieler stehen an diesem Tag vor allem die Abzeichen im Mittelpunkt, die es zu gewinnen gibt. Hier sind übrigens auch die Sporthelfer der Schule im Einsatz. „Das sind Jugendliche, die eine andere sportliche Ausbildung machen“, erläutert Schneider. Doch das ist eine andere Geschichte, die vielleicht an anderer Stelle erzählt werden soll.
Vorerst gibt es mehr dazu unter www.sportjugend.nrw/unsere-themen/qualifizierung/sporthelferinnen-ausbildung




















