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Wissen über Fake News 2 Go

Peter Lustig hat nichts gegen Kinder. Mr. Wissen2Go erklärte beim Overbacher Special Fake News und wie man sich dagegen wappnet.

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Folie aus der Präsentation von Mirko Drotschmann in Haus Overbach. Foto: Björn Honings
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Informativ, kurzweilig und an ein generationenübergreifendes Publikum richtete sich im Gymnasium Haus Overbach der Vortrag von Mirko Drotschmann, vielen bekannt aus Terra X. Kein Fake News übrigens, auch wenn sich der Medienmann, bekannt als MrWissen2Go in Barmen genau diesem Thema in seinem niedrigschwelligen Vortrag widmete. Außerdem beleuchtete er sogenannte künstliche Intelligenz und die mit ihnen einhergehenden Risiken. Er erklärte dem Publikum die möglichen Motivationen für die Verbreitung von Falschbehauptungen und zeigte anhand von Beispielen auf, wie man sich davor schützen kann, auf sie hereinzufallen.

Falschbehauptungen, so Drotschmann, fänden sich aus Gründen der Manipulation oder zwecks finanziellen Profits nicht nur in sozialen Medien oder verschiedensten Formen der Berichterstattung, sondern auch in der Werbung wieder. Zur Belustigung vor allem des älteren Publikum zeigte er das HB-Männchen, der Inbegriff der Zigarettenwerbung mit der wiederkehrenden Frage „Wer wird denn gleich in die Luft gehen…?“ Trotz der Witzigkeit der alten Werbespots transportierten diese jedoch Unwahrheiten, die die Gesundheit derjenigen gefährdeten, die auf die Manipulation hereinfielen.

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Ernster wurde es, als er beispielhaft anhand des US-amerikanischen Rechtsextremen Alex Jones über die gezielte Verbreitung von Unwahrheiten über Politik und Politiker sprach. Ebenso stellte Drotschmann die missbräuchliche Verwendung von Aufnahmen in irreführendem Kontext als wiederkehrende Methode in den Vordergrund. Ein zentrales Werkzeug der Manipulation, so der Medienmann, sei die emotionale Wirkung von Bildern und Videos. Die unterbewussten Vorurteile und Ängste instrumentalisierten die Menschen und sorgten für Interaktion mit Beiträgen und deren Verbreitung.

„2go“ – was aufgelöst für Informationen zum Mitnehmen für Zwischendurch meint – gab Drotschmann dem interessierten Publikum Hilfestellung beim Erkennen von Manipulation im Netz. Demonstriert wurde die Rückwärtssuche von Bildern sowie das Erkennen häufig auftretende Fehler in künstlich kreierten Bildern und Videos. Die sogenannten künstlichen Intelligenzen hätten noch Probleme mit Schatten, Proportionen und Gliedmaßen, stellten aber ein enormes Potenzial der Fehlinformation und Manipulation dar.

Soziale Medien seien mittlerweile unter den häufigsten Informationsquellen in allen Altersgruppen zu finden. Die eigentliche Problematik liege jedoch dem Vortragenden zufolge in der Auswahl der Kanäle. Er stellte die Relevanz von Quellenarbeit, Informationsabgleich und redaktioneller Kontrolle hervor, betonte jedoch auf Nachfrage, dass analoge Medien nicht zwangsläufig besser seien.

Prominentes Beispiel: Wer hat noch nicht von dem Gerücht gehört, dass Peter Lustig, der berühmte Protagonist der Kinderserie Löwenzahn, keine Kinder möge? Das galt für die Mehrheit der Anwesenden. Sie erfuhren, dass ihnen durch gezieltes Weglassen von Zusammenhängen ein Bär aufgebunden worden war. Peter Lustig hatte in einem Interview darüber gesprochen, dass es anstrengend sei, mit Kindern zu arbeiten. Im gleichen Interview hatte er sich kritisch über die BILD-Zeitung geäußert, und in der Folge erschien die mutmaßlich bewusste Falschdarstellung seiner Aussage in der Zeitung des Springer-Verlags.

Die abschließende Darstellung der Bedrohung der Demokratie durch Fake News blieb vergleichsweise kurz. Die Manipulation der Wahrnehmung der Menschen und der Glaubwürdigkeitsverlust des Systems könnten zu Irrglauben führen und den Wunsch nach autoritären Führungspersonen stärken.

Schulleiter Thorsten Vogelsang zeigte sich dennoch überaus zufrieden mit dem Abend. In Overbach bilde man die Lehrkräfte auch dazu weiter, auf Schüleraussagen zu reagieren, die mit der Verfassung in Konflikt stünden, erklärte er im Gespräch. Beispielsweise halte er die Annahme für falsch, dass der Beutelsbacher Konsens eine Zurückweisung faschistischen Gedankenguts nicht erlaube. In diesem Sinne müssten Lehrkräfte nicht neutral sein – im Gegenteil. Es sei die Aufgabe des Kollegiums, die Würde eines jeden Menschen zu schützen und die Schülerschaft in diesem Sinne zu bilden.


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