Bei der Betriebsversammlung am Montagabend wurde der Belegschaft das Finale verkündet: Die Insolvenz der „Schwan GmbH“ ist nicht mehr abzuwenden. Damit ist zumindest vorerst das ehrgeizige Projekt der Vorzeigegastronomie am Schwanenteich gescheitert.
Viele Optionen und Interessensbekundungen habe es gegeben, noch in der vergangenen Woche sei ein Interessent zum Ortstermin gekommen, aber letztlich wollte keiner im angestammten Haus die Gastronomie fortführen. „Einige haben gesagt, es ist zu groß, zu überdimensioniert“, gibt Insolvenzverwalter Dr. Dirk Wegener einen Einblick in die Gespräche. Betroffen ist ein 75-köpfiger Mitarbeiterstamm, worunter allerdings auch viele Teilzeitkräfte seien. Die meisten, so die Aussage von Dr. Wegener, würden sicher zügig neue Anstellungen finden. Schließlich seien die Kräfte in der Gastronomie gerade sehr gefragt. Jetzt bleibe ihm nur noch, die GmbH abzuwickeln.
Das bestätigt Max Lenzenhuber, jetzt ehemaliger Geschäftsführer der Schwan GmbH, auf Nachfrage. Die Betroffenheit und auch die Trauer der Belegschaft sei groß gewesen. Lenzenhuber betont, dass darüber hinaus die Auszubildenden durch persönlichen Einsatz von Mitgeschäftsführer Bernd Geiger und Restaurantmanager Pablo Luis Steiner bereits in neue Häuser vermittelt worden seien. Was aus den Mitarbeitern am Standort Marktplatz/Bauernhofcafé wird, ist noch unklar. Hier wollen die Brüder Ross und Paddy Lynch mit Henrik Heinen das Konzept von Max Lenzenhuber fortführen und ausbauen. Personalgespräche werden derzeit geführt. Ebenfalls ausgegliedert wurde bereits das Bauernhof-Eis als eigenständiger Betrieb.
Und was passiert jetzt mit der Immobilie „Schwan“? Sie ist nicht Teil der Insolvenzmasse. Die „Schwan GmbH“ ist Mieterin bei der „Grundstücksgesellschaft am Schwanenteich“. Ihr gehört das Gebäude an der Großen Rurstraße mit der Hausnummer 15c. An der Eigentümergesellschaft ist Max Lenzenhuber laut eigener Aussage mit 16 Prozent beteiligt, außerdem ist er laut northdata seit Mitte letzten Jahres deren Geschäftsführer. Der Plan sieht jetzt nach Auskunft von Lenzenhuber vor, einen neuen Pächter für die Immobilie zu suchen: „Jeder kann, der möchte, eine oder beide Ebenen mieten“, teilt er auf Rückfrage mit. Das schließt auch Fastfood-Ketten wie den großen McD nicht aus. „Wenn jemand mit einem seriös erscheinenden Mietangebot kommt, wird die Gesellschaft es auch annehmen“, so Geschäftsführer Lenzenhuber, der einmal mehr darauf verweist, dass er in Zukunft nur einen 16-prozentigen Stimmanteil an dieser Entscheidung habe. Die Stadt Jülich, mit der ein Erbpachtvertrag geschlossen wurde, hat hier keinen Einfluss, wie Bürgermeister Axel Fuchs auf Nachfrage bestätigte. „Die Zinsen wurden auf einen Schlag bezahlt.“ Das Grundstück kehrt nach Ablauf des Erbpachtvertrages in den kommunalen Besitz zurück.
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