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Open Minds: Ohne Denkverbote – mit Stipendium

Das Victor Rolff Stipendium für Schülerinnen und Schüler „Open Minds“ eröffnete am vergangenen Wochenende das Projektjahr 2026 mit drei verschiedenen Workshops zum Thema „Medien“ und 60 wissbegierigen Jugendlichen im Overbacher Science-College.

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Open-Minds in Overbach. Foto: Björn Honings
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Gut gelaunte Jugendliche im Overbacher Science College. Und das auch noch am Wochenende. Eigentlich schwer vorstellbar, aber bei „Open-Minds“ wird viel nicht nur gelernt, sondern auch gelacht. 60 Jugendliche aus der Region trafen sich hier, um befreit von Notendruck und außerhalb der alltäglichen sozialen Zwänge am Altar der Wissenschaft zu huldigen. Sie treffen hier außerdem nicht nur alte Freunde. Das zweijährige Stipendium ist so konzipiert, dass jedes Jahr neue Teilnehmende hinzukommen, wenn die Dienstältesten sich verabschieden. Jeden Sommer beenden 30 Jugendliche das Programm und gleichzeitig rückt die nächste Gruppe nach. Seit 2023 gibt es das Stipendium und in diesem Jahr wird im März es das erste Alumni-Treffen geben, dass zukünftig jedes Jahr im September stattfinden und die bestehenden Netzwerke fördern und erweitern soll.

Die geförderten Jugendlichen lernen jeweils an zwei mal sieben Terminen verschiedenste disziplinenübergreifende Themen kennenlernen. Man wolle den Heranwachsenden verschiedene Möglichkeiten akademischer und beruflicher Zukunft präsentieren und gleichzeitig Weltoffenheit und Kreativität fördern, unterstrich die Koordinatorin Danylyuk. Alle Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden deshalb übernommen. In seiner Bewerbung, erinnert sich Felix Spiller, habe er darüber geschrieben, wie man seiner Ansicht nach offene Menschen erkennt. Mit seiner Perspektive auf die Konstruktivität von Meinungsverschiedenheiten hat er es zum Kennenlerntag geschafft, bei dem er dann mit seiner begeisterten Art überzeugen konnte.

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Das Stipendium sei, wie die Koordinatorin Nataliya Danylyuk erklärt, nicht für die Schülerinnen und Schüler mit den besten Noten erdacht worden. Vielmehr sei das Ziel, den Jugendlichen mit Freude am Lernen verschiedene neue Themen zu präsentieren, die so in den Lehrplänen nicht vorkommen, so die Ukrainerin. Benjahmin Rost, erklärte, seine bisherige Lieblingsveranstaltung sei der Ausflug zum Heimbacher Wasserkraftwerk gewesen. Während der gesamten Tour durch das über 100 Jahre alte Gebäude im Jugendstil habe er das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommen.

Das Eröffnungsthema dieses Jahres wurde in drei verschiedenen Workshops von zwei Dozenten und zwei Dozentinnen vorgestellt. Die jungen von Neugier Getriebenen konnten hier, wie bei jeder Veranstaltung, eigene Interessenschwerpunkte setzen und sich eins der ganztägigen Seminare aussuchen. Deborah Neubecker erinnert sich freudestrahlend an die aus ihrer Sicher bisher beste Veranstaltung zum Thema Forensik. Die verschiedenen Gruppen konstruierten auf Basis des Gelernten unterschiedliche Tatorte, die es dann für eine der anderen Gruppen zu lösen galt. Beim diesmaligen Thema Medien, so Henny Lang, erhoffe sie sich insbesondere neue Erkenntnisse zum Thema Recherche und Quellenarbeit. Alle vier Jugendlichen im Gespräch sind sich einig, dass Fakenews eins der bedeutenden Probleme unserer Zeit sind und gehen davon aus, am Ende des Wochenendes gewappneter zu sein.

Präsentiert wurde der Themenkomplex „Medien“ von vier Dozierenden. Jannik Saxler, Mediengestalter, mitunter verantwortlich für live-Produktionen beim SWR und selbst ehemaliger Overbacher, und Nika Layegh, Redakteurin und Moderatorin beim SWR, stellten ihren Zuhörenden den redaktionellen Alltag vor und führten sie in die Produktion von Text und Videomaterial ein. Anhand von eigens gewählten Themen produzierten sie ihre eigenen Nachrichten-Reels vom Skript, bis hin zu Aufnahme und Schnitt. Judy Herzog, Dozentin an der Universität Mainz und Medienpädagogin, zeigte Gefahren von Fakenews und Manipulation auf, indem sie ihre Seminarteilnehmenden anhand der Erstellung eines fingierten Instagram-Profils erkennen ließ, wie einfach es ist, ganze Existenzen zu erfinden. Natürlich nicht öffentlich. Der zweite Herzog, mit Vornamen Lukas, wissenschaftlicher Mitarbeiter und ebenfalls Dozent an der Universität Mainz, führte an die Recherchearbeit und Quellensuche heran. Dem HERZOG erklärte Herzog, ihm sei es wichtig, nicht nur steif einem inhaltlichen Plan zu folgen, sondern auf die Interessen und Fragen seiner Zuhörerschaft einzugehen, wodurch das Seminar mit einer Vertiefung in das Gebiet der Cybersicherheit und Anonymität im Netz geendet habe.

Felix Spiller erinnert sich an die letztjährige Sommerwerkstatt zum Thema Wellen, bei der in seinem Workshop eine Antenne konstruiert wurde, mit der sie, sehr zur Freude aller, das WLAN-Signal verstärken konnten. Nach dem Vertiefungskurs zum Thema Medien im März folgen in diesem Jahr Workshops zur Astrofotografie und ein dazu passender Exkurs. Wie jedes Jahr finden im Sommer das „Energy Lab der Zukunft“ und darauffolgend die bereits erwähnte Sommerwerkstatt statt, bevor das Projekt für dieses Jahr mit einem Eintauchen in die Welt der Architektur endet.

Felix Spiller und Henny Lang sind bereits in ihrem zweiten Jahr des Stipendiums und haben sich schon lange darauf gefreut, zurück in die Community des gemeinsamen Lernens und Wachsens zurückzukehren. Im Verlauf des Stipendiums ist eine generationenübergreifende Gemeinschaft entstanden, in der beispielsweise das Quasi-„quasi“-Verbot überliefert wird. Lachend vermerkt Benjahmin Rost, der noch im ersten Stipendiumsjahr ist, auf einer Strichliste ihre Verstöße, als sie davon erzählen. Auch Vergehen der Dozenten seien da mittlerweile vermerkt.

Die aktuelle Bewerbungsphase läuft noch bis zum 28. Februar. Interessierte sind eingeladen, sich bei Fragen an Nataliya Danylyuk zu wenden oder die Website des Viktor Rolff Stipendiums aufzusuchen.


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