Am Aschermittwoch ist alles vorbei, weiß der singende Volksmund nur zu gut. Nachdem vielerorts viele Menschen kräftig gefeiert haben, ist am besagten Mittwoch Schluss mit lustig gewesen und die christliche Fastenzeit angebrochen. Bis Ostern üben sich alljährlich viele Christen im Verzicht, auf Fleisch, auf Alkohol, auf Süßes. Der Verzicht aus religiösen Gründen ist auch im Islam üblich, in diesem Jahr liegen christliche Fastenzeit und Ramadan sogar parallel zueinander. Manch einer verzichtet zudem aus gesundheitlichen Gründen auf Essen, Trinken und Genussmittel. Der HERZOG beschäftigt sich in loser Folge mit den verschiedensten Arten des Fastens.
Eine, die sich der Gesundheit zuliebe regelmäßig „einschränkt“, ist Elke van Balen. Angefangen hat das vor „über 20 Jahren“, stellt sie im Gespräch selbst etwas überrascht fest. Auslöser waren damals zum einen der Nebenjob in der Küche des Naturkostrestaurants „Königshäuschen“, wo gesunde Ernährung täglich Brot war, und der Kontakt zu einem Heilpraktiker, der das Thema Heilfasten ansprach. Diverse Gespräche und „schlaue Bücher“ später startete sie in die erste Fastenwoche. Eine gute Vorbereitung, so die nachwirkende Erfahrung, sei unglaublich wichtig. Und gleich noch ein Tipp: Am besten ärztlich abklären lassen, ob Fasten überhaupt das Richtige ist.
Denn die Auswirkungen auf den Körper und seinen Stoffwechsel sind schon erheblich, wenn mehrere Tage oder gar Wochen lang nur Wasser, Saft und Tee auf dem Speiseplan stehen. „Der Kreislauf ist nicht so stabil, man friert mehr, der Körper signalisiert ganz klar, dass er Ruhe möchte,“ beschreibt Elke van Balen ihre Erfahrungen. Die ersten Tage seien die schwierigsten, da ist das Hungergefühl noch da. Die meisten Kaffeetrinker werden zusätzlich von Kopfweh geplant – Folge des Koffeinentzugs.
Aber warum tut man sich das dann überhaupt an? Van Balen muss lachen: „Es tut einfach gut.“ Man könne besser schlafen, die Konzentration steige, der Blutdruck hingegen sinke. Auch das Hautbild profitiert, ganz zu schweigen von der Anzeige auf der Waage. Der Gewichtsverlust ist allerdings eher ein schöner Nebeneffekt. Und wenn man nach der Fastenzeit nicht gleich wieder in die Vollen geht, spielt auch der Jo-Jo-Effekt nur eine untergeordnete Rolle. Und am Ende mache erst der Verzicht bewusst, wie schön der Genuss eigentlich ist. „Das schönste, nach jeder Art von Fasten, ist das erste richtige Essen“, schwärmt der überzeugte „Fasten-Fan“, „die Zähne kriegen wieder etwas zu tun, herrlich!“
Ausprobiert hat Elke van Balen bisher Heilfasten, Basenfasten und Saftfasten. Die Unterschiede, hier in aller Kürze, sind erheblich: Beim Heilfasten stehen ausschließlich Tees, verdünnte Säfte und Brühen auf dem Speiseplan, ungezuckert und ohne zusätzliches Salz versteht sich. Auch beim Saftfasten gibt es nichts zum Kauen. Dagegen werden vor allem frisch gepresste Säfte aus möglichst verschiedenen Obst- und Gemüsesorten getrunken, ebenfalls begleitet von reichlich Wasser, Tee und auch Brühe. Etwas weniger radikal ist das sogenannte Basenfasten. Dabei verzichtet man auf säurebildende Lebensmittel wie Kaffee, Fleisch, Weißmehl- und Milchprodukte oder Zucker. Gesalzen wird nur wenig, Gemüse wird gedünstet und frisches Obst gibt es reichlich. Eines gilt jedoch für alle Fastenarten: Zu Beginn bedarf es einer gründlichen Darmentleerung und nach dem Fasten sollte der Körper langsam an üppigere Nahrung gewöhnt werden.


















