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Stadt „übernimmt“ 45 Altkleidercontainer

Neuorganisation der Alttextilsammlung im Stadtgebiet Jülich

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Altkleider Container. Foto: pixabay
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Die Alttextilsammlung in Jülich wird neu organisiert. So wurde es im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss beschlossen. Die Regelung soll zunächst bis Ende 2030 gelten.

Hintergrund der Änderung sind verschärfte gesetzliche Vorgaben ab 2025 sowie eine zunehmend schwierige Marktlage im Bereich Altkleider. Künftig besteht bundesweit die Pflicht zur getrennten Sammlung von Alttextilien. Gleichzeitig ist der Markt für gebrauchte Kleidung stark eingebrochen. Viele gesammelte Textilien sind nicht mehr tragfähig oder stark verschmutzt und müssen kostenpflichtig entsorgt werden. Die Erlöse aus der Verwertung reichen häufig nicht mehr aus, um Sammlung und Logistik wirtschaftlich zu betreiben. Zudem kommt es vermehrt zu Vermüllung an Containerstandorten – ein Problem, das auch in Jülich sichtbar ist.

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Die Verwaltung schlug daher vor, dass die Stadt selbst stärker in die Verantwortung geht. Konkret sollen 45 Container eines bisherigen gewerblichen Sammlers übernommen werden. Außerdem wird eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit dem Zweckverband Entsorgungsregion West (ZEW) abgeschlossen.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die Neuregelung weniger eine freiwillige Entscheidung als vielmehr eine Reaktion auf äußere Rahmenbedingungen ist. Mehrere Ausschussmitglieder betonten, dass der Altkleidermarkt sich in einer strukturellen Krise befinde. Fast Fashion, minderwertige Textilien und hohe Entsorgungskosten führten dazu, dass sich gewerbliche Sammlungen vielerorts nicht mehr rechneten.

Es wurde auch thematisiert, dass Containerstandorte häufig als „wilde Müllplätze“ missbraucht werden, was zusätzliche Reinigungskosten verursacht und das Stadtbild beeinträchtigt. Eine stärkere kommunale Steuerung könne hier für mehr Kontrolle und Ordnung sorgen.

Gleichzeitig wurde die finanzielle Seite angesprochen: Sollte die Verwertung dauerhaft defizitär sein, müsse die Stadt mögliche Mehrkosten tragen. Die Verwaltung erklärte, dass man die Entwicklung genau beobachten und die Vereinbarung zunächst befristet abschließen wolle, um flexibel reagieren zu können.


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