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Die Herausforderung der freien Wahl

Eine Woche lang haben sich 15 Jugendliche mit verschiedenen Aspekten der Zukunft auseinandergesetzt. Ihre Ergebnisse präsentieren sie beim heutigen Zukunftstag auf dem Marktplatz.

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Auch ein Filmdreh war Teil der Workshop-Woche. Foto: Britta Sylvester
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Spannend, interessant, abwechslungsreich – es hagelte förmlich positive Rückmeldungen auf die Frage „Wie gefällt es Euch?“ 15 Jugendliche und beinahe genaue so viele Erwachsene, Betreuer wie Dozierende, wuselten durch die Gänge des Overbacher Science College SCO, steckten die Köpfe zusammen und planten, filmten, sägten und maßen Holzbalken aus. Wie vielfältig das Tagesprogramm war, wurde gleich auf den ersten Blick deutlich. Dabei bot dieser nur einen sehr kleinen Ausschnitt aus dem Angebot der umfangreichen viertägigen Veranstaltung.

Gemeinsam hatten die Lokale Aktionsgruppe (LAG) der Leader-Region an Inde und Rur und das Science College in Overbach die „Erste Generation“ eingeladen, sich vier Tage in einem „Zukunftsatelier“ Gedanken um verschiedene Aspekte von Zukunftsgestaltung zu machen. Dabei reichte die Spanne von nachhaltigem Bauen hin zu Medien, hier vor allem fokussiert auf die Gestaltung von und die Technik hinter Ton und bewegten Bildern. Eine dritte Gruppe setzte sich unter der Überschrift „Zukunft 2045“ mit der komplexen Frage auseinander, wie sie leben wollen und was sie selbst in die Hand nehmen können, um ihre Ziele zu erreichen.

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Dabei standen die Jugendlichen gleich am Montagmorgen vor der „Herausforderung der freien Wahl“, wie es Karin Piesch, Regionalmanagerin der LAG, ein wenig schmunzelnd zusammenfasste. Die Jugendlichen würden sonst ja eher selten gefragt, was sie machen wollten, zeigte Piesch viel Verständnis für die anfängliche Unsicherheit. „Ich finde es cool, dass wir selbst aussuchen konnten, was wir machen wollen“, unterstützt Schülerin Samma, die eigens aus Marl angereist ist, genau diesen Eindruck. Anfangs sei „diese neue Art des Ablaufs ein wenig unübersichtlich“ gewesen, meint auch Bruno und ergänzt, dass er das Angebot sehr spannend findet. Überhaupt begreifen die jungen Menschen die vier Workshop-Tage mit all ihren Facetten als große Chance. „Das professionelle Equipment ist toll, das ist eine Chance, die man sonst nicht hat“, weiß Samma.
Auch Luca und Sebastian, beide Schüler an der Gesamtschule Niederzier-Merzenich, ist der Spaß am Tun förmlich anzusehen. „Es macht Spaß das Endprodukt zu sehen, die technischen Möglichkeiten sind viel größer als das, was man sonst so kennt“, beschreibt Luca seine Faszination. Der Workshop könne vielleicht sogar seine Berufswahl beeinflussen, überlegt sein Mitschüler laut. Auch das ein Aspekt der Zukunftsgestaltung, den die drei Workshops hier quasi nebenbei anschneiden.

Spannende Einblicke und professionelles Equipment in der Medienwerkstatt. Foto: Britta Sylvester

Während in der Medienwerkstatt fleißig an dem Film gearbeitet wurde, der am Ende die ganze Woche wiedergeben soll, geht es vor den Türen des großen grünen Gebäudes deutlich lauter zu. Hier wird gesägt, gehämmert, gehobelt. Aus Jahrhunderte alten Dachbalken, erklären die Jugendlichen, soll eine Sitzbank entstehen, zusammengehalten aus Spanngurten. Denn, das ist die Idee hinter dem „Zirkulären Bauen“: „Die Materialien sollen weiter genutzt werden können. Wenn man Kleber verwendet, geht das schlecht“, wirft Karin Piesch ein, die als ausgebildete Tischlerin die Frau vom Fach ist. Aktuell scheinen weder die Bank-Bauer noch die drei Freundinnen, die ausrangierte Stühle zu einem besonderen, gemeinschaftlich wie alleine nutzbaren Sitzmöbel zusammenfügen wollen. „Wir haben uns ein Stecksystem überlegt“, erklären Jana und Lada ihre Idee. Welches Ergebnis der nachhaltige Möbelbau und der erste eigene Filmdreh am Ende des vierten Tages ergeben haben, werden die jugendlichen Workshops-Teilnehmer mitten auf dem Marktplatz selbst präsentieren. Wer einen Blick vorab riskieren möchte, findet auf dem Instagram-Account der Leader-Region die Ergebnisse der Workshop-Arbeit.

Aus uralten Balken entsteht etwas Neues. Foto: Britta Sylvester

Spannend bleibt, was die Teilnehmenden im dritten Workshop erarbeitet haben, denn sie haben sich mit der „Zukunft 2045“ „irgendwo hin, in die Natur rund um das SCO“ zurückgezogen. Vielleicht werden auch die Ergebnisse einer „sehr regen, sehr lebhaften“ Diskussion zu Klimaethik Eingang in die Ergebnisse gefunden haben. Sie alle werden, passend zum Thema der Woche, beim Zukunftstag dabei sein. Und auch dort sicherlich vieles zu erzählen, zu zeigen, aber auch zu fragen und diskutieren zu haben. Auch das war Teil des Programms am SCO. Für den Mittwochabend hatten die Organisatoren lokale Politiker zum „Kamingespräch“ eingeladen, berichtet Judith Weber, die ebenfalls als LAG-Regionalmanagerin die Woche begleitet hat. „Das war ein gutes Gespräch, die Jugendlichen haben viele, auch kritische Fragen gestellt“, resümiert sie den Abend. Zu Gast waren unter anderem Landrat Dr. Ralf Nolten, Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs und MdL Gudrun Zentis (Bündnis 90/Die Grünen). Nolten und Zentis stellten sich zur großen Freude der Jugendlichen am Abschluss des Abends noch für ein zusätzliches Interview zur Verfügung, das ebenfalls Teil des Films werden wird.

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Klönschnacktee mit der Muttermilch aufgesogen und inzwischen beim rheinische Kölsch angekommen. Übt sich in der schreibenden Zunft seit Studententagen zwischen Tagespresse und Fachpublikationen und… wichtig: ließ das JüLicht mit leuchten.

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