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Fest der Kulturen trifft „Pasqualini“?

Zusammenarbeit fürs verbesserte Festprogramm: Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration sprach sich dafür aus, das Pasqualini zeitsprung Festival 2027 um einen eigenen Bereich verstärken zu wollen. Allerdings bleibt das auch eine Frage der Kapazitäten.

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Abb: La Mechky Plus
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Für und wider im Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration (CI): Feststand, dass das nächste Fest der Kulturen ein Jahr geschoben werden muss. Statt im September 2027 wird es – wegen Terminkollision mit dem Pasqualini Zeitsprung Festival – im September 2028 stattfinden. Allerdings fand der Vorschlag große Zustimmung, sich am dreitägigen Stadtfest im kommenden Jahr zu beteiligen. In der Sitzung wurden die Weichen gestellt. Vorausgegangen war eine intensive Diskussion.

Das Organisations-Team der Verwaltung und Engagierte aus dem Rat hatten sich bereits bei Bekanntgabe des Festival-Datums im Ausschuss für Kultur, Dorf- und Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung (KDSW) für eine gute Lösung mit dem Fest der Kulturen ausgesprochen. Dem CI und damit auch den entsprechenden Vereinen wurde die Möglichkeit zugesprochen, sich zusätzlich zum eigentlichen Fest 2028 auch als eigener Teil des „Pasqualinis“ 2027 zu präsentieren. Beispielsweise im Rahmen einer noch final zu benennenden „internationalen Meile“ ähnlich der „Kunstmeile“ im letzten Jahr, aber auch Auftritte auf der Kulturbühne würden Platz im Programm finden.

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Dezernent Richard Schumacher erklärte die Situation noch einmal und betonte, dass es mit der gemeinsamen Lösung jedes Jahr eine Präsentationsmöglichkeit für die Vielfalt der Stadt geben könne. Dafür empfahl er, zwei Ausschussmitglieder in das Planungsteam des Festivals zu entsenden. Es sei aber auch wichtig, dass die Akteurinnen und Akteure aktiv mitwirkten, da die bisherige Planungsgruppe zwar gerne die Begleitung auch für die neuen Mitglieder übernehme, aber selbst in ihren ausführenden Kapazitäten begrenzt sei.

Ob es denn nicht möglich sei, statt des Fests der Kulturen das Pasqualini Zeitsprung Festival ein Jahr zu schieben, fragte Nataliya Danylyuk (Jükrainer) an. Der Dezernent entgegnete, dass ein zweijähriger Rhythmus für das große Festival bereits von Anfang an gesetzt gewesen sei und es sich um gänzlich andere Dimensionen handle. Dagegen wollte es Dennis Prudlik (Jükrainer) genauer wissen: Wo denn diese Meile vorgesehen sei? Die Antwort: Das stehe noch nicht genau fest. Schließlich habe man erstmal wissen wollen, ob das Angebot für die Zusammenarbeit vom CI angenommen werde. Gesetzt seien Schlossplatz, Kirchplatz und Marktplatz für die Säulen Kultur, Geschichte und Wissenschaft – wie im letzten Jahr. Mögliche Standorte für die Meile seien die „Fußgängerzone“ zwischen den drei Bereichen oder die Poststraße, die extra dafür gesperrt würde. Das seien aber bisher nur Ideen. Welche Lösung die beste ist, das würde man in Absprache mit dem Ausschuss herausfinden.

Mit der Perspektive aus ihrem Amt als Integrationsbeauftragte berichtete Beatrix Lenzen, dass ihr auf dem letzten Pasqualini Zeitsprung Festival die individuelle Vielfalt, die Jülich auch ausmache, gefehlt habe. Es würde Jülich daher „gut zu Gesichte“ stehen, diese nicht nur beim Fest der Kulturen, sondern auch beim Festival sichtbar zu machen. Eine internationale Meile der Vielfalt sei eine gute Idee, aber sie selbst habe nicht die Kapazitäten, diese zusätzlich zu organisieren. Allerdings bot sie an, Kontakte herzustellen. Es gebe außerdem mittlerweile viele Einzelpersonen, Familien und Nachbarschaften, die vielleicht nicht jedes Jahr etwas beisteuern könnten, aber dies sei ja nach wie vor alle zwei Jahre beim Fest der Kulturen möglich. Nach dem zehnten Mal könne man bestehende Veranstaltungen auch nochmal neu denken.

Der Kapazitätsfrage pflichtete Christine Klein (B’90/Die Grünen) bei und ergänzte, dass das Fest der Kulturen bereits im KDSW niemand in Frage gestellt habe. Mo Khomassi (SPD) bezog sich ebenfalls auf Lenzen und bestätigte deren Eindruck, dass die internationale Vielfalt beim Premieren-Festival gefehlt habe. Man könne mit der Teilnahme zeigen, was Vielfalt bedeute und, mit einem Augenzwinkern, „vielleicht Stimmung reinbringen“. Allerdings müsse man – so auch die Integrationsbeauftragte – die „Meile“ an das Event anpassen und könne nicht alles genau wie beim Fest der Kulturen machen. Nach Khomassis Vorstellung solle es wie „eine kleine Reise“ sein, wenn man die Meile betritt.

Einige Stimmen sprachen sich dafür aus, das Thema in die nächste Sitzung zu verschieben, um Hintergrund- und Kapazitätsgespräche zu führen. Diesen entgegnete Frank Radermacher (CDU), dass ein Jahr für ein so großes Festival wie das „Pasqualini“ wenig Zeit sei, auch wenn es jetzt noch weit weg wirke, und jeder verstreichende Monat fatal sei. Außerdem eröffne eine Teilnahme die Möglichkeit, mehr Menschen aus einem größeren Umkreis zu erreichen. Um Sorgen zu nehmen, unterstrich Dezernent Schumacher, dass es nichts zu verlieren gebe: Wenn der Ausschuss feststelle, dass doch nicht genug Kapazitäten für die „Meile“ vorhanden seien, könne man auch bereits in der Planungsphase wieder aussteigen. Ebenso sei eine erneute Teilnahme am übernächsten Festival zwar sicher möglich, aber niemand würde sie zwingen, falls sich 2027 herausstellen sollte, dass es sich nicht lohnt.

Nach einigen Wortwechseln stellte Mohamed Hamze (Al Sadek) schließlich die Frage, warum überhaupt diskutiert werde. Seine Meinung sei: Einfach beschließen und die Details später klären, absagen könne man zur Not immer noch. Daran schloss sich die Abstimmung an: Bei einer Enthaltung wurde der Vorschlag, sich als Ausschuss beim Pasqualini Zeitsprung Festival zu beteiligen, angenommen.


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