Strahlender Sonnenschein, strahlende Gesichter bei allen drei Organisatoren – auf diese kurze Formel lässt sich dieser Fußballnachmittag bringen. Nein, die Rede ist nicht von der Fußballweltmeisterschaft: Nicht nur jenseits des Atlantiks wird gekickt, auch auf dem Platz des SV Jülich 1910/27 Jülich wurde ein Turnier ausgetragen. Acht Mannschaften traten auf Einladung von Emmanuel Ndahayo von der Servicestelle Antidiskriminierung der Caritas, Mo Khomassi vom libanesischen Kulturverein Al Sadek und Wolfgang Gerkens, Geschäftsführer des SV Jülich 1912, gegeneinander an. Eröffnet wurde das Turnier mit einem Freundschaftsspiel zweier gemischter Jugendmannschaften des SV Jülich 1912. „Wir schonen unseren Rasen“, erläuterte Gerkens augenzwinkernd, warum man auf den Platz des benachbarten Vereins ausgewichen war.
Der Gedanke hinter dem sportlichen Ereignis: gemeinsam ein deutlich sichtbares Zeichen gegen Rassismus, Diskriminierung und gesellschaftliche Ausgrenzung setzen. Wenn dann auch noch sichtbare Freude auf und neben dem Platz dazu kommt, kann man wohl konstatieren: Mission gelungen. „Bei uns im Verein spielen 13 Nationen“, so Gerkens, „und auf dem Platz interessiert es niemanden, woher einer kommt. Es geht um Fußball und um die Mannschaft.“ So einfach kann das sein. Dass auch abseits des Spielfelds die Zusammenarbeit wichtig ist, stellte Mo Khomassi in seiner Begrüßung fest: „Durch die hervorragende Zusammenarbeit konnten wir dieses Turnier auf die Beine stellen und zeigen, wie Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kulturen gemeinsam etwas Positives schaffen können.“ Dafür habe es finanzielle Unterstützung aus dem Migrationsfonds des Bistums Aachen gegeben, berichtete Carsten Düppengießer vom Caritasverband Düren-Jülich.
Unterstützung kam auch von der Jülicher Awo in Gestalt von Britta und Patrick Dohmen, die unter anderem eine Hüpfburg für die vielen Kinder organisiert hatten. Patrick Dohmen sorgte außerdem als Moderator am Mikro dafür, dass die Gäste jederzeit über den aktuellen Spielstand informiert waren – auch wenn sie sich zwischenzeitlich in den weiter entfernten Schatten geflüchtet hatten. Denn für ihr ersten Turnier hatten sich die drei Veranstalter einen der bisher wohl wärmsten Tage des Jahres ausgesucht. Dass ausgerechnet am 20. Juni gespielt wurde hatte einen Grund, wird doch weltweit an diesem Tag an das Schicksal von Geflüchteten erinnert. Künftig soll das Turnier jährlich stattfinden, begleitet von dem Wunsch, dass es eines Tages einfach „nur noch“ ein Fußballturnier sein kann und nicht mehr auf Rassismus und Diskriminierung aufmerksam machen muss. Doch noch lautete die Aufforderung mit der Mo Khomassi den sportlichen Wettstreit eröffnete: „Lasst uns heute nicht nur Fußball spielen, sondern auch zeigen, dass Zusammenhalt stärker ist als Vorurteile und dass Vielfalt unsere Gesellschaft bereichert.“
Nach einem schweißtreibenden Nachmittag für Spieler wie Zuschauer, setzte sich schließlich in einem spannenden Finale die Gastgebermannschaft des SV Jülich 1912 Jülich gegen das Team „Perfekt Genießen“ durch. Nach einem torlosen Spielverlauf brauchte es ein Elfmeterschießen, um den Sieger zu ermitteln. Der SV Jülich 1912 Jülich gewann vom Punkt mit 3:1 gegen Perfekt Genießen. Das Teilnehmerfeld in der Reihenfolge ihrer Platzierungen:
SV Jülich 1912
Firma Perfekt Geniessen
Interstars
BSG-Allstars
BSG-Multikulti
Kamer-Jülich
Bad Boys
Firma Pulsm GmbH








































