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Bürgerdialog zu schwierigem Thema

Begleitetes Sterben oder begleitetes Leben? Die Hospizbewegung Düren-Jülich lädt zu einem Bürgerdialog in die Marienkirche ein. Referent ist der Mediziner und Ethiker Professor Frank Erbguth.

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Professor Frank Erbguth wird zum Thema "assistierter Suizid" referieren. Foto: privat
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Unsere Gesellschaft erlebt einen tiefgreifenden Wandel: Das Thema assistierter Suizid ist aus der ethischen Nische mitten in den gesellschaftlichen Diskurs gerückt – spätestens seit den Schlagzeilen rund um die Kessler-Zwillinge und ihren angekündigten Freitod, so die Hospizbewegung Düren-Jülich. Sie stünden sinnbildlich für eine Gesellschaft, in der der Wunsch nach Selbstbestimmung bis zur letzten Stunde immer häufiger artikuliert und realisiert wird. Doch was bedeutet dieser Wandel für die Menschen im Gesundheitswesen, die Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit und für uns alle, die sich früher oder später mit dem Thema Sterben befassen müssen? Um diese hochaktuelle Frage zu beleuchten, lädt die Hospizbewegung Düren-Jülich zu einem Bürgerdialog ein. Unter der Überschrift „Begleitetes Sterben oder begleitetes Leben: aktueller Stand in Deutschland“ referiert der renommierte Mediziner und Ethiker Professor Frank Erbguth in der Dürener Marienkirche.

„Für eine persönliche Haltung zu diesem wichtigen Thema brauchen wir unbedingt auch eine öffentliche Diskussion“, betont Dr. Detlef Struck, Vorsitzender der Hospizbewegung. „Daher sind wir sehr froh darüber, mit unserem Bürgerdialog ein Forum dafür bieten zu können.“ Mit ein wenig Stolz blicken Dr. Struck und seine Vorstandskolleginnen und -kollegen auf den Referenten des Abends. Denn mit Frank Erbguth, dem Präsidenten der Deutschen Hirnstiftung, hat die Hospizbewegung einen der profiliertesten Experten an der Schnittstelle von Hirnforschung und Ethik gewonnen. Der 69-jährige Neurologe, Psychiater und Psychologe gilt als interdisziplinärer Brückenbauer mit Blick für das Ganze. Als langjähriger Klinikdirektor blickt er auf jahrzehntelange Erfahrung in der Begleitung schwerstkranker Menschen zurück. Für seine Lehr- und Forschungstätigkeit ist das ein Fundament von großem Wert. In der Debatte um den assistierten Suizid, das begleitete selbstbestimmte Sterben, verbindet er medizinische Erfahrung und Fachwissen mit einer tiefen psychologischen und ethischen Reflexion. Als Mitherausgeber des aktuellen Standardwerks „Angewandte Ethik in der Neuromedizin“, das 2025 erschien, steht er für eine sachliche, wissenschaftlich fundierte und zugleich zutiefst humane Einordnung dieses komplexen Themas.

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„Ich möchte Orientierung darüber geben, wo wir in Deutschland in der Debatte um den assistierten Suizid stehen – nicht wissenschaftlich abgehoben, sondern ganz pragmatisch und so, dass jeder und jede mitsprechen kann. Denn auf den Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern freue ich mich am meisten“, kündigt der Fachmann an. Er wird die in weiten Teilen ungeklärte rechtliche Situation nach der Erklärung der Verfassungswidrigkeit des Paragraphen 217 („Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“) beleuchten. Was ist aktive, was ist passive und indirekte Sterbehilfe? Wie entscheiden Gerichte? Ebenso spielt die neue medizinische Leitlinie „Umgang mit Anfragen nach Assistenz bei der Selbsttötung“ eine Rolle. Sie befindet sich gerade unter Beteiligung von Professor Erbguth in der Ausarbeitung und soll verlässliche Standards und Hilfestellungen für die Menschen im Gesundheitswesen geben, die bisher mit dieser großen Herausforderung oft alleingelassen werden. „Aber auch ganz konkrete Fragen wie die nach den Voraussetzungen, den entstandenen Strukturen und den Methoden beim assistierten Suizid werde ich gerne beantworten“, verspricht der Referent. Und selbstverständlich wird er auch offen über seine ganz persönlichen Gedanken, Meinungen und Einschätzungen sprechen.

Die Hospizbewegung Düren-Jülich lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu diesem Dialog ein. Die Teilnahme ist kostenlos. Es wird aber um Anmeldung entweder telefonisch unter der Rufnummer 02421 / 393220 oder per Email an info@hospizbewegung-dueren.de gebeten.


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