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Westumgehung wieder auf dem Tisch

Alte Idee, neuer Prüfauftrag: Die letzte Sitzung des Jülicher Stadtrates vor der Sommerpause brachte ein verkehrspolitisches Thema zurück auf die Tagesordnung, das in der Stadt keineswegs neu ist: eine Westumgehung von Jülich. Sie soll den Auto- und Schwerverkehr von Linnich und Titz kommend aus der Innenstadt heraushalten. Wie zu Zeiten der Rurbrücken-Sperrung könnte die Verbindungsstrecke vor Koslar in Richtung Nordwest-Tangente in Richtung Kreisverkehr B56 / L136 in Richtung Aachen und Düren führen.

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Die „Westumgehung 2021“ führte über den Nord-Westring. Foto: Olaf Kiel
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Noch geht es weder um den Bau einer Straße noch um die Festlegung auf eine bestimmte Trasse. In einem Antrag fordern CDU und UWG JÜL eine Prüfung, ob und unter welchen Bedingungen eine Westumgehung im Bereich Jülich-West / Koslar bis zur Hasenfelder Straße machbar wäre. Dabei sollen unter anderem mögliche Trassen, Kosten, notwendige Gutachten, Landerwerb, Konfliktpotenziale sowie Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten betrachtet werden.

Anlass für den Vorstoß ist die erwartete weitere Entwicklung im Jülicher Westen. „Wenn man sich vor Augen führt, was mit dem Quartier Nierstein als deutlicher Erweiterung der Stadt Jülich entsteht“, begründete CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Radermacher den Antrag. Bereits heute gebe es zu Stoßzeiten Rückstaus vor dem Kreisverkehr am westlichen Stadteingang. Mit dem geplanten Wohngebiet „Quartier Nierstein“ und weiteren Entwicklungen sei mit zusätzlichem Verkehr zu rechnen.

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Dabei knüpft der Antrag an Überlegungen an, die bereits vor einigen Jahren angestellt wurden. Eine von der SEG Jülich 2021 beauftragte Projektskizze hatte eine Entlastung der Verkehrsströme durch eine Verlängerung der Rurauenstraße zur Hasenfelder Straße ins Spiel gebracht. Auch die während des Neubaus der Rurbrücke genutzten Umfahrungsmöglichkeiten spielen bei den aktuellen Überlegungen eine Rolle.

Radermacher machte deutlich, dass CDU und UWG zunächst Antworten auf grundlegende Fragen erwarten: Ist eine solche Verbindung überhaupt möglich? Ist sie bezahlbar? Und wäre sie tatsächlich eine realistische Lösung für die Verkehrsprobleme? „Es geht jetzt nicht um einen Beschluss“, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende, sondern um eine vernünftige Prüfung.

Skepsis kam von den Grünen. Florian Berberich hielt es zwar grundsätzlich für richtig, Verkehrsprobleme vorausschauend zu betrachten. Seine Fraktion sehe aber noch nicht, wie eine Westumgehung tatsächlich den Kreisverkehr entlasten könne. Dafür fehlten unter anderem belastbare Daten aus Verkehrszählungen. Auch die Kosten einer neuen Straße seien angesichts der Haushaltslage kritisch zu betrachten. Hinzu kämen die begrenzten Kapazitäten der Verwaltung, die bereits mit zahlreichen Projekten beschäftigt sei.

Berberich verwies außerdem auf mögliche praktische Probleme einer Trasse. Unterführung und Brücke seien schmal, Radverkehrswege müssten berücksichtigt werden, und möglicherweise wäre zusätzlicher Grunderwerb notwendig. Seine Frage richtete sich deshalb auch auf den Zeitplan: Warum müsse die Grundlagenermittlung möglichst innerhalb von vier Monaten vorliegen?

Bürgermeister Axel Fuchs nahm dem Antrag an dieser Stelle etwas Tempo. Er habe dort schließlich „möglichst innerhalb von vier Monaten“ gelesen. Grundsätzlich begrüße die Verwaltung den Prüfauftrag. Schließlich habe es bereits Planungen der SEG gegeben, und auch während des Brückenbaus hätten sich Übergangslösungen bewährt. Es gehe jetzt um eine Grundlagenermittlung, die dem Rat anschließend als Basis für weitere Entscheidungen dienen solle.

Für den Antragsteller UWG-JÜL ergriff Heinz Frey das Wort und betonte noch einmal, welche Bedeutung diese Streckenführung mit Blick auf die langfristige Entwicklung Jülichs haben könne. Einig war er sich hierin mit SPD-Fraktionsvorsitzendem Harald Garding, jedoch stimmt Garding auch mit dem Einwand der Grünen überein. Denn, so sein Einwand: Die geografischen Möglichkeiten für eine solche Verbindung seien begrenzt.

Letztlich gab der Rat der Verwaltung mit großer Mehrheit den Auftrag zur Grundlagenermittlung. Mit dem Beschluss soll nun zunächst geklärt werden, was überhaupt möglich und sinnvoll ist. Mit fünf Gegenstimmen der Grünen erteilte der Stadtrat den Prüfauftrag.


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