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Ab ins Grüne – für die Forschung

Wer das Glück hat, ein Stück Grün sein Eigen zu nennen, verbringt häufig viel Zeit genau dort. Was ein Garten für seine Besitzer bedeutet, nimmt ein Forschungsprojekt der Uni Würzburg unter die Lupe. Der HERZOG hat teilgenommen.

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Trockenheitstolerante Pflanzen sind für viele Gärtner inzwischen erste Wahl. Foto: Britta Sylvester
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„Was bedeutet ihr Garten für Sie?“ Eine gute Frage, die ich mir so noch nie gestellt habe. Dafür musste erst Dr. Arnika Peselmann vom Forschungsteam der Universität Würzburg mit Fragebogen, Aufnahmegerät und Kamera in meinem Garten stehen. Aufmerksam geworden durch einen Beitrag in einer – was auch sonst? – Garten-Zeitschrift habe ich mich als Teilnehmerin gemeldet.

Angesiedelt ist das für fünf Jahre geplante Projekt am Lehrstuhl für europäische Ethnologie und empirische Kulturwissenschaft. Folglich steht weniger die biologisch-naturwissenschaftliche Perspektive auf die Flora und Fauna, sondern vielmehr das menschliche Erleben und der Umgang mit der Pflanzen- und Tierwelt im heimischen Garten im Fokus der Forschung.

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Drei Schwerpunkte interessiert das Forscherinnen-Trio, bestehend aus Dr. Arnika Peselmann, Sherin-Michelle Grabenstein und Lehrstuhlinhaberin Professor Michaela Fenske, besonders. So betrachten sie zum einen die Herausforderungen des Klimawandels, mit denen sich auch Hobby-Gärtner konfrontiert sehen. Auch das Wissen um nachhaltiges Gärtnern erforschen die Ethnologinnen. Und schließlich widmen sie sich dem Aspekt, dass Gärten „Orte des Heilens“ sein können. Darum auch wohl die Frage danach, was mein Garten für mich bedeutet.

Das knapp einstündige Gespräch mit der Forscherin basiert auf einem sogenannten „leitfadengestützten Interview“, wie es wissenschaftlich korrekt heißt. Dr. Peselmann blickt von Zeit zu Zeit in den Leitfaden, der die grobe Richtung des Gesprächs vorgibt. Schnell fühlt es sich aber wie eine ganz normale Unterhaltung mit einem interessierten Gegenüber an. Auch das mitlaufende Aufnahmegerät ist schnell unwichtig.

Fragen nach Veränderungen, ob aus eigenem Antrieb oder von der Natur „aufgezwungen“, sind ebenso Bestandteil wie die Frage nach der Lieblingstätigkeit im Garten. Haben sich bestimmte Schädlinge besonders breit gemacht, oder sind plötzlich Tier- und Pflanzenarten aufgetaucht, die früher nicht da waren? Und wann hat das eigentlich angefangen mit dem Gärtnern?

Die hohe Flammenblume verträgt Hitze und Trockenheit nicht besonders gut. Foto: Britta Sylvester

Während bei manchen Fragen die Antworten leicht fallen, sind andere deutlich schwieriger zu beantworten. Was mache ich denn eigentlich am liebsten? Hm, ich glaube, es ist das Anpflanzen und Umgestalten. Der Besuch der Forscherin, Rundgang durch den eigenen Garten inklusive, zwingt mich dazu, über das eigentlich doch eher alltägliche Tun intensiver nachzudenken. Als Arnika Peselmann längst weg ist, fällt mir noch ein, dass die Ernte von eigenem Obst und Gemüse auch jedes Mal eine besondere Freude ist.

Weniger Freude hingegen machen die Schädlinge, die wie aus heiterem Himmel immer wieder auch über meinen Garten herfallen. Der Trockenheit sei Dank (auch wenn das irgendwie falsch klingt) sind die Schnecken in diesem Jahr allerdings kein größeres Problem. Eine Erfahrung, die der zweite Jülicher Forschungsteilnehmer Dennis Hackhausen so nicht unterschreiben kann. Eigentlich sei er wegen potentieller Bienen im Klee immer nur mit Schuhen im Rasen unterwegs. Seit allerdings immer mehr Schnecken dort ihr Unwesen treiben, gibt es einen zweiten Grund, niemals barfuß dort herumzulaufen.

Hacken, Unkraut jäten, Bäume schneiden, Gemüse ernten und auch der Kampf gegen Schnecken – die selbstgewählte Arbeit nimmt eigentlich kein Ende. Seit einigen Jahren kommt dem Gießen immer mehr Bedeutung zu. Die Sommer werden heißer, die Niederschläge weniger. Selbst die inzwischen drei großen Regenwassertonnen in unserem Garten reichen nicht mehr aus, um die regenlose Zeit zu überbrücken.

Ob ich zum Gartenschlauch greife und was gewässert wird, möchte die Forscherin folgerichtig wissen, um dann ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern: In südlicheren Gegenden wie etwa Unterfranken hätten bereits zahlreiche Hobbygärtner ihren Nutzgarten komplett aufgegeben und auf trockenheitsresistente Stauden und andere unempfindlichere Gewächse gesetzt.

Auch das ein Erkenntnis der Forschung: Der Klimawandel hat gravierende Auswirkungen auch auf das heimische Grün. Wie die Menschen damit umgehen und wie es gelingen kann, auch künftig das beträchtliche Potential von Gärten für Wohlbefinden und Resilienz jedes Einzelnen, aber auch der gesamten Gesellschaft zu erhalten, wird vielleicht ein Ergebnis am Ende der fünf Jahre dauernden Feldforschung sein.

Das Projekt „Zukunft pflanzen. Gärtnern mit vielen Arten im Anthropozän“ am Lehrstuhl für europäische Ethnologie und empirische Kulturwissenschaften läuft bis 2030. Gefördert wird es von der VolkswagenStiftung. Für eine möglichst breite Basis sind die Forscherinnen nach wie vor auf der Suche nach Teilnehmenden.

Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, kann sich per Email über multispeciesgardening@uni-wuerzburg.de an das Team wenden. Weitere Informationen bietet die Webseite des Lehrstuhls an der Universität Würzburg.

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Klönschnacktee mit der Muttermilch aufgesogen und inzwischen beim rheinischen Kölsch angekommen. Übt sich in der schreibenden Zunft seit Studententagen zwischen Tagespresse und Fachpublikationen und… wichtig: ließ das JüLicht mit leuchten.

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