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Wann weichen die Bauzäune endgültig?

Seit Monaten nehmen die Jülicherinnen und Jülicher einen Umweg um den Schlossplatz. Bauzäune verhindern die kurzen Wege. Wann wird der Platz wieder freigegeben? Eine Frage, die derzeit viele beschäftigt.

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Noch stehen die Bauzäune rund um den Schlossplatz. Foto: Timo Dolfen
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Einen ersten Eindruck, wie der neue Schlossplatz in Zukunft genutzt werden kann, gab es bereits zum Weinfest im Juli. Freudestrahlend hatten die Jülicherinnen und Jülicher sowie viele Gäste den Platz in Besitz genommen – nur damit einige Tage nach dem Ereignis die Bauzäune wiederkehrten.

In der kommenden Woche wird es dann ein weiteres zaun-loses Intermezzo geben. Beachvolleyball-Teams treffen sich am ersten Septemberwochenende auf dem Schlossplatz, um den Rur-Beach-Cup, die Westdeutschen Meisterschaften und ein Hobbyturnier auszutragen. Ab der Querungstangente, die üblicherweise Kleine Römerstraße und Schlossstraße verbindet und auch wieder verbinden soll, wird dann der Schlossplatz gesperrt und der vordere Teil für Sport und Spaß freigegeben.

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Die Frage bleibt: und dann? Wann kommen die Bauzäune denn nun endgültig weg? Stefan Sistemich, Leiter des Bauamtes, meint lakonisch: „Wenn wir fertig sind.“

Mit Blick von der Kölnstraße auf den Platz sieht alles schon ziemlich fertig aus: Der Klimastein ist verlegt. Trotzdem kommt eine Teilfreigabe nicht in Frage, wie der Fachmann erklärt, denn: „Das ist eine Gesamtmaßnahme, die in der Gewährleistung auch gesamt abgenommen wird.“ Im Klartext: Erst muss auch der hintere Teil fertiggestellt werden, bis eine Freigabe des Platzes erfolgen kann.

Tatsächlich sind auch noch Feinarbeiten zu erledigen: Unter anderem müsse die Verfugung nachgearbeitet werden, anschließend noch einmal die Kehrmaschine über die Fläche fahren. Gleichzeitig, gibt Sistemich zu bedenken, würden die Bauarbeiter bei der Fertigstellung behindert, wenn zu viele Bereiche bereits für die Öffentlichkeit freigegeben würden.

Die Bäume auf dem Schlossplatz sind „gefasst“. Foto: Timo Dolfen

Derzeit ist noch viel Bewegung in Richtung Zitadelle. Hier sind Bauarbeiter im Einsatz, Bagger und weitere Baumaschinen ständig in Bewegung. Die Baumriesen sind inzwischen mit einem umlaufenden Band in der Erde eingefasst. Gelegte Pflaster weisen bereits darauf hin, wo künftig die Wegführung verlaufen soll. „Hier sind die Bereiche, wo die Bänke unter den Bäumen hinkommen“, erklärt Sistemich. In Blickweite wird der Platz vorbereitet, auf dem der geplante Selfie-Point für Jülich künftig stehen soll. Die roten Kabel für dessen Stromversorgung ragen bereits aus der Erde.

Selbst mit viel Skepsis lässt sich erahnen: Das wird schön werden. Die Aufenthaltsqualität in diesem Bereich, der bislang eher ungenutzt und lediglich als Querungsweg belegt war, wird deutlich erhöht. Dafür werden auch die „Treppensitze“ sorgen, die ab Oktober in Richtung Wallgraben führen. Von dort aus haben Verweilende dann den perfekten Blick auf die Festung Zitadelle.

Die ersten Wege sind bereits gepflastert. Foto: Timo Dolfen

Erster Profiteur der neuen Platzgestaltung wird der Weihnachtsmarkt werden – und natürlich dessen Gäste. Apropos: Üblicherweise baut doch die Werbegemeinschaft ab Mitte Oktober hierfür die Stände auf. Also spätestens dann werden die Bauzäune abgebaut? Bauamtsleiter Sistemich schmunzelt und nennt den 30. Oktober. Erst dann sollen die Bauzäune komplett entfernt und die Baustelle freigegeben werden. „Ich habe mit Herrn Cremanns telefoniert.“

Entgegenkommen also auch von der Werbegemeinschaft, die sicher auch den Vorteil sieht: Bis fast an die Wallgrabenmauer werden nämlich künftig die Stände aufgebaut werden. Damit hat sich die Aufstellungsfläche deutlich vergrößert. Und es wird komfortabler für die Marktbeschicker, denn durch die neuen Leitungen, die im Zuge der Baumaßnahme verlegt wurden, können direkt vor Ort auch Strom und Wasser genutzt werden.

Weichen musste dafür allerdings ein großes Stück Grünfläche. Sistemich macht deutlich, dass das Bauamt an dieser Stelle nicht über die grundsätzliche Gestaltung entscheidet. Die politischen Beschlüsse seien gefallen, das Bauamt setze sie um. „Wir bauen das, was man uns sagt“, bringt er es auf den Punkt. Die Entscheidung sei vom Rat getroffen worden. Vom Dezernenten bekomme das Bauamt anschließend den Auftrag zur Umsetzung: „Und wir setzen das um.“

Die Bauarbeiten gehen weiter. Foto: Timo Dolfen

Wendet sich der Blick vom hinteren baumbestandenen Platz in Richtung Kölnstraße, bleibt ein Stück weit Ernüchterung: Die steinerne Fläche wirkt nicht besonders einladend. Hier erinnert Sistemich an das Weinfest, als der Brückenkopf-Park den Platz so attraktiv hergerichtet hat. Vorstellbar ist, dass die Fläche mit mobilen Pflanzkübeln bestückt wird. Er denkt hierbei an die Cortenstahlkisten, wie sie als Absperrelemente auf dem Marktplatz eingesetzt werden. Sie gibt es in unterschiedlichen Größen und könnten so angeordnet werden, dass daraus sogar skulpturale Elemente entstehen.

Dennoch bleibt der Eindruck: Es zieht sich mit den Bauarbeiten, deren Ende zum Weinfest in diesem Jahr angekündigt war. Das habe einerseits mit den archäologischen Funden zu tun, sagt Sistemich, andererseits damit, dass die verfügbare Arbeitsfläche immer kleiner werde. Material und Maschinen könnten nicht mehr einfach von hinten auf die Baustelle gebracht werden. „Je weiter ich zum Ziel komme, desto enger wird es auch.“

Flapsig ausgedrückt: Die Bauarbeiter stehen sich deutlich mehr auf den Füßen. Aber ein Ende ist ja offenbar in Sicht. Freuen können sich die Menschen auf einen teilgeöffneten Schlossplatz am kommenden Wochenende und dann auf den 30. Oktober. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt allerdings noch: Ab nächster Woche kommt noch einmal Archäologe Stefan Ciesielski.

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HERZOGin mit Leib und Seele. Mein HERZ schlägt Muttkrat, Redakteurin gelernt bei der Westdeutschen Zeitung in Neuss, Krefeld, Mönchengladbach und Magistra Artium der Kunstgeschichte mit Abschluss in Würzburg. Versehen mit sauerländer Dickkopf und rheinischem Frohsinn.

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