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Landwirte ziehen Bilanz

Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Düren Erich Gussen zieht Bilanz zur diesjährigen Ernte und blickt auf die noch ausstehenden Herbstkulturen. Im Gespräch mit dem HERZOG hat Gussen seine Einschätzung der Lage genauer erläutert.

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Auch das Getreide auf den Äckern des Rheinlands hat unter der Dürre gelitten. Foto: pixabay
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Hitze und anhaltende Trockenheit setzen den Beständen zu, während hohe Betriebskosten und stark schwankende Erzeugerpreise den wirtschaftlichen Druck auf die landwirtschaftlichen Betriebe weiter verschärfen. Getreide bleibt die wichtigste Ackerkultur im gesamten Rheinland. Insgesamt dürfte die Erntemenge in diesem Jahr bei rund 1,1 Millionen Tonnen liegen und damit etwa 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

„Beim Weizen sind wir trotz extremer Temperaturen und fehlender Niederschläge mit einem blauen Auge davongekommen“, erklärt Gussen. Im Rheinland wurden beim Winterweizen durchschnittlich rund 87 Dezitonnen pro Hektar geerntet – gut acht Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Die Wintergerste erreichte rund 84 Dezitonnen pro Hektar.

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Die Erntemengen allein sagen nach Einschätzung der Kreisbauernschaft wenig über die wirtschaftliche Lage der Betriebe aus. Hohe Kosten für Diesel, Dünger, Pflanzenschutz und Energie treffen auf stark schwankende Erzeugerpreise. „Die Preise am Getreidemarkt reagieren derzeit von Tag zu Tag auf geopolitische Krisenherde und Äußerungen der beteiligten Akteure. Für unsere Betriebe ist das kaum planbar“, betont Gussen. Unter diesen Bedingungen reichen die Erlöse beim Getreide derzeit nicht aus, um die Produktionskosten zu decken und eine wirtschaftlich tragfähige Erzeugung zu gewährleisten.

Entscheidenden Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit des Anbaus – egal ob von Pflaumen, Zwiebeln oder Getreide – hat am Ende der Verbraucher, konstatiert Landwirt Gussen schlicht. Was regional angebaut wird, solle am besten auch regional verkauft werden und zwar zu angemessenen Preisen. Hier sind auch die Weiterverkäufer gefragt: Wenn in den Regalen Ware aus anderen Ländern für deutlich geringere Preise liegt, würden die Verbraucher dazu greifen. Nachvollziehbar vor dem Hintergrund des persönlichen Budgets, aber wenig hilfreich für die Erzeuger vor Ort.

„Die Betriebe haben im zweiten Jahr in Folge keine Kostendeckung“, stellt Erich Gussen klar. Mit Schwankungen beim Ertrag hätte die Bauernschaft zwar immer schon leben müssen. Was es aktuell aber besonders schwierig mache, sei die gesamte Gemengelage. Diesel, Dünger, Saatgut und Löhne schlagen mit gestiegenen Kosten zu Buche, auf der anderen Seite erschweren Wetterextreme den Anbau von der Aussaat bis zur Ernte. Die Herausforderungen für die Betriebe seien große, weswegen jetzt die Politik gefragt sei.

„Für viele Betriebe entscheidet sich erst in den kommenden Wochen, wie groß der wirtschaftliche Schaden tatsächlich wird“, warnt Gussen. Er sieht in der diesjährigen Erntebilanz ein weiteres Warnsignal für die wirtschaftliche Lage der Betriebe. „Unsere Familienbetriebe brauchen bessere Rahmenbedingungen, welche die Produktion nicht zusätzlich verteuern“, führt Gussen weiter aus. Notwendig dafür seien wettbewerbsfähige Energie- und Betriebsmittelpreise sowie konkrete politische Antworten auf immer stärkere Marktrisiken. Hier, so die Kreisbauernschaft, ist die Politik gefordert, den zunehmenden Ungleichgewichten in der Wertschöpfungskette entschlossen entgegenzutreten.

Moderne Technik und resistentere Neuzüchtungen können ein Teil der Lösung sein, um den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzutreten. Viele Kollegen würden bereits in moderne, sparsamere Bewässerungsanlagen investieren und digitale Hilfsmittel nutzen, mit deren Unterstützung der Wasserbedarf einzelner Kulturen am jeweiligen Standort genauer bestimmt werden kann.

Manche Betriebe setzen auf andere Kulturen und bauen statt Weizen etwa verstärkt Möhren, Zwiebeln oder Leguminosen wie Erbsen, Soja und Bohnen an, die besser mit der Trockenheit klarkommen. Ein großes Aber gibt es hier allerdings: „Es nützt ja nichts, Kulturen anzubauen, die nicht nachgefragt werden.“

In den letzten Jahren habe auch Raps als Kultur wieder an Attraktivität gewonnen, stellt die Kreisbauernvereinigung fest. So wuchs die Anbaufläche um rund zehn Prozent zum vergangenen Jahr. Die Erträge konnten mit dieser Entwicklung jedoch nicht Schritt halten: Im Durchschnitt wurden rund 36 Dezitonnen pro Hektar geerntet nach rund 41 Dezitonnen im vergangenen Jahr.

Mit großer Sorge blickt der Vorsitzende der Kreisbauernschaft zudem auf die noch auf den Feldern stehenden Herbstkulturen. Insbesondere Zuckerrüben, Mais und Kartoffeln leiden extrem unter der anhaltenden Dürre. Die jetzt gefallenen Niederschläge ändern daran nichts mehr. Bei diesen Kulturen ist daher mit deutlichen Ertragsrückgängen zu rechnen.

Die anhaltende Trockenheit hat das Wachstum und den Ertrag bereits erheblich beeinträchtigt und die Pflanzen geschwächt. Den guten Böden in der Jülicher Börde sei Dank haben die hier wachsenden Rüben „noch einigermaßen durchgehalten“, formuliert es Gussen vorsichtig optimistisch und erläutert, dass diesen Rüben der späte Regen zumindest noch ein wenig helfen könne. Haben Kartoffeln allerdings erst einmal die Blätter abgeworfen, „kommt da gar nichts mehr“.

Im Futterbau zeigt sich ein ähnliches Bild wie im Ackerbau. Auf dem Grünland konnten dank des „wüchsigen Frühjahrs“ die ersten Grasschnitte des Jahres eingebracht werden, teilweise jedoch bereits mit Qualitätseinbußen. Seit Anfang Juli ist das Wachstum vielerorts deutlich ins Stocken geraten, so dass weitere Schnitte ausgeblieben sind.

Ob ein später Schnitt noch Heu in nennenswertem Maß einbringt, ist von den kommenden Niederschlägen abhängig. Besonders dramatisch ist die Lage beim Mais: Auf einzelnen Standorten ist bereits jetzt mit massiven Ertragseinbußen bis hin zu Totalausfällen zu rechnen.

Rheinlandweit könne es für einige Betriebe durchaus „brenzlig werden“, fasst Gussen abschließend zusammen. Unterstützung bei Überlegungen etwa zu alternativen Kulturen bietet die Beratung der Landwirtschaftskammer. Hier können sich Landwirte vom Milchviehhalter hin zum Obstbauern Expertenrat einholen. Denn betroffen von Hitze, zu wenig – oder zu viel – Regen, steigenden Ausgaben und geringeren Einnahmen sind alle Landwirte.

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Klönschnacktee mit der Muttermilch aufgesogen und inzwischen beim rheinischen Kölsch angekommen. Übt sich in der schreibenden Zunft seit Studententagen zwischen Tagespresse und Fachpublikationen und… wichtig: ließ das JüLicht mit leuchten.

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