„Schulleiterin“ Claudia Goormann taucht mit ihren Schützlingen auf andere Weise tief ins nasse Element: Von der Frage, was Mikroplastik in Bächen, Seen und Flüssen anrichtet hin zur Funktionsweise einer Kläranlage bis zur Betrachtung bereits umgesetzter Renaturierungsmaßnahmen reicht das Curriculum der Wasserschule. Besonders wichtig ist es Biologin und Umweltpädagogin Claudia Goormann, vor Ort zu bleiben.
„Wenn der Lernort vor der eigenen Haustür ist, hat man einen ganz anderen Bezug dazu“, hat die Pädagogin in den letzten 20 Jahren festgestellt. Wenn sie etwa mit einer Schulklasse an einem Bach in unmittelbarer Nähe eine Wasseruntersuchung macht, hätten die Kinder und Jugendlichen viel greifbarer vor Augen, was das Thema mit ihrer Lebenswelt zu tun hat.
Nicht alles ließe sich „einrichtungsnah“ umsetzen, bedauert Goormann deshalb auch. Manchmal fehle schlicht das geeignete Gewässer. Manchmal sind es aber auch Sicherheitsbedenken, die es notwendig machen, an einen weiter entfernten Ort auszuweichen. Gerade Mühlteiche, wie sie zum Beispiel durch Koslar oder Barmen fließen, bergen Gefahren, die nicht unbedingt auf den ersten Blick ersichtlich sind.
Ein Vorgespräch mit jedem Interessierten sei deshalb zwingend. Zum einen müssen die Wünsche und Erwartungen an eine Schulstunde in der Wasserschule geklärt werden. Dann muss die Naturpädagogin einen dazu passenden Teich, Bach oder Fluss finden. Das WVER-Angebot richtet sich, auch wenn der Name es vermuten lässt, keinesfalls nur an Schulkinder und Jugendliche.
Los geht es mit einer spielerischen Gewässererkundung, mit denen Kindergartengruppen einen „Lebensraum, den sie oft gar nicht kennen“ näher betrachten können. In dem rund zweieinhalbstündigen Programm gehen die Kleinen gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Claudia Goormann auf die Pirsch nach kleinen Wasserbewohnern oder schauen genau hin, was unter und am Wasser wächst. Einen etwas anderen Ansatz bietet das Programm mit dem niedlichen Namen „Ente Emma hat Hunger“, das kindgerecht erläutert, warum man Wassertiere besser nicht füttert.
Sind die Teilnehmenden älter, geht auch die Gewässeruntersuchung mehr ins Detail und betrachtet etwa pH-Wert oder Verschmutzungsgrad. Passend zum Lehrplan auch in der Oberstufe können weitere Aspekte aufgenommen werden. So gehören zum Beispiel die Gefahren, die von Mikroplastik ausgehen, zu den Themen, die hier behandelt werden.
Liegt der Fokus auf Renaturierungsmaßnahmen an Flüssen, lässt sich Claudia Goormann meist von Ingenieurskollegen begleiten, die noch mal einen anderen fachlichen Blick mitbringen und erklären können. Spannend ist auch ein genauerer Blick aufs Abwasser, findet die Biologin und ergänzt, dass jede Kläranlage im Verbandsgebiet ein wenig anders arbeitet.
Wer jetzt bedauert, dem Schulalter längst entwachsen zu sein, hat im Fall der Wasserschule Glück gehabt. „Ich könnte auch Senioren bedienen“, lacht die Natur- und Umweltpädagogin und versichert, dass es keine Altersgrenze für diesen besonderen Schulbesuch gibt. Vereine könnten sich ebenso wie eine Gruppe von Freunden oder ein Kollegen-Team bei ihr anmelden. Wichtig auch hier: Die Wünsche und Vorstellungen müssen im Vorfeld besprochen werden – dann findet sich auch das passende Ziel für den „Klassenausflug“.
Anmeldungen und weitere Informationen über die Internetseite des WVER.



















