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Einfach mal drauflos geschrieben

„Eigentlich wollte ich meine Bachelor-Arbeit schreiben“, erzählt Kim Frauenrath. „Aber da hatte ich nicht so viel Lust drauf“, lacht die frischgebackene Autorin. Am Ende stehen dann doch der Bachelor-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre und obendrein jetzt das erste eigene Buch.

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Das Erstlingswerk in der Hand: Jülicher Debütautorin Kim Frauenrath. Foto: Felix Brach
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Seit einem Jahr stehe der 16. September schon in ihrem Kalender. Was sich zunächst nach einer kleinen Ewigkeit angefühlt hat, ist plötzlich mit Händen zu greifen, und Jungautorin Kim Frauenrath ist „voll aufgeregt“, wenn sie an den heutigen Erscheinungstermin denkt. „Es fühlt sich richtig gut an, auch dass ich mich jetzt Autorin nennen darf“, strahlt die junge Frau, die im Hauptberuf fürs Management des Co-Working-Space im Startup Village zuständig ist.

Fürs Schreiben bleibt bei einem 40-Stunden-Job zwar nur der Feierabend, aber den nutzt sie leidenschaftlich aus. Da wird es dann auch schnell mal drei Uhr in der Nacht, gibt sie lachend zu. „Vor allem abends und nachts habe ich dann tausend neue Ideen“, zuckt Kim Frauenrath lächelnd die Schultern und verrät, dass ihr Freund sie dann doch schon mal bremst, wenn sie gar kein Ende findet.

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Aus diesen vielen Ideen auszuwählen, was ins Buch darf und was nicht, erwies sich mitunter als recht schwierig. Einen Rahmen für ihr Buch habe sie im Vorfeld nicht konzipiert, keine Steckbriefe für die einzelnen Protagonisten erstellt und auch keinen Schreib-Workshop besucht.

Es gebe inzwischen sogar eine ganze Reihe Apps, mit deren Hilfe man die eigene Geschichte planen könne, berichtet Frauenrath, die sich stattdessen einfach kopfüber ins Abenteuer Roman gestürzt hat. Einmal abgesehen von der Unlust, sich an die wissenschaftliche Abschlussarbeit zu machen, sei ihre Tante „schuld“ gewesen. „‚Schreib doch einfach einen Bestseller‘, hat sie gesagt.“

Auch wenn das ein eher scherzhaft gemeinter Rat war, gab er doch irgendwie den Ausschlag, und „ich hab‘ dann einfach drauf los geschrieben“, fasst es Kim Frauenrath fast schon lapidar zusammen.

„Serendipity“ erzählt die Geschichte von Layla und Alexander, die sich immer wieder über den Weg laufen. Ist ihre erste Begegnung tatsächlich noch dem puren Zufall geschuldet, helfen die zwei im Verlaufe der knapp 400 Seiten den zufälligen Umständen ein wenig nach.

Ein Zufallsfund ist übrigens auch der Titel. „Der fehlte mir bis zum Schluss“, verrät die Urheberin, dass das Wort aus einem Lied in ihr einen plötzlichen Nachhall fand und sie sofort wusste: „Das ist es!“

Denn Serendipität beschreibt nicht nur ein Zufallsgeschehen, sondern darüber hinaus die geschickte Nutzung zufälliger Ereignisse – ein wenig wie Kim Frauenrath selbst, die die Gunst der Stunde nutzte, ihrer Intuition folgte, so „wie es sich beim Schreiben richtig anfühlte“.

Ein halbes Jahr habe sie am Stück geschrieben, dann erst mal ein Jahr Pause gebraucht. Rund zwei Jahre hat es insgesamt gedauert, bis ihr Erstlingswerk fertig war, schätzt die Autorin.

Und dann landete das Manuskript erst einmal für weitere zwölf Monate in der Schublade. „Ich musste überlegen, ob ich das wirklich veröffentlichen will“, blickt sie zurück.

Den Ausschlag gegeben hat der Jobwechsel ins Startup Village Jülich im Brainergy Park. Lauter Gründerinnen und Jungunternehmer um sie herum, deren Motto vielfach „Was soll schon schiefgehen?“ zu sein scheint, hätten den letzten Motivationsschub gebracht, lacht Kim Frauenrath. Die Motivation reicht offenbar noch weiter: Zwei neue Werke sind schon in Arbeit.

BUCHINFORMATION
Kim Frauenrath: Serendipity | 380 Seiten | Litego Verlag | ISBN 978 3991 5946 6 | 16 Euro


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