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Bolzplatz als Parkplatz?

Wo parken, wenn nicht auf dem Walramplatz? Im Rahmen der Bauphase braucht es Alternativen, daher soll der ehemalige Bolzplatz an der Volkshochschule umfunktioniert werden. Das wurde im Ausschuss für Kultur, Dorf- und Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung (KDSW) diskutiert.

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Das Forum Aachener Tor mit stillgelegtem Bolzplatz im Vordergrund. Foto: Olaf Kiel
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Der derzeit ungenutzte Bolzplatz an der VHS soll vorübergehend zum öffentlichen Parkplatz werden. Damit will die Stadt den weitgehenden Wegfall der Stellplätze am Walramplatz während und nach dessen Bauphase ausgleichen.

Auf der Fläche könnten rund 40 Stellplätze entstehen. Der Parkscheinautomat vom Walramplatz soll dorthin umgesetzt werden. Die Kosten setzt die Verwaltung mit rund 35.000 Euro an. Geplant sind unter anderem eine neue Zufahrt, Markierungen und Beschilderung, vier solarbetriebene Lichtpunkte sowie der Rückbau der seit Jahren ungenutzten Garage im Zufahrtsbereich. Auch Gehölze sollen zurückgeschnitten und der Weg zur Promenade ertüchtigt werden.

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Die Umwandlung bleibt ausdrücklich temporär: Wird die Fläche später anderweitig benötigt, kann sie wieder zurückgebaut werden. Über die Maßnahme hat der Ausschuss für Kultur, Dorf- und Stadtentwicklung sowie Wirtschaftsförderung (KDSW) beraten.

Bedenken kamen noch einmal von mehreren Seiten. Karl Philipp Gawel (CDU) betonte zwar, dass man beinahe einstimmig für eine möglichst nahe Parkalternative für Walramplatz-Anwohnende gestimmt habe und das nach wie vor richtig sei. Man solle aber im Blick behalten, dass falls ein Investor in naher Zukunft auf dem Areal des Bolzplatz’ bauen wolle man rechtzeitig die Reißleine für den Parkplatz ziehe, ehe 35.000 Euro für etwas ausgegeben würden, das ein halbes Jahr später womöglich wieder abgerissen sei. Beschwichtigend entgegnete Baudezernent Robert Helgers, dass selbst bei Interessenten das nicht heiße, dass das Areal gekauft werde. Genauso sei unabsehbar, ob jemand käme, der sagt „Ich kaufe das morgen“. Die Fläche sei seit längerem ungenutzt, trotz „Toplage“ – er frage sich selbst, warum es bisher keine Investoren gegeben habe, zumindest sei nie etwas spruchreif gewesen. Dennoch: Natürlich, so implizierte er, gäbe es das Risiko. Auch daher gehe es um eine generelle Aussprache für oder gegen das Projekt.

Ein anderes Problemfeld sprach Jennifer Lopez Barrilao (SPD) an: Was sei mit den Menschen, die die VHS besuchen? Momentan könne man frei parken, aber wie sehe das aus, wenn Parkgebühren erhoben würden? Mobilitätsmanagerin Claudia Tonic-Cober bekräftigte, dass man sich mit der Leitung der Bildungsstätte bereits abgestimmt habe. Es werde überlegt, beispielsweise mit Märkchen oder anderen Erkennungszeichen zu arbeiten.

Schließlich ergaben sich noch Rückfragen von Bündnis 90/Die Grünen: Trotz großem Verständnis für die Anwohnenden am Walramplatz täten sich Teile der Fraktion mit dem Parkplatz schwer, gab Andreas Balsliemke in die Runde. An der Zufahrt liege nicht nur ein Kindergarten, sondern auch an der Ellbachstraße gebe es einen großen Parkplatz. Außerdem stelle man sich die Frage, ob geprüft wurde, was mit dem offenbar bereits schadhaften Bolzplatzbelag sei. Könnten dadurch Schadstoffe in die Umwelt gelangen? Schließlich sei er für eine Befahrung nicht ausgelegt. Hier gab Tonic-Cober ebenfalls Entwarnung: Man habe die Fläche mit Fachleuten aus dem eigenen Haus begutachtet, die Oberfläche sei sehr robust und müsse nicht abgetragen werden, auch für die Umwelt scheine sie unbedenklich zu sein. Ein Gutachten sei bisher nicht angestellt worden, aber grundsätzlich möglich. Das Fachamt habe den Bolzplatz allerdings als für das Projekt nutzbar eingeschätzt. Überzeugend fasst Helgers kurz: „Ich bin das Fachamt. Von dem Parkplatz geht keine Gefahr aus, wenn wir ihn so nutzen wie wir es vorhaben.“ Was den Kindergarten anbetreffe, so die Mobilitätsmanagerin, könne das später in der Sitzung besprochene Parkleitsystem zu gezieltem Verkehr, also weniger Parksuchverkehr am Kindergarten vorbei, führen.

Der Antrag wurde mit sehr großer Mehrheit beschlossen.


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