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Noch vier Jahre bis 2030

Agenda 2030 klingt nach Zukunft. Tatsächlich sind es nur noch vier Jahre.

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Schon 2013 haben sich zum Wettbewerb Zukunftsstadt Jülich Kinder und Jugendliche mit dem Thema „Jülich 2030“ beschäftigt. Foto: Dorothée Schenk / Archiv
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Jülich hat sich verpflichtet, die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen vor Ort umzusetzen. Doch was heißt das konkret? Jülich ist Fairtrade-Stadt, bietet kostenlos Lastenrad, versteht Mobilität als Teil von Klimaschutz und Teilhabe, hat als erste Stadt im Kreis Düren einen Klimamanager auf eigene Kosten installiert und gehört schon seit über 30 Jahren dem Klimabündnis an. Einblicke in die Stabsstelle NaMoK.

NAchhaltigkeit

Mit der Unterzeichnung der Musterresolution „17 Ziele für eine global nachhaltige Kommune“ hat sich Jülich 2020 zu nachhaltiger Entwicklung auf kommunaler Ebene verpflichtet. Grundlage ist ein entwicklungspolitisches Handlungskonzept mit 92 Maßnahmen, unter anderem zu Nachhaltigkeit, Fairness, Klima- und Umweltschutz, Frieden und Generationengerechtigkeit. Seit Herbst 2025 läuft eine Bestandsaufnahme; für Herbst 2026 ist eine neue Steuerungsgruppe zur Fortschreibung vorgesehen.

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Seit 2021 ist Jülich zudem Fairtrade-Stadt und inzwischen rezertifiziert. Sichtbar wird das Engagement besonders während der jährlichen Fairen Woche im September. Weitere Schwerpunkte sind Mehrweg und Lebensmittelverschwendung. Eine Umfrage unter Jülicher Gastronomiebetrieben zeigte, dass Lebensmittelverschwendung bereits vielfach vermieden wird, Mehrwegangebote aber noch wenig nachgefragt werden. Zudem wurde der Öko-Fair-Regionale Einkaufsführer aktualisiert. Das Projekt „Demokratie weltweit gestalten“ verdeutlichte 2026 außerdem die enge Verbindung von Nachhaltigkeit, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

MObilität

Beim Thema Mobilität wird sichtbar, wie nachhaltige Entwicklung kommunal konkret werden kann. Seit 2021 verleiht die Stadt kostenlos E-Lastenräder. Mit „Willi & Julchen“ können Bürgerinnen und Bürger testen, ob Einkäufe oder Familienausflüge ohne Auto möglich sind. Mitnahmebänke und Rad-Reparaturstationen ergänzen das Angebot.

Größere Wirkung verspricht die bessere Fahrradanbindung an Forschungszentrum und Gewerbegebiet Königskamp. Allein zum Forschungszentrum pendeln täglich mehr als 5000 Menschen. Attraktive und sichere Radwege können daher einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende leisten.

Da Straßen und Siedlungen über Jahrzehnte vor allem für den Autoverkehr geplant wurden, braucht der Umbau Zeit. Dazu gehören bessere Rad- und Fußwege, öffentlicher Nahverkehr, E-Ladesäulen und Angebote, die eine echte Wahl bei Alltagswegen ermöglichen.

Gerade darin zeigt sich, wie die Agenda 2030 auf kommunaler Ebene konkret wird. Nachhaltige Mobilität in Jülich berührt insbesondere die Nachhaltigkeitsziele SDG 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ und SDG 10 „Weniger Ungleichheiten“. Denn Mobilität ist nicht nur eine Frage des Klimaschutzes, sondern auch von Teilhabe und Lebensqualität.

Klima

Jülich gehört seit 1995 dem Klima-Bündnis an. Im Klimaschutzkonzept von 2012 wurde das Ziel formuliert, die Pro-Kopf-Emissionen bis 2030 gegenüber 1990 zu halbieren. Die CO2-Bilanz 2023 bestätigt diesen Kurs, die Bilanz für 2025 wird derzeit erstellt. Im Juli 2026 startete zudem die kommunale Wärmeplanung.

Neben Klimaschutz stehen inzwischen Klimaanpassung sowie Energie- und Wärmewende im Fokus. Das kommunenscharfe Klimaanpassungskonzept des Kreises Düren wurde 2025 veröffentlicht. Die Stabsstelle NaMoK verbindet dabei Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit mit konkreten Projekten.

2026 startete Jülich erstmals einen Vorgartenwettbewerb für naturnahe, wenig
versiegelte Gärten und beteiligt sich an der Aktion „abpflastern“. Beides fördert Artenvielfalt, Hitzeschutz und die Aufnahme von Starkregen. Parallel werden unter anderem PV-Anlagen auf kommunalen Dächern realisiert, Fördermittel für ökologische Aufwertungen eingeworben, Kooperationen aufgebaut und die Wärmeplanung begleitet.


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