Fürs jüngere Publikum steht im KuBa-Kino ein echter Klassiker auf dem Programm, allerdings im neuen Gewand. Regisseur David Dietl ruft in diesem Herbst die „Parole Emil“ aus und verfilmt den zeitlosen Erich-Kästner-Klassiker „Emil und die Detektive“ nach einem Drehbuch von Antonia Scheurlen für eine neue Generation. Der Originalroman von 1929 wurde bisher in mehr als 60 Sprachen übersetzt und war weltweit ein großer Erfolg.
Emil soll die Sommerferien bei seiner Oma in Berlin verbringen. Doch schon im Zug dorthin wird er von dem skrupellosen Betrüger Max Grundeis ausgeraubt – und ein wildes Abenteuer beginnt. Gemeinsam mit einer Bande cleverer Kinder nimmt Emil die Verfolgung auf und stürzt sich in eine rasante Detektivjagd quer durch Berlin – voller Witz, Mut und echter Freundschaft.
Emil und die Detektive MO 19|10 und DI 20|10
Kultur im Bahnhof | Kulturbahnhof, Bahnhofstraße 13 | jeweils 17 Uhr | Eintritt 4 Euro
Im Abendprogramm wird es amüsant: Mit einer aktuellen französischen Komödie lädt das KuBa-Kino zum Lachen ein. Seit Rémi von seiner großen Liebe aus Schulzeiten verlassen wurde, versinkt der kauzige Kunstrasenverkäufer in einsamer Zweisamkeit. Die Liebeslücke füllt er nämlich seither mit Sexpuppen, die bei mediokren Mikrowellenmahlzeiten keine Miene verziehen und keinerlei Ansprüche stellen – weder im Bett noch in Gefühlsfragen.
Nur das Kennenlernen von Freunden und Familie gestaltet sich schwierig – die wissen nämlich nichts von der wahren Konsistenz seiner besseren Hälfte. Das Problem scheint gelöst, als Audrey, die aktuelle Partnerin aus Plastik, plötzlich zum Leben erwacht.
Während Audrey nun wortwörtlich am eigenen Leib erfährt, was es heißt, Frau zu sein, wittert Rémi seine Chance auf neues Glück – nicht nur in der Form männlicher Neidbekundungen, sondern in Audrey selbst. Die ist schlichtweg die perfekte Frau – zumindest äußerlich.
Wenn es um Hausfrauenalltag und den Umgang mit Schwiegereltern geht, verhält sich die ehemalige Puppe nämlich ganz und gar nicht damenhaft. Rémi kommt ins Zweifeln, ob die große Liebe wirklich auf seine Wünsche zugeschnitten werden kann. Und hat er sich nicht sowieso längst Hals über Kopf in seine neue Arbeitskollegin Patricia verliebt?
Das wunderbar aufgelegte Schauspielensemble bestehend aus Vincent Macaigne, Cécile de France und Kino-Newcomerin Zoé Marchal in der Rolle der Audrey lässt in „Frühstück bei Audrey“ keine Minute Leerlauf zu. Das Spielfilmdebüt der französischen Regisseurin Sophie Beaulieu ist frech, pointiert und überaus witzig – eine geistreiche Liebeskomödie am Puls der Zeit über gemischte Gefühle und den Mut, den es braucht, sie in Reinform ertragen zu wollen.
Frühstück bei Audrey MO 19|10 und DI 20|10
Kultur im Bahnhof | Kulturbahnhof, Bahnhofstraße 13 | jeweils 20 Uhr | Eintritt 6,50 Euro, erm. 6 Euro
Zum Abschluss der Kino-Woche schließlich steht ein nachdenkliches Stück auf dem Programm. In Kooperation mit dem Jülicher Geschichtsverein zeigt das Kuba die Dokumentation „Weltgeschichte einer Lüge“.
Eine obskure Schrift aus dem zaristischen Russland prägt bis heute den modernen Antisemitismus. Der Film folgt den Spuren der sogenannten „Protokolle der Weisen von Zion“ von ihrer Entstehung bis zu ihrer globalen digitalen Wiederkehr.
Er zeigt, wie Verschwörungsmythen gesellschaftsfähig wurden und bis heute Hass und Gewalt anstacheln. Ein aufrüttelnder Blick auf die Entstehung der gefährlichsten antisemitischen Erzählung der Moderne – die angebliche „jüdische Weltverschwörung“.
Historiker Guido von Büren führt eingangs mit einem kurzen Vortrag ins Thema ein.
Weltgeschichte einer Lüge SO 25|10
Kultur im Bahnhof / Jülicher Geschichtsverein | Kulturbahnhof, Bahnhofstraße 13 | Einlass 13.30 Uhr, Beginn 14 Uhr | Eintritt 12 Euro inklusive Kaffee und Kuchen



















