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Gezeichnete Erinnerungsstücke

„So voll war es hier noch nie zu einer Ausstellungseröffnung“, freute sich Bürgermeister Axel Fuchs über die große Schar der Gäste, die der Einladung zur Vernissage gefolgt waren. Dicht gedrängt standen diese im Foyer, um zunächst der musikalischen Untermalung durch Andy Cormann auf dem Didgeridoo und anschließend den einleitenden Worten des Bürgermeisters zu folgen. Mit denen lobte dieser die Werke Cormanns bewundernd und freute sich, diese sowohl der Verwaltung als auch der Bevölkerung öffentlich präsentieren zu können.

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Uwe Cormann und das alte Jülich. Foto (Ausschnitt): Stadt Jülich
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Uwe Cormann, wurde 1941 in Jülich geboren und zeichnete bereits seit seiner frühen Kindheit. Ab 1953 wurde er von seinem Freund Otto Müller intensiver in Zeichen- und Maltechniken eingeführt. „Wir wohnten beide in der Kölnstraße 22 im Hause Müller. Skizzenblock, Bleistift, Tusche und Zeichenfeder gehörten zu unseren Erkundungsfahrten im Jülicher Land. Im Zitadellengelände mit den damals ruinösen Gebäuden fanden wir unsere schönsten Motive. An der Pasqualinischen Baukunst wurden wir in die Gesetze der Perspektive eingeführt“, so Cormann.

Ab Oktober 1975 studierte er bis zum Wintersemester 1978/79 Kunst und Geografie. Seit August arbeitete er als Lehrer an der Katholischen Hauptschule in Grevenbroich, bis er 2003 in den Ruhestand eintrat.
Die Vorlagen für die Motive des alten Jülichs fand er auf Postkarten und Fotografien, die ihm Freunde zur Verfügung stellten, aber auch in Büchern und Zeitungsausschnitten.

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Die inhaltliche Einführung in die Ausstellung und Vorstellung des Künstlers übernahm Dr. Peter Nieveler, der das bewegte Leben des Uwe Cormann schilderte und die „mit großer Mühe und viel Kunstverstand“ entstandenen Bilder erläuterte, die seine Heimatstadt Jülich zeigen, wie sie vor dem 16. November 1944 aussah, „bevor alles in Flammen aufging und zu Staub zermalmt wurde. Auf Cormanns Bildern gibt es diesen Staub nicht. Seine Stadt ist sauber, ebenmäßig und schön, so schön, wie sie in der Erinnerung vieler Überlebender und noch Lebender bis heute geblieben ist“, so Dr. Nieveler.

„Die Zeichnungen sind nicht nur abgezeichnet. Durch die Berücksichtigung der bildnerischen Gesetzmäßigkeiten erhalten die Bilder einen anderen Wert. So kommen Bildachsen, die Elemente Ballung, Reihung und Streuung sowie gezielte Kontraste – hier besonders der Hell-Dunkel-Kontrast – zum Einsatz.“

Ein ausgestelltes Bild des Künstlers fällt jedoch aus dem Rahmen – und das wortwörtlich. Keine Zeichnung, sondern der Erstdruck eines Linolschnitt der Jülicher Pieta hängt ungerahmt im Zentrum der Ausstellung. „In all der vergangenen Jülicher Schönheit war der Blick auf die Zerstörung unbedingt nötig“, so Laudator Nieveler.

Die Bilder sind fotografisch exakt und nicht skizzenhaft angefertigt, weil die Gebäude in ihrer höchstmöglichen historischen Exaktheit dargestellt werden sollten, in der die Architektur gut ablesbar ist. „Es bereitetet mir Freude, die vom Menschen geschaffenen Werke in der Natur, der Schöpfung Gottes, darzustellen. Hier zeigt sich der Auftrag des Herrn an die Menschen, sein Schöpfungswerk zu vollenden“, so Uwe Cormann.

Seine Werke können zu den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung im Neuen Rathaus bis 29. November betrachtet werden

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