Heiße Reifen & 25 km/h

Die „Rur-Valley-Riders“ sind „schwere Jungs auf leichten Maschinen“, wie ein Jülicher Gastronom sie kurz und treffend beschrieb, die mit 25 km/h durchs Herzoggebiet und darüber hinaus streifen.

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Der Jülicher Mofaclub, an dessen Spitze Präsident Siggi steht, kann im Gegensatz zu seinen Gefährten, die eigentlich ein kleines H-Kennzeichen (für Oldtimer) verdient hätten, noch nicht auf eine lange Tradition zurückblicken. Gegründet wurde der Club 2016 aus einer Schnapsidee, wie Treasure (Schatzmeister) Mörtel berichtet. „Bei uns dreht sich alles ums Mofa. Nicht nur Fahren. Natürlich gehört auch viel Schrauben und das Restaurieren dazu.“

Die Leidenschaft für die motorisierten Fahrräder ist den Riders anzuspüren. Neben einem gut repräsentativ eingerichteten Clubraum steht auch eine bestens ausgestatte Werkstatt in der Garage zur Verfügung, in der sich neben zahlreichen Mofas und Werkzeug auch interessante Eigenkreationen wie dem Rollator-Werkstattwagen oder einem Sonnenbrillen- / Helmhalter finden. Fast alles wird aufbewahrt und aufbereitet. Hier gibt es keine Wegwerfmentalität und alles hat dort seine Ordnung.

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Genau wie im Club. Wichtig sind die Regeln und auch der damit verbundene Strafenkatalog. „Es wird sich an die Club- und Verkehrsregeln gehalten. Das ist wichtig.“ Bestraft wird auch intern z.B. das Überfahren eines Stoppschildes oder einer Ampel, auch wenn kein Ordnungshüter in der Nähe ist. Das Gleiche gilt auch für die Verkehrssicherheit der Mofas. „Die Mofas für die Straße werden nicht getunet. Wenn wir fahren, wollen wir fahren und nicht deswegen angehalten werden.“ Und das hört man den Mofas auch an. Mann hört nämlich fast nichts. „Im Grunde ist alles original, nur einige Anbauteile wie die Munitionskisten-Gepäcktaschen sind Eigenkonstruktionen.“ Hier hat das Mofa auch einen klaren Vorteil. „Wir müssen nicht wegen jeder Kleinigkeit zum TÜV.“

Und wo wir schon beim Aufzählen der Vorteile sind, gibt es hier einen ganz großen, der auch die Namensgebung des Clubs beeinflusst hat. Denn: „Außerhalb geschlossener Ortschaften darf man mit Mofas (und E-Bikes) Radwege benutzen.“ So sagt es die Straßenverkehrsordnung Paragraf 2, der die Straßennutzung durch Fahrzeuge regelt, in Absatz vier. Hier gibt es natürlich auch Ausnahmen wie die Schilder „Keine Mofas“ oder „Mofas frei“. Dies ermöglicht den RurValleyRiders, dort zu fahren, wo andere motorisierte Zweiräder nicht hinkommen. Wie zum Beispiel den Radwegen an der Rur und weit darüber hinaus.

Der Club unternimmt „immer, wenn das Wetter schön ist,“ Ausfahrten. Wobei hier auch einmal ein Anhänger oder Transporter zum Einsatz kommen. „Denn ab einer Strecke von 50 Kilometern fängt der Arsch schon an zu brennen“ so Treasure Mörtel.

Sie besuchen auf ihren Ausfahrten große Treffen befreundeter Clubs, „regionale Sehenswürdigkeiten“ und schrecken dabei auch vor dem nahen Ausland nicht zurück. „Holland ist ein Traum. Zumindest was die Radwege angeht. Ein besseres, oft sogar zweispurig ausgebautes Netz als dort sucht man in Deutschland vergebens.“ Geplant sind aber auch noch weitere Touren bis zum Bodensee und in die Schweiz. Hierfür wären dem Club noch einige Mitglieder recht. Zur Zeit kann man es bei den Riders innerhalb eines halben Jahres vom Prospect (Anwärter) zum Vollmitglied mit Kutte schaffen.

Wer mehr über die RurValleyRiders erfahren möchte, sollte ihnen am besten auf Instagram (instagram.com/rurvalleyriders/) folgen. Hier findet man regelmäßig Bildmaterial der Ausfahrten und auch Kontaktmöglichkeiten.

 

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